Wo war der Gott in Auschwitz?

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11 Antworten

Hallo Zigi7darko,

die Frage "Wo war Gott" wird immer dann gestellt, wenn besonders schreckliche Dinge geschehen. Auschwitz steht für die massenhafte Vernichtung von Juden und gehört zweifellos mit zu dem Schrecklichsten, was je geschehen ist.

Sehr viele Menschen beschäftigt heutzutage die Frage, warum Gott überhaupt all das Leid und das Böse in der Welt zulässt. Warum ist er nicht schon längst eingeschritten? Sind wir ihm etwa gleichgültig? Diese Fragen bedürfen ganz gewiss einer Erklärung, will man an Gott nicht verzweifeln. Das brauchen wir auch nicht, denn in der Bibel sind zufriedenstellende Antworten zu finden.

Zunächst wäre es wichtig zu erfahren, wie Gott zum Leid der Menschen grundsätzlich eingestellt ist. Wie berührt es ihn, wenn er sieht, wie Menschen schweres Leid durchmachen? Dass Gott nicht wegsieht, wenn großes Unrecht oder Leid geschieht, geht aus einer Aussage aus dem Bibelbuch 2. Mose hervor. Zum geschichtlichen Hintergrund: Die Israeliten, befanden sich seit Jahrzehnten in der Sklaverei der Ägypter, die sie sehr schlecht behandelten. In ihrer Bedrückung riefen sie immer wieder zu Gott. Wie reagierte er auf ihr Flehen? Der Bericht sagt: "Zweifellos habe ich die Trübsal meines Volkes, das in Ägypten ist, gesehen, und ich habe ihr Geschrei über die gehört, die sie zur Arbeit antreiben; denn ich weiß wohl, welche Schmerzen sie leiden" (2. Mose 3:7). Gott schaute also genau hin und es berührte ihn tief, sein eigenes Volk so leiden zu sehen.

Bei einer anderen Gelegenheit, als es ebenfalls darum ging, dass Israel leiden musste, heißt es über Gottes Empfinden gegenüber seinem Volk: "Während all ihrer Bedrängnis war es für ihn bedrängend. Und sein persönlicher Bote, er rettete sie. In seiner Liebe und in seinem Mitleid kaufte er selbst sie zurück, und er hob sie dann empor und trug sie all die Tage von alters her" (Jesaja 63:9). Hast Du bemerkt, dass Gott tiefes Mitgefühl für die Israeliten empfand, ja dass ihre Bedrängnis von ihm selbst als bedrängend wahrgenommen wurde? Würde das wohl von einem Gott gesagt werden können, dem das Leid der Menschen egal wäre? Und kann man daraus nicht auch schließen, wie Gott heute wohl empfinden muss, da es nicht nur um das Leid eines einzigen Volkes, sondern das der gesamten Menschheit geht?

Aus dem gerade zitierten Text aus dem Bibelbuch Jesaja geht allerdings auch hervor, dass Gott nicht nur mitfühlender Beobachter des Geschehens ist. Es heißt in diesem Text ja auch, dass er "sie rettete" bzw. sie "zurückkaufte" und "emporhob". Das zeigt, dass Gott willens und auch fähig ist, Menschen aus Notlagen zu befreien. Warum aber geschieht das heute nicht mehr, mag jemand fragen? Könnte es sein, dass das ganze Ausmaß des Leides auf Erden seine Fähigkeit, Abhilfe zu schaffen, übersteigt? Nicht, wenn man das berücksichtigt, was in Jeremia, Kapitel 10, Vers 12, über ihn steht: "Er ist es, der die Erde durch seine Kraft gemacht hat, der das ertragfähige Land durch seine Weisheit fest gegründet und der durch seinen Verstand die Himmel ausgespannt hat." Wenn man bedenkt, wie viel Macht nötig war, um das riesige Universum, mit allem, was darin ist, zu erschaffen, müsste man dann nicht logischerweise auch erwarten, dass er seine Schöpfung im Griff hat?

Da Gott also mächtig genug ist, dem Leid mit einem Mal ein Ende zu bereiten, müsste man da nicht annehmen, dass er gute Gründe hat, warum er nicht schon längst eingegriffen hat? Die Bibel lässt uns darüber nicht im Ungewissen.

Um die Frage umfassend zu beantworten, muss man an den Anfang der Menschheitsgeschichte zurückgehen. Dazu wäre es wichtig, folgende Begebenheit nachzulesen, die sich damals zutrug. In 1. Mose 3, Vers 1 - 5 heißt es: "Die Schlange nun erwies sich als das vorsichtigste aller wildlebenden Tiere des Feldes, die Jehova Gott gemacht hatte. So begann sie zur Frau zu sprechen: „Sollte Gott wirklich gesagt haben: Ihr dürft nicht von jedem Baum des Gartens essen?“  Darauf sprach die Frau zur Schlange: „Von der Frucht der Bäume des Gartens dürfen wir essen. Aber von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist, hat Gott gesagt: ‚Ihr sollt nicht davon essen, nein, ihr sollt sie nicht anrühren, damit ihr nicht sterbt.‘ “  Darauf sprach die Schlange zur Frau: „Ihr werdet ganz bestimmt nicht sterben.  Denn Gott weiß, daß an demselben Tag, an dem ihr davon eßt, euch ganz bestimmt die Augen geöffnet werden, und ihr werdet ganz bestimmt sein wie Gott, erkennend Gut und Böse.“

Auch wenn heutzutage viele diesen Bericht belächeln, liegt doch gerade hier der Schlüssel zur Beantwortung der Ausgangsfrage. Dass bei dieser Begebenheit nicht eine buchstäbliche Schlange sprach, sondern in Wirklichkeit jemand anderes dahinter stand, zeigt ein Vergleich mit Offenbarung, Kapitel 12, Vers 9. Dieser Text verdeutlicht, dass sich Satan der Teufel im Garten Eden einer Schlange bediente, sie sich quasi zu einem Werkzeug machte.

Wenn wir die gerade zitierte Bibelstelle analysieren, fällt auf, dass der Teufel mit seiner Behauptung "ihr werdet ganz bestimmt nicht sterben" Gott der Lüge bezichtigte, denn Gott hatte ja zu Adam gesagt, auf seinen Ungehorsam stünde der Tod. Mit dieser Behauptung Satans war mehr verbunden, als es zunächst scheint. Da er Gott als Lügner abstempelte, behauptete er im Grunde, er wäre ehrlicher als Gott. So sagte er eigentlich sinngemäß zu Eva: Gott lügt euch an, aber ich sage euch die Wahrheit. Damit hatte er eine Streitfrage sittlicher Natur aufgeworfen. Gott entschied sich dafür, den Ankläger nicht sofort zu vernichten, da dadurch die erwähnte Streitfrage nicht mehr hätte geklärt werden können. Außerdem wusste er, dass es am besten war, Zeit vergehen zu lassen, damit die Wahrheit letztendlich ans Licht kommen würde.

Kehren wir noch einmal zum Ausgangstext aus 1. Mose 3:1-5 zurück. Was behauptete Satan, was noch passieren würde, wenn Eva von der verbotenen Frucht äße? Er sagte, Ihr würden "die Augen geöffnet werden" und sie würde "wie Gott" werden, "erkennend Gut und Böse". Damit unterstellte der Teufel Gott, er würde den Menschen etwas Gutes vorenthalten. Das war somit eine weitere, heftige Anschuldigung. Mit anderen Worten ließ Satan durchblicken, dass es Eva - und im weiteren Sinne allen Menschen - besser erginge, wenn sie ein Leben frei von göttlicher Bestimmung leben würden.

Damit diese Anklage widerlegt werden konnte, entschied sich Gott auch in diesem Fall dafür, Satan den entsprechenden Beweis erbringen zu lassen. Damit sind wir beim zentralen Punkt: Gott erlaubte Satan, eine gewisse Zeit lang über die Welt zu herrschen. Das erklärt, warum es heute und in all den Jahrhunderten zuvor, so viel Leid gegeben hat, denn tatsächlich beherrscht nicht Gott diese Welt, sondern Satan der Teufel. Das geht deutlich aus folgendem Bibeltext hervor: " Wir wissen, daß wir von Gott stammen, aber die ganze Welt liegt in der [Macht] dessen, der böse ist." (1. Johannes, Kapitel 5, Vers 19).

Gott wird jedoch das durch den Teufel verursachte Leid nicht für immer zulassen. Aus der Bibel geht deutlich hervor, dass der Tag sehr nahe herbeigekommen ist, zunächst den Hauptverursacher allen Leides aus dem Weg zu schaffen. In der Offenbarung heißt es darüber: "Und ich sah einen Engel aus dem Himmel herabkommen mit dem Schlüssel des Abgrunds und einer großen Kette in seiner Hand.  Und er ergriff den Drachen, die Urschlange, welche der Teufel und der Satan ist, und band ihn für tausend Jahre.  Und er schleuderte ihn in den Abgrund und verschloss [diesen] und versiegelte [ihn] über ihm" (Offenbarung 20:1-3). Hier wird in bildhafter Sprache beschrieben, was Gott schon vor langem beschlossen hat: das Ende des größten Feindes Gottes und der Menschen.

Die Bibel zeigt, dass Gott nicht nur den Teufel aus dem Weg räumen wird, sondern auch all jene, die sich zu einen Werkzeugen machen ließen (siehe z.B. Psalm 37:9-11, wo das Ende der Bösen beschrieben wird). Wenn das geschehen ist, wird ein völlig neues Zeitalter anbrechen, ohne irgendwelches Leid! Mit Blick auf diese Zeit heißt es im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung: "Dann hörte ich eine laute Stimme vom Thron her sagen: „Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen" (Offenbarung 21:3,4).

Diese herrliche Zeit schließt auch ein, dass die Menschen sowohl untereinander als auch mit Gott in völliger Harmonie leben werden. Die geschilderten Ereignisse werden sich nicht, wie viele glauben, im Himmel abspielen, sondern hier auf unserer wunderschönen Erde! Dann wird es kein zweites "Auschwitz" mehr geben und auch all das andere Leid in der Geschichte der Menschheit wird sich niemals wiederholen. Zu schön um wahr zu sein? Bestimmt nicht, denn die Bibel hat sich in ihren Vorhersagen stets als absolut zuverlässig erwiesen und somit werden auch die Prophezeiungen im Hinblick auf ein "neues Zeitalter" zu einhundert Prozent in Erfüllung gehen!

LG Philipp

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Kommentar von jurgensnuppy
19.01.2016, 07:38

Ein erstklassiger Kommentar den man unbedingt zu ende lesen sollte!

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Kommentar von 666Phoenix
19.01.2016, 09:39

die Bibel hat sich in ihren Vorhersagen stets als absolut zuverlässig erwiesen

Wow!

Aus 

http://www.bibelzitate.de/up.html

"Erfreulicher Weise hat sich die Bibel mit ... Prophezeiungen eines baldigen Weltuntergangs eindeutig geirrt! (Hätte die Bibel mit ihren Prophezeiungen eines baldigen Weltuntergangs Recht gehabt, dann hätten die letzten ca. 2000 Jahre Weltgeschichte gar nicht mehr stattfinden können.)"

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Sagen Dir die Seligpreisungen der Bergpredigt ( http://www.bibleserver.com/text/EU/Matthäus5,3-12 ) etwas oder das letzte Kapitel der Offenbarung des Johannes ( http://www.bibleserver.com/text/EU/Offenbarung22,11-12 )?

Die, welche aufgrund des Unrechts anderer benachteiligt oder gar getötet werden, können sich der Verheißungen der Seligpreisungen gewiss sein. Die jedoch, welche durch ihr Unheil anderen Leid zufügen erfahren in der Ewigkeit die gerechte Strafe dafür. Damit dieses Urteil in der Ewigkeit gerecht ist, greift Gott nicht ein, bzw. hat er nicht eingegriffen.

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Dein Deutsch ist super.

Elie Wiesel hat nach dem Holocaust gesagt, Ich habe nicht den Glauben an Gott verloren, sondern an die Menschheit. 

Obwohl ich kein religioeser Mensch bin, oder gerade deshalb, bringt es das meiner Meinung nach auf den Punkt.

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Da es keinen Gott gibt, kann er auch nirgendwo gewesen sein, wenn es einen gibt, ist er reichlich grausam und unmenschlich wenn er all diese (und viele weitere) Schreckenstaten zuließ und immer noch zulässt.

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Kommentar von SavasK
18.01.2016, 20:18

Es gibt Gott, 100%ig. Warum er schlimme Dinge zulässt ist einfach aus dem Grund, dass wir auf der Erde und nicht im Paradis leben.

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Die gleiche Frage wäre: Was hat Gott zu Hitler gesagt als er in den Himmel kam. Er glaubte ja er sei dort sicher was ich nicht für möglich halte, den Gottes Strafe ist gerecht!

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1. meiner Meinung nach gibt es keinen allgegenwärtigen Gott
2. denn wenn es einen gäbe hätte dieser es doch verhindert oder nicht????
3.) wenn es einen gibt und der es nicht verhindert hat aber es gekonnt hätte dann geb ich ihm einen sche*ss bevor er mir das nicht erklärt hat
LG
Anon

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Kommentar von SavasK
18.01.2016, 20:23

Warum sollte er das verhindern?

Wenn es nichts schlimmes auf der Erde geben würde, wäre ja diese Welt das Paradis. Das Leben ist nur ein Test für das ewige Leben. Jeder kriegt am Ende genau das was er verdient.

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Kommentar von Anonbrother
18.01.2016, 23:51

Right der Text gefällt mir 😂😂😂

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Frag die kroatischen Franziskaner,  was sie getan haben.  Frag die Ustascha ob sie in der Kirche War.  

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Kommentar von Zigi7darko
17.04.2016, 17:00

Was wolltest du damit sagen! Sie haben gemeinsam mit dem Hitler gehandelt. Du hast die Frage falsch verstanden, mein Junge! 

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Was meinst du mit Gott? Gott im Himmel ist wie der Name schon sagt im Himmel. Wenn du eine Kirche oder eine Kapelle meinst, sowas gab es da nich.
LG aus Deutschland.

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Kommentar von Anonbrother
18.01.2016, 19:22

Doch gab es... Die Kirche hat hitler unterstützt

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Kommentar von RandyLadholz
18.01.2016, 22:56

Hört endlich auf, die Kirche und Gott in einen Topf zu werfen. Eine Kirche besteht aus Menschen. Menschen sind nicht perfekt und machen viele Fehler. Wenn eine Kirche Hitler unterstützt, heisst das nicht, dass Gott das tut.

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Einerseits eine sehr kindliche Vorstellung, dass irgendein höheres Wesen bei Katastrophen eingreift, die das menschliche Vorstellungsvermögen übersteigen, andererseits natürlich eine absolute Ohnmacht gegenüber einem Verbrechen, das beispiellos in der Geschichte der Menschheit ist.

Sonst gibt Dir der Wikipedia-Artikel einen guten Überblick über die "Holocaust-Theologie", der es Dir ermöglicht, eine etwas genauere Frage zu stellen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust-Theologie


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Wo war der Gott in Auschwitz?

Nicht anwesend! Wie immer, wenn "seine" Schöpfung, die ja von "ihm" angeblich einen "freien Willen" erhalten hatte, Mist baut!

Ich empfehle mal eine Schrift zu diesem Thema von dem jüdischen Publizisten Hans Jonas:

"Der Gottesbegriff nach Auschwitz - Eine jüdische Stimme", Suhrkamp, deutsch 1987, ISBN 3-518-38016-8

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Dort wo er schon immer war, im Land der Fantasie.

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Kommentar von comhb3mpqy
18.01.2016, 20:06

ich glaube, dass es Gott wirklich gibt, dass Gott keine Fantasie ist. Wenn es dich interessiert, warum ich an Gott glaube kannst du mich einfach in den Kommentaren fragen oder mein Profil besuchen, da stehen Gründe, warum ich an Gott glaube.

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Kommentar von reisil95
18.01.2016, 22:04

das es gott gibt bin ich überzeugt! Es gibt auch krasse Beweise! Im roten Meer wurden Wagenräder gefunden (Pharao).
Die Bundeslade wurde auch gefunden!

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Kommentar von comhb3mpqy
19.01.2016, 08:45

der Vergleich passt nicht ganz so gut, es ist wesentlich einfacher ein Gebäude zu errichten als Wagenspuren auf dem Meeresboden zu hinterlassen. Sag mir doch mal, wie deiner Meinung nach die Wagenspuren dort hingelangt sein sollen.

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Kommentar von haubco
24.01.2016, 19:54

Ich glaube hier braucht jemand eine hilfreiche Antwort das ist keine.

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