Wo steht im Koran, dass die Frauen Kopftücher bzw. Burka tragen müssen

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7 Antworten

@Don Brush bei genau diesem Thema gibt es keinen Freiraum zur Auslegung. Im Original ist das wortwörtlich verständlich. Aaaber, da so ziemlich jeder einfach eine Übersetzung schreiben kann, übersetzen es einige nach ihrem Wunschdenken in eine andere Sprache. Deshalb bin ich im Allgemeinen sehr vorsichtig, was "Übersetzungen" (egal, ob ins Deutsche, Türkische, Englische etc.) betrifft und nehme nicht jede "Übersetzung" in die Hand.

Nach der Offenbarung der von mir oben zitierten Suren, bedeckten sich die Frauen daraufhin. Außerdem gibt es eine Überlieferung unseres Propheten Muhammed, die beschreibt, was zu sehen sein darf (Gesicht und Hände). Weder der Islam an sich, noch der Prophet hat die Absicht Frauen zu unterdrücken. Schließlich ist im Islam jeder Frau überlassen, ob sie diesem Gebot folgt oder nicht. Der Sinn liegt nicht darin, das Kopftuch zu tragen weil es Tradition ist, weil es die Eltern verlangen oder sonstwas. Wenn es eine Frau trägt, dann soll sie das aus eigener Überzeugung tun. Denn auch dabei zählt die Absicht.

Eine kleine Anmerkung noch: Die Offenbarung des Korans hat sich über 23 Jahre hingezogen. Die Bedeckung der Frau wurde etwa im 17. Jahr der 23Jahre offenbart. Verse bezüglich der Gottesdienste, wie das 5mal am Tag beten, wurden viel früher offenbart. Leider vergessen viele dies oder wissen es nicht und halten sich meist an äußeren Merkmalen auf. Ein Muslim zu werden oder ein Muslim zu sein, basiert auf einer fortwährenden Entwicklung, ähnlich wie eine Bewusstseinserweiterung. Es gibt z.B. Menschen, die sich erst später mit ihrem Glauben befassen, das Gebet erlernen, es vollrichten und sich nach einiger Zeit bedecken. Deshalb meine Stichworte "Entwicklung" und "Bewusstseinserweiterung". Die Verse zur Bedeckung wurden schließlich auch nicht im ersten Jahr offenbart, sondern wie bereits geschrieben, viel später.


Ich würde mir nur wünschen, dass man Menschen nicht an äußeren Merkmalen festmacht. Ich tue das ebenfalls nicht und habe gottlob einen weiten Horizont, so dass ich jedem (egal ob mit Kopftuch, Minirock oder Irokesen) die gleiche Chance gebe und mir meinen Eindruck erst nach erfolgten Gesprächen mache. Auch solche Erfahrungen können einen Menschen bereichern :-)

Zitat: "Aaaber, da so ziemlich jeder einfach eine Übersetzung schreiben kann, übersetzen es einige nach ihrem Wunschdenken in eine andere Sprache"
Dem muss ich aber widersprechen. Gerade beim Koran wird sehr darauf geachtet, dass nichts verfälscht wird. Übersetzungen werden mit grösster Sorgfalt ausgeführt und immer mehrfach von gläubigen Gelehrten geprüft. Zudem steht in den (mir bekannten) Übersetzungen immer auch das arabische Original nebendran. Natürlich lassen sich Fehler bei der Übersetzung nicht vermeiden, und es besteht immer die Gefahr der Auslegung, zumal das Arabische im Koran ja nicht ganz einfach geschrieben ist... Aber m.E. kann man hier keine Absichten unterstellen.
Und ganz wichtig: So wie du die Sure oben schreibst, so steht das im Original nicht! Darf ich fragen, woher du diesen Text hast? Leider habe ich im Moment keinen Koran hier, sonst könnte ich dir ganz genau sagen, wie das da steht.
Gruss

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Nirgendwo!!! Erstens ist die arabische Sprache eine sehr "blumige" Sprache, Fehler in der Übersetzung, bewusst oder unbewusst, schleichen sich ein. Zweitens wird der Kuran wie so oft absolut falsch verstanden. Vielen Menschen fehlt die Tiefe um den Kuran zu verstehen und deswegen macht sich da jeder so sein eigenes Bild davon. Oder noch einfacher man(n) übernimmt die Meinung eines anderen. Übrigens diente die Körperbedeckung zur Zeit des Propheten nur dazu damit die Frauen daran erkannt werden das Sie zum Islam gehören und so von den Nichtgläubigen in Ruhe gelassen werden.

Sure 24, Vers 31

"Und sprich zu den gläubigen Frauen, daß sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren und ihre zu schmückenden Stellen nicht zur Schau tragen sollen - bis auf das, was davon sichtbar sein darf, und daß sie ihre Schleier um ihre Kleidungsausschnitte schlagen und ihre zu schmückenden Stellen vor niemand (anderem) enthüllen sollen als vor ihren Gatten oder Vätern oder den Vätern ihrer Gatten oder ihren Söhnen oder den Söhnen ihrer Gatten oder ihren Brüdern oder den Söhnen ihrer Brüder oder Söhnen ihrer Schwestern oder ihren Frauen oder denen, die sie von Rechts wegen besitzen, oder solchen von ihren männlichen Dienern, die keinen Geschlechtstrieb mehr haben, und den Kindern, die der Blöße der Frauen keine Beachtung schenken. Und sie sollen ihre Füße nicht so (auf den Boden) stampfen, daß bekannt wird, was sie von ihren zu schmückenden Stellen verbergen. Und wendet euch allesamt reumütig Allah zu, o ihr Gläubigen, auf daß ihr erfolgreich sein möget"

Sure 33, Vers 59

"O Prophet! Sprich zu deinen Frauen und deinen Töchtern und zu den Frauen der Gläubigen, sie sollen ihre Übergewänder (Jilbab) reichlich über sich ziehen. So ist es am ehesten gewährleistet, daß sie (dann) erkannt und nicht belästigt werden. Und Allah ist Allverzeihend, Barmherzig"

Und sie sollen ihre Füße nicht so (auf den Boden) stampfen, daß bekannt wird, was sie von ihren zu schmückenden Stellen verbergen.

den teil versteh ich nicht

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@lulale

zum einen ist die Gangart damit gemeint. Es nützt ja nichts, wenn man sich bedeckt, aber dennoch lasziv umherläuft, so dass Hüfte usw. zur Geltung kommen.

Zum anderen ist mit Aufstampfen gemeint, dass man nicht unnötig Aufsehen erregt, indem man sich schon meterweit mit klackernden Stöckelschuhen hörbar macht.

Zu der Bedeckung gehört also auch ein besonnenes Verhalten in der Öffentlichkeit.

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Alles, was schön ist an der Frau, soll nicht öffentlich zur Schau gestellt werden. Die Haare gehören dazu. Das hat mir mal ein Bekannter erklärt, der Muslim ist. Den Text der Sure findet ihr oben. Dennoch ist es Auslegungssache für viele. Ich kenne Iranerinnen in Deutschland, die kein Kopftuch tragen. Und auch im Iran selbst wurde lange Zeit kein Kopftuch getragen. Die Kopftuchpflicht wurde erst vor relativ kurzer Zeit wieder eingeführt. Sehr zum Leidwesen vieler Frauen.

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