Wo liegt die Grenze zwischen "relögiöse Gemeinschaft" und "Sekte"?

17 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Der Begriff "Sekte" war einst wertneutral und wird heute gerne als Schimpfwort für religiöse Minderheiten benutzt, was eigentlich eine subjektive Betrachtungsweise ist und dem Begriff nicht ganz gerecht wird.

Eine Sekte konnte ursprünglich vieles sein, heute versteht man hauptsächlich eine von einer Mutterreligion abgespaltene Glaubensausrichtung. Und das müssen nicht immer nur Minderheiten sein.

So haben die katholische und die evangelische Kirche von Anfang an heidnische Bräuche übernommen und somit das Christentum wie es ursprünglich war, verändert. Streng genommen ist die katholische Kirche also eine Abspaltung vom Urchristentum, während die evangelische Kirche eine Abspaltung der katholischen ist, weil sie immer noch eine Menge Dogmen und falsche Lehren übernommen haben. Das macht die größten Einrichtungen des Christentums zu Sekten - Streng genommen.

Soviel zum Thema Sekte.

Und wenn deine Freundin bereits 19 Jahre alt ist, muss sie wissen, was sie tut. Wenn sie bereit ist, dies alles auf sich zu nehmen, ist dies allein ihre Sache, auch wenn es dich befremdet. Die Frage sollte sich aber nicht darum drehen, ob dies eine Sekte ist, sondern wie sie sich auf deine Freundin auswirkt. Wenn du deiner Freundin helfen willst, da raus zu kommen, wirst du mit der Behauptung, sie sei in einer Sekte, genau das Gegenteil erreichen - sie wird sich unverstanden und angegriffen fühlen.

Sei also für deine Freundin da, wenn sie jemanden zum reden braucht, höre einfach zu und dräng sie nicht. Wenn sie am dem Freund hängt, wird sie jedes negative Wort wie eine Attacke empfinden. Alternativ kannst du versuchen über das Internet mehr über diese Alt-ägyptische Religion herauszufinden (wobei unerheblich ist, ob sie tatsächlich nach der Wortherkunft eine Sekte ist oder nicht, offensichtlich schadet sie ihr, da sie nach deiner Schilderung Frauen unterdrückt). Halte dich bereit, jederzeit helfend einzuspringen, sobald deine Freundin sich hilfesuchend an dich wendet.

Viel mehr wirst du jetzt nicht tun können.

Das ist eine Super-Antwort! Sie zeugt von großer menschlicher Reife. Ganz hervorragend, woher hast du deine Weisheit, das imponiert mir sehr. DH!

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Teetrinken macht offensichtlich gelassen und weise - DH earlGrey-Tee!

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umgangssprachlich ist es kein schimpfwort.

Im landläufigen Sprachgebrauch werden als Sekten oft religiöse Gruppen bezeichnet, die in irgendeiner Weise als gefährlich oder problematisch angesehen werden, oder die in orthodoxer theologischer Hinsicht als „Irrlehre“ angesehen werden.

heute versteht man hauptsächlich eine von einer Mutterreligion abgespaltene Glaubensausrichtung

das tust du aber "man" nicht

Das macht die größten Einrichtungen des Christentums zu Sekten - Streng genommen.

nicht streng genommen sondern nach alter definition

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@wickedsick01

Genau deswegen sagt Wikipedia in Bezug auf die Verwendung des Begriffes "Sekte" für den Staat folgendes:

Die Enquête-Kommission „Sogenannte Sekten und Psychogruppen“ verzichtete auf den Begriff Sekte mit folgender Begründung:

„Wie häufig der Begriff ‚Sekte‘ auch umgangssprachlich verwendet werden mag, ist er doch sachlich unzutreffend und irreführend. … Er kommt von lateinisch sequi, folgen, und ist die Übersetzung von griechisch hairesis, Wahl, Gefolgschaft. Mit ihm wurden in der Antike zunächst diejenigen bezeichnet, die einem bestimmten Philosophen in seinen Anschauungen folgten. In der Geschichte des Christentums wurden damit die Gruppen bezeichnet, die außerhalb der allgemeinen Kirche einem bestimmten Glaubensführer und für abweichend erklärten Glaubenslehren oder Praktiken anhingen. Im Mittelalter (vgl. z. B. die Konstitution Ad Deus des Kaisers Friedrich II. von 1220) wurde das ‚widerspenstige Anhängen‘ an eine ‚Sekte‘ in Acht getan und mit dem Tode bestraft (vergleiche z. B. die Bamberger Halsgerichtsordnung von 1507, Artikel 30). Dadurch wurde aus einem religiösen Abweichen ein kriminelles Delikt, wie der protestantische Theologe Paul Tillich schrieb: Wer gegen das kanonisierte Dogma verstößt, (ist) nicht nur ein Häretiker, der den Grundlehren der Kirche widerspricht, sondern auch ein Verbrecher gegen den Staat. … Mit der Erklärung der Religionsfreiheit in den europäischen Staaten wurden solche Auffassungen und Einrichtungen abgeschafft.

Das Grundgesetz kennt nur

        **Religionen**
        **Religionsgesellschaften**
        **Religionsgemeinschaften;**

staatsrechtlich gibt es in dieser Beziehung keinen Unterschied zwischen Kirche und anderen religiösen Organisationsformen. Da außerdem der Begriff der 'Sekte' kaum von allem ihm durch die kirchliche Verlästerung angehängtem Beigeschmack, wie Max Weber forderte, gelöst werden kann, ist er äußerst fragwürdig geworden.“

Somit folgt derjenige schlechten Vorbildern und einen schlechten Weg, der von "Sekten" spricht.

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@JensPeter

Genau deswegen sagt Wikipedia in Bezug auf die Verwendung des Begriffes "Sekte" für den Staat folgendes:

  1. sagt Wikipedia überhaupt nix sondern zitiert http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/13/109/1310950.pdf

  2. ist dies eine Empfehlung von Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages an den staat

  3. bin ich nicht der staat habe keine macht oder aufgaben wie der staat. ein staat muss sich in der öffenltichkeit anders präsentieren daher diese empfehlung.

  4. umgangssprachlich hat mit staat nix zu tun denn der Staat sagt auch nicht das ist "cool" oder "krass" oder oder oder.....

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Nachdem es eh schon viel Verwirrung bei den Begriffen gibt, mache ich auch noch einen Versuch:

Eine Sekte ist eine Abspaltung einer bestehenden Glaubensgemeinschaft. Die Mitglieder verfügen entweder über eigene Offenbarungen/Praktiken/Lehren oder sie folgen einer bestimmten Auslegung der Lehre der Muttergemeinschaft. Weil es hierbei i. d. R. zu Konflikten mit der eigentlichen Gemeinschaft kommt, trennt sich die Gruppe von ihr und bildet fortan eine eigene Gemeinschaft. So eine Bildung nennt man zunächst Sekte. (Scheint mir bei dem von Dir geschilderten Fall nicht so zu sein.) Beispiel: Das Christentum war in seinen Anfängen eine Sekte des Judentums.

Neureligiöse Gemeinschaften sind Gruppen, die sich um einen Führer oder Guru herum entwickeln, der einen eigenen religiösen Weg geht/entdeckt hat/postuliert. Beispiel: Wicca und das Neuheidentum mit seinen vielen Gruppen. Das, was Du beschreibst, scheint mir in dieses Schema hineinzupassen. Solche Gemeinschaften muten womöglich seltsam oder rückständig an, sind aber durchaus nicht destruktiv. Die Mitglieder sind i. d. R. nicht vollständig abhängig von ihren Lehrern oder Führern und entscheiden sich normalerweise freiwillig und mit klarem Verstand für eine solche Gruppe.

Das ist wiederum nicht oder kaum der Fall bei Psychogruppen. Beispiel: Scientology, Kinder Gottes. Es wird meist aggressiv missioniert, Mitglieder werden gewonnen, indem man Gutgläubigkeit, Ängste oder Labilität ausnützt. Die Gurus/Lehrer/Chefs solcher Gruppen haben gleichsam absolutistische Ansprüche an die Mitglieder, fordern den Einsatz der gesamten Zeit und des Geldes eines Mitgliedes. Kontakte zu Außenstehenden werden unterbunden außer zu Missionszwecken. Der Zusammenhalt der Gruppe wird oft durch Zwangsmaßnahmen, häufig durch Psychotechniken erzwungen. Es ist schwer, sich aus der Gruppe zu befreien.

Letzteres ist das, was viele Leute unter "Sekte" verstehen, also einen aggressiven und destruktiven Kult um einen Führer herum. Das ist natürlich falsch. In welche Rubrik die Gruppe gehört, von der Du geschrieben hast, kann ich nicht sagen, denn ich kenne ja die Verhältnisse nicht. Oft sind die Grenzen zwischen den Kategorien auch schwimmend und eine Einordnung ist dann nicht einfach - muß auch nicht sein. Hauptsache ist, ein Menschen, der eine solche, sehr spezielle, Praxis betreibt, fühlt sich wohl, ist gesund und bei Verstand. Eine ganz kurze Leitlinie war für mich bei der Beurteilung immer hilfreich: Gute Religion macht frei, schlechte Religion macht Sklaven. Beobachte selbst, was vorgeht und wie sich die Menschen entwickeln. Dann wirst Du sicher die richtigen Schlüsse ziehen. Gruß, q.

Ohne alles zu lesen. Du liegst in den Begrifflichkeiten falsch. Jede religiöse Gemeinschaft ist eine Sekte bzw. eine Sekte ist ein Teil einer religiösen Gemeinschaft z.B. ist Katholizismus eine Sekte im Christentum. Der negative Beiklang, den man dem Wort "Sekte" verliehen hat hängt mit der falschen Verwendung in der Presse. D.h. Sekte ist nichts negatives an sich.

@Aptem

Das stimmt nicht ! Du solltest keine Falschinformationen verbreiten .

  • Vom Usprung her ist eine Sekte eine Grupperiung, die einenen bestimmten Aspekt der Christlichen Lehre überbetont.

  • Umgangsprachlich bedeutet es das was ich oben geschrieben habe .

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@waldfrosch2

So viele Emotionen, aber kein Wissen

Also erstmal eine Definition für die Möchtegernwaldfrösche:

"Sekte (von lateinisch secta ‚Partei‘, ‚Lehre‘, ‚Schulrichtung‘) ist eine ursprünglich wertneutrale Bezeichnung für eine philosophische, religiöse oder politische Gruppierung, die sich durch ihre Lehre oder ihren Ritus von vorherrschenden Überzeugungen (siehe auch Mainstream) unterscheidet und oft im Konflikt mit ihnen steht. Insbesondere steht der Begriff für eine von einer Mutterreligion abgespaltene religiöse Gemeinschaft."

Das hat a. mit Christentum nichts zu tun; b. noch nicht mal mit Religion unbedingt ursprünglich.

Das nächste Mal wenn Du keine Ahnung hast, einfach mal, Du weisst schon was.

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@aptem

Hat trotzdem nichts mit meiner Frage zutun, ich frage danach ob DAS eine Sekte ist. Eine normale religiöse Gemeinschaft ist es ja nicht wenn man 2 Wochen lang in einer 2 Zimmer Wohnung mit 30 Leuten Meditiren, Yoga machen und Kampfsport machen soll ohne Strom etc.

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Wie könnte ich zbs eine Gemeinschaft ,eine Gruppierung gründen ?! Die Propheten ,Gesandten,Prediger sind ja früher ,wenn ich mich nicht irre ,einfach zum Marktplatz gegangen ,einfach dorthin wo die Meisten Leute waren ,und haben so gepredigt ,das sie Anhänger fanden ,heute würde sowas ja nicht gehen ,naja vielleicht im Nahen Osten aber nicht hier !

Und wie schaffen es leute soviel Macht über andere zu haben ?! In den Vereinigten Staaten gab es ja mal eine Sekte ,Frauen,Männer ;Kinder (ich kenne nicht die genau Zahl) aber sie sollen sich auf dem Befehl des Anführer hin Verbrand haben (Der Sekten-Führer auch)

Und wenn zbs der Anführer dieser Gemeinschaft richtig viel Geld hat und zbs Läden ,Firmen Kauft und seine Leute aus der Gemeinschaft dort einsetzt ,auch viele Läden eröffnet und sie leuten aus seiner Gemeinschaft zur Leitung gibt ,kann er doch innerhalb dieses Stades oder des STAATES richtig viel Macht bekommen ..oder irre ich mich ?! zbs die Freimaurer sind ja auch eine Gemeinschaft und sie sollen ja viel macht haben

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