Wo stehen die Umfrageinstitute politisch?

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3 Antworten

Für die Institute ist es wichtig, möglichst genaue Vorhersagen zu treffen. Fehlurteile vor Wahlen sind, unabhängig von der beurteilten Partei, immer rufschädigend.

Das es keine erkennbaren Abhängigkeiten von Richtungen gibt, kann man hier deutlich nachvollziehen:

http://www.wahlumfragen.org/bundestagswahl/

Die erhobenen Rohdaten der Institute sind immer verfälscht. Weil eine zuverlässige Stichprobe nicht bezahlbar ist. Also hat jedes Institut geheime Rechenformeln, mit denen die erfragten Werte den tatsächlichen Verhältnissen angepasst werden. Was wiederum aus Erfahrungen aus der Vergangenheit beruht.

Herr Lucke hat ja mal ein Umfrageinstitut verklagen wollen, weil es angeblich bessere Rohdaten der Öffentlichkeit verschweigen wolle.

Das zeigt natürlich nur wieder, dass Herr Prof. Lucke keine Ahnung von empirischer Forschung hat. Natürlich werden die Rohdaten für die AfD nach oben umgerechnet. Sich zur AfD zu bekennen gilt als sozial nicht erwünscht. Also bekommt die AfD von den Instituten einen Zuschlag auf die erhobenen Daten.

Tatsächlich haben die Institute politische Richtungen. Dies betrifft aber eher die anderen Themen ihrer Umfragen.

Von Forsa ist ja bekannt, dass es als "Hausinstitut" der SPD gilt

Was nicht stimmt. Der Leiter des Forsa-Instituts, Manfred Güllner, ist zwar SPD-Mitglied. Er hat seine eigene Partei aber immer wieder kritisiert, dazu kommt noch, dass die SPD in den Umfragen von Forsa keine auffällig guten Werte erzielt. Auch bei anderen Parteien gibt es keine Auffälligkeiten.

Ansonsten: Auch die meisten anderen Institute haben keine bestimmte politische Position. Ausnahme: Das Institut für neue soziale Antworten, kurz INSA. Der Chef des Instituts, Hermann Binkert, war bis 2014 in der CDU, ist dann aber ausgetreten.

Seitdem hat er größere Mengen Geld von der AfD empfangen. Außerdem bewertet INSA die AfD teilweise auffällig besser, SPD und CDU auffällig schlechter als andere Institute. Z.B. die bisher zwei 19,5%-Umfragen für die SPD stammten beide von INSA.

Insofern kann man das INSA wohl als AfD-nah charakterisieren. Die anderen Institute haben kein Näheverhältnis zu einer bestimmten Partei. 

Kommentar von Philippus1990
22.04.2016, 17:46

Also wenn ein SPD-Mitglied ein Umfrageinstitut betreibt, ist das unproblematisch. Wenn aber ein ehemaliges CDU-Mitglied ein Umfrageinstitut betreibt, das die AfD höher als andere Einrichtungen taxiert und damit bei Wahlen bisher Recht behalten hat, spricht das für eine Nähe zur AfD? Irgendwie unlogisch. Güllner dürfte für seine Vorträge vor der SPD-Spitze im Übrigen auch "größere Mengen Geld" erhalten haben.

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Kommentar von vfboweh
23.04.2016, 06:59

Genau, die afd war sogar immer noch stärker als insa

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Sie sind nicht eindeutig politisch positioniert.

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