Wo Pferd kaufen und welcher stall?

8 Antworten

Unsere Pferden kamen aus ganz unterschiedlichen "Quellen". Meinen DRP Wallach haben wir roh vom Züchter gekauft. Unseren Quarter haben wir von einer Einstellerin übernommen und unser Stütchen kam von einem privaten Verkäufer. Dementsprechend liefen natürlich auch die Käufe ein bisschen anders ab. Den Wallach haben wir uns in Ruhe angeschaut, das Fohlen ABC "getestet" und nach erfolgreicher AKU mit nach Hause genommen. Den Quarter übernahmen wir "einfach so", da wir ihn bereits seit Jahren kannten - mit allen seinen Zipperlein. Die Stute haben wir erstmal mehrmals probegeritten und nach einer großen AKU zu uns geholt.

Egal woher du dein Pferd kaufen möchtest, bestehe in JEDEM Fall auf einen schriftlichen Kaufvertrag und mach eine ordentliche AKU!

Grundsätzlich solltest du dir zum Pferdekauf immer jemanden mitnehmen, der Exterieur, Verhalten und Ausbildung des Pferdes gut beurteilen und dich beraten kann. Als Pferdekäufer hat man eben gerne die rosarote Brille auf und redet sich vieles schön. Ein Außenstehender kann da oft viel besser urteilen, ob das Pferd tatsächlich so toll ist wie es scheint.

Auch würde ich mich niemals gleich entscheiden. Schau das Pferd in Ruhe an, geh ruhig auch mehrmals zum probe reiten und entscheide erst wenn mal drüber geschlafen hast. Schau dir auch in jedem Fall mehrere Pferde an, damit du ein bisschen vergleichen kannst bei welchem du dich am wohlsten fühlst.

Bei der Wahl des Reitstalls kommt es darauf an was du möchtest - einen Stall mit Vollpension oder einen als Selbstversorger? Welche Ausstattung (Reithalle, Reitplatz, Springplatz, etc.) brauchst du? Dementsprechend kannst du dir eine Vorauswahl zusammenstellen. Die Ställe rufst du dann an und vereinbarst einen Besichtigungstermin. Dort solltest du darauf achten: 

- Ist alles sauber und aufgeräumt? Sind gefährliche Gegenstände wie Mistgabeln, Werkzeuge etc. außerhalb der Reichweite der Pferde gelagert?
- Ist der Stall luftig und hell? Riecht es nach Amoniak? Sind die Boxen sauber gemistet und ausreichend eingestreut? 
- Wie ist die Qualität des Futters? Ist das Heu in Ordnung, nicht feucht, schimmlig etc.? Lass dir ruhig auch die Futtertonnen für Hafer und Co. zeigen. 
- Wie lange dürfen die Pferde raus? Dürfen sie auch bei schlechtem Wetter raus oder müssen sie da drin bleiben? Wie groß sind die Ausläufe/Koppeln? Gibt es draußen Heu und Wasser? Ist es dort zumindest teilweise befestigt oder müssen die im Schlamm stehen?
- Welchen Eindruck hast du vom Stallbesitzer? Hast du das Gefühl dich auf ihn verlassen zu können wenn dein Pferd sich verletzt oder krank wird?
- Welchen Service bietet der Stall? z.B. eindecken/abdecken, Medikamente geben, Zusatzfutter geben, Koppelführservice etc. und um was müsstest du dich selbst kümmern.
- Welchen Eindruck hast du von der Stallgemeinschaft? Fühlst du dich wohl oder passt das Klientel vll. nicht zu dir?
- Gibt es Unterrichtsmöglichkeiten?

Auch dazu kannst du dir gern jemanden mitnehmen der dich beraten kann. Du kannst dir auch eine Art Checkliste anlegen und die Ställe entsprechend bewerten. Anschließend suchst du dir den aus, der am besten zu dir passt. 
 

Meine Stute vom eingetragenen Züchter, meinen Hengst aus einem Gestüt heraus (mit Papieren).

Hab lange gesucht, bis ich das gefunden habe, wonach ich gesucht habe und nicht jeder Züchter ist gleich gut/ hat andere Schwerpunkte. Meine Stute hab ich nach den Kriterien ausgesucht, die mir wichtig waren:

  • Wesensstärke 
  • Verlässlichkeit 
  • Bindungsfähig
  • soziale Verträglichkeit

Das alles hab ich wirklich suchen müssen und habe es bis heute niemals bereut. Auch, dass der Züchter mich ein paar Mal besucht hat weil er wissen wollte, wo sein Pferd hinkommt und dass er immer wieder nachgefragt hat, hat mir sehr gefallen. Man telefoniert hi und da mal, tauscht Gedanken aus oder beantwortet bei Unklarheiten auch gern mal eine Frage. Würde ich heute aus irgend einem Grund meine Stute hergeben müssen, ihm würde ich sie ohne mit der Wimper zu zucken verkaufen. 

Beim Hengst war das anders, er war ein reiner Mitleidskauf, frei nach dem Motto "wir schaffen das". Ein Traumapferd, weil falsch gehalten, nicht sozialisiert, nicht erzogen und nicht gelegt mit 5 Jahren damals.

Heute ist er zu 90% ein Verlasspferd und in 10% ist man verlassen ;-)). Ich hab wahnsinnig viel Zeit in ihn und mit ihm investiert, habe Berittstunden und Reitunterricht bis zum Umfallen genommen, aber er hat einfach einen Knacks weg für´s Leben. Heute arbeitet er konzentriert und fleißig mit, tagsdrauf ist alles vergessen. 

Es gibt also durchaus gravierende Unterschiede beim Pferdekauf, von daher wäre eine zweite, fachkundige Meinung anzuraten.

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Beim Stall ist es ähnlich: es ist nicht einfach den Stall zu finden, der maßgeschneidert passt. Von daher auch eine Liste machen was Priorität hat und mehrere Ställe aufsuchen, sich alles zeigen lassen, auch mit den Einstellern sprechen und nachfragen und ggf auch mal das Reitgelände anschauen, ob dir das überhaupt gefällt. Bei mir im Stall findet sich immer jemand, der mal ne Runde mit raus geht und was zu erzählen hat, von daher also keine Scheu.

Den einen interessiert eine Halle gar nicht, er legt mehr wert auf eine schöne Umgebung, der übernächste möchte gern einen ordentlichen Reitplatz mit Equipment zum Springen oder Gelassenheitstraining und der überübernächste möchte eine Halle, weil er eben nur bedingt Zeit hat und nicht vom Wetter abhängig sein will.

Zur Haltung, nun, hier scheiden sich die Geister. Bin klare Offenstallbefürworterin, hab ja selbst einen. Allerdings ist es auch wichtig, dass das Platzangebot für alle Pferde passt (0,5-1,0 ha pro Pferd ist artgerecht), denn auch hier bilden sich Grüppchen, es sind dominante und weniger dominante Tiere bunt zusammen gewürfelt und das kann für den ein oder anderen rangniedrigeren ein Problem werden, wenn´s der Betreiber nicht erkennt oder die Futterplätze einfach zu wenig sind. 

Man kann im Internet (quoka, Ebay Kleinanzeigen, stall-frei.de, E-horses oder) durchaus mal googeln, wer was anbietet und das dann auch besichtigen um sich vor Ort ein Bild von der Sachlage zu machen. 

Das Internet ist der Schlüssel, die Türe aufmachen also ansehen und abwägen muss man´s aber selbst ;-)

Ein Pferdekauf ist immer mit Risiken behaftet. Garantien für die Ehrehaftigkeit des Verkäufers gibt es nicht. Auch Privatverkäufer betreiben viel Schmu und lügen mitunter das Blaue vom Himmel herunter. Das Gleiche gilt für Händler - auch die haben diverse Tricks auf Lager ein Pferd besser aussehen zu lassen, es so auf den Punkt zu reiten, dass es easy zu händeln scheint. Und ein Züchter lebt ebenfalls davon, seine Zucht zu verkaufen und an den Mann zu bringen. Auch hier gibt es immer wieder welche, die froh sind, ihre Jungpferde loszuwerden, bevor sie sich "selber aufgefressen haben". Damit ist gemeint, dass ein Fohlen einen bestimmten Preis wert ist, aufgrund seiner Abstammung. Dann kommt die Grundausbildung dazu, die in der Regel durch einen Bereiter geleistet wird, der den Züchter auch Geld kostet. Ist ein Pferd zu lange beim Züchter, kostet es unter Umständen mit Decktaxe, Tierarzt, Schmied, Futter und Ausbildung mehr, als er dafür als Preis erzielen kann und dann kann die Ehrenhaftigkeit auch hier schon mal leiden....

Wann immer wir Pferde gesucht haben, haben wir das breit gestreut versucht und mit privaten Verkäufern die unglaublichsten Storys erlebt. 

Der Stallbesitzer und Trainer unserer Kinder war es am Ende meist, der in Frage kommende Pferde selektierte und Querverbindungen zu Pferdeverkäufern/ Pferdehändlern herstellte. Meist sind wir das erste Mal alleine gefahren und haben das Pferd ausprobiert und dabei gefilmt. Das Video, zusammen mi unseren persönlichen Eindrücken haben wir dann dem Trainer präsentiert und gemeinsam über einen zweiten Termin beraten oder beschlossen, dass es das nicht war. Zum zweiten Termin ist der Trainer dann in der Regel mit von der Partie gewesen. Und dann wurde nach der großen Ankaufuntersuchung entschieden ob oder ob nicht. Denn gesundheitliche Vorbelastungen sind für uns in der Regel Ausschlusskriterien. 

Generell bin ich kein Feind von Pferdehändlern, auch wenn einige diese als Verkäufer ihres zukünftigen Pferdes kategorisch ablehnen. Es kommt immer auf den Händler an, auf die Chemie, das Pferd an sich und auf die ganzen Begleitumstände. Wie gesagt - auch Privatverkäufer sind nicht immer Ehrenleute. Deshalb empfehle ich immer die Hilfe und Unterstützung eines versierten Pferdemenschen. Eines Trainers zum Beispiel, der den Reiter wirklich kennt und beurteilen kann, was dieser braucht und auch ein Auge für eventuelle Manipulationen am Pferd hat. Denn die Bandbreite dessen, was so mancher Verkäufer an miesen Tricks auf Lager hat, ist wirklich groß.

Kriterien für die Wahl eines Stalles sind für mich: Die gute Erreichbarkeit, denn wenn schon eine Stunde allein für die Anfahrt benötigt wird, geht so viel vom knappen Tagesbudget an Zeit verloren, dass es immer nur Lasten des Pferdes oder anderer Dinge gehen kann und im Notfall will ich ratzfatz vor Ort sein können. Das Vorhandensein guter und großer Weiden und Paddocks im Winter. Eine sehr gute Fütterung, kompetente Unterrichtsmöglichkeiten, ausreichend ganzjahres-bereitbare und beleuchtete Plätze, Minimum 20x40, noch besser 20x60 und mehr, eine Reithalle, wenn Boxen, dann ausreichend große 4x4 und größer und als Außenboxen, Führanlage, Solarium, Waschboxen, ein gutes Stallklima und das Ganze geführt von einem wirklich kompetenten Menschen, der für seine Einstaller ansprechbar ist und ein waches Auge auf Stall, Pferde und die ganze Anlage hat. Ach ja - und gepflegt muss alles sein und am Ende natürlich auch noch bezahlbar.

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Mein Pferd ist unreitbar und ich hätte einen rentnergerechteren Stall in Aussicht bei dem ich 2-4 Mal in der Woche abends den Stall mitmachen würde. Es wären max 4 Pferde zu versorgen.

Da ich bisher nie Selbstversorger war, bin ich natürlich nicht so sicher ob der Arbeitsaufwand von mir unterschätzt wird.

Wieviel Zeit braucht man bei 2 Boxen mit Stroh in etwa??

Sonst noch Ratschläge und Tips dazu?? Bin für alles dankbar :-)

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Hallo, ich reite und meine Eltern überlegen sich mir ein Pferd/Pony zu kaufen. Wir wohnen auf einem unbenutzten Bauernhof. Früher waren dort mal Pferde und Ponys, Kühe und Hühner. Für ein Pferd/Pony braucht man sicherlich einen Stall...aber was noch? Reichen für Koppeln auch eine große Wiese?

Danke schon im Voraus :-)

Eure Cynthi

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Hi :) ich möchte mir in den nächsten Jahren ein eigenes Pferd kaufen. Die finanziellen Mittel dazu habe ich. Seit knapp 4 Jahren habe ich eine Reitbeteiligung aber irgendwann sollte es dann doch ein eigenes Pferd sein. (Ich reite seitdem ich 7 Jahre alt bin)

Aber wie ein Pferdekauf abläuft und was man alles beachten muss das weis ich leider noch nicht. Ich war noch nie bei einem Pferdekauf dabei und würde mich gerne mal informieren wie das abläuft. Sucht man sich als erstes das Pferd oder erkundigt man sich nach einem freien Stall? Sagt man dem Stall schon zu auch wenn man noch kein Pferd gefunden hat? Wann holt man sich die Ausrüstung für das Pferd ? Ich wäre euch sehr dankbar wenn ich mir sagen könnten, wie ihr es gemacht habt und wie so der normale Ablauf ist :D

Vielen Dank und liebe Grüße MasoXD

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