Wo sind die Lymphgefäße im Bein und was passiert, wenn eins durchgeschnitten wird?

5 Antworten

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Hej firstworld,

die Lymphgefäße verlaufen parallel zu den Venen überall im Körper. Die Lymphflüssigkeit bzw. Lymphe tritt bei einer Verletzung eher minimal aus.

Viel gravierender ist hierbei allerdings: Wenn Lymphgefäße 'gekappt' oder 'traumatisiert', sprich abgequetscht wurden, ist die Lymphe 'gezwungen' sich einen neuen Weg zu suchen um die Lymphe in die Lymphknoten abzutransportieren.. von wo aus sie über den sog. 'Milchbrustgang' in den Venenwinkel zum Herz geführt und von dort aus über den Körperkreislauf abtransportiert werden. Denn an der traumatisierten Stelle staut sich das Wasser im Gebiet der Verletzung oder starken Quetschung/ Abschnürung.

Hierzu setzt man die manuelle Lymphdrainage ein. Diese gewährleistet durch spezielle Schub-, Druck- und Massagetechniken direkt an der Hautoberfläche einen Abfluss des gestauten Lymphwassers in andere Abflussgebiete, die noch intakt sind. Dies ist vonnöten, um der Lymphe den 'Ausweg' zu zeigen und das Abtransportgebiet umzuleiten.

Je länger allerdings damit gewartet wird, desto mehr Wasser staut sich da, wo es nicht mehr weiter kann. Und die mit Lymphe gefüllte Delle kann wachsen. Bleibt Lymphdrainage weiterhin aus, wird das Bein immer dicker, da sich immer mehr Wasser ansammelt.. je nach Wassermenge ist das schon das 'schlimmstenfalls' passierende..

Wenn die betroffene Person nun zusätzlich auch noch bettlägerig ist und sich generell wenig bewegt, so kann die sog. Muskel-Venen-Pumpe, die Lymphgefäße und Venen im Normalfall ständig miteinander agieren lässt, nur sehr vermindert zum Einsatz kommen..Das heißt es findet zwischen den Gefäßwänden von Lymphgefäßen und Venen sehr verminderter Flüssigkeitsaustausch statt. Die Folge:

Das Lymphwasser lagert Eiweißpartikel ab und verhärtet die ansonsten bewegliche Wasserdelle (Fachbegriff: Ödem). Je eiweißhaltiger das Ödem wird, desto fester und härter wird es. Dies führt dann wiederum im schlimmsten Fall zu einer sog. Fibrose. Diese ist sehr schmerzhaft und selbst mit Lymphdrainage nur noch schwerlich und sehr, sehr langwierig zu beseitigen.

Soo harmlos ist eine Beschädigung von Lymphgefäßen also gar nicht. Sie wird von Chirurgen und diversen Ärzten nur verharmlost, damit diese sich geschickt aus der Affäre ziehen können, falls eine solche 'Traumatisierung' stattfindet. Sprich manche messen auch heute noch der Lymphdrainage wenig bis überhaupt keine Bedeutung bei.

Jut. Ich hoffe ich konnte dir damit helfen. Du siehst das ganze ist ein sehr komplexes und weitreichendes Thema. Schon erstaunlich, wie abstrakt und trotzdem perfekt der Körper arbeitet, wenn man ihn lässt ;)

Herzlichen Gruß,

die kikome

Danke für deine ausführliche Antwort!

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@firstworld

Dafür doch nicht, firstworld.. aber ich danke DiR für's Sternchen ;)

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Bei jedem, einigermaßen tiefen Schnitt in die Haut (Finger!) werden auch Lymphgefäße verletzt. Das ist nicht schlimm, das heilt wieder.

So wie auch bei stumpfen Traumen Lymphgefäße zerstört werden können, das merkt man gar nicht. Es gibt jede Menge Umleitungen, wie bei Blutgefäßen auch. Die Verletzung der Blutgefäße steht sichtbar immer im Vordergrund (Hämatom).

Die Flüssigkeit ist Lymphe sie fließt neben dem Blut sodass auch bei einem normalen Schnitt du so die "Leitung " Leitung beschädigst es aber nicht siehst/merkst weil die Flüssigkeit sich sofort mit dem Blut verbindet und wenn ein Lymphgefäß kaputt geht ist es in dem meisten Fällen nicht schlimm

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