Wo liegt die Grenze zwischen Beleidigung und Provokation?

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5 Antworten

Diese Grenze hängt einzig von demjenigen ab, an den die Worte gerichtet sind.

Von daher nicht wirklich einzuschätzen, weil jeder anders tickt, jeder andere Gedankenkonstrukte hegt, auf die er anspringt.

Wenn ich nun von dem Sprecher ausgehe, sieht es anders aus.

Da kommt es nämlich auf das Motiv an.

Spricht er aus seinem Ego heraus, will besser wissen, recht haben, kann er durchaus beleidigend sein.

Spricht er aus seinem Innersten, aus seinem Herzen, kann es wohl sehr provokativ sein, aber niemals mit dem Ziel, den anderen zu verletzen und zu beleidigen (was nicht heißt, dass es der andere nicht dennoch so empfindet).

Angel84 11.07.2011, 21:50

Dankeschön!

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veritas55 12.07.2011, 00:15

Naja, man kann doch zumindest versuchen, sich in die Lage oder den Gemütszustand des Anderen hineinzuversetzen und auch dann mal den Mund halten wenn´s aus dem Innern kommt wenn klar ist, dass der Andere sich dadurch gekränkt fühlt...!?

So muss man z.B. niemandem einen Mangel um die Ohren hauen an dem er/sie nichts ändern kann oder die Persönlichkeit an sich angreifen.

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Angel84 12.07.2011, 09:34
@veritas55

Wenn es wirklich aus deinem Innersten kommt, greifst du niemals an.

Ich bin ein echter Meister in Empathie und Diplomatismus, ein Meister darin, Worte zu vermeiden, die eventuell und vielleicht verletzen könnten... und das schon mein Leben lang.

Was ich daraus erkennen durfte, ist dies:

Ich verrate mich damit permanent selbst, mein Selbst. Ich verrate damit mein Inneres, meine Gefühle.

Und ich verweigere mich damit, dem anderen ein "Spiegel" zu sein, in dem er sich selbst erkennen kann.

Zu schweigen und das zurück zu halten, was aus mir heraus will, ist nichts weiter als ein egoistischer Akt, der meiner Angst anzuecken, der Angst, dass der andere sich abwendet, gerecht wird. Nichts weiter.

Wenn ich meine Erfahrungen betrachte, waren es sehr oft genau die Worte, die mich herausgefordert, provoziert haben, wo ich mich erst mal beleidigt gefühlt habe, die mir zu echter Selbsterkenntnis verhalfen, Worte, die ich Jahre später noch im Ohr habe. Ich bin denen, die den Mut hatten sie auszusprechen und eben nicht zurückzuhalten, sehr dankbar... wenn auch nicht sofort.

Ist es nicht genau diese Berechnung, die uns unauthentisch sein lässt und der Wahrhaftigkeit im Wege steht?!

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Weißt du, im Leben hat man es oft einfacher, wenn man sich immer neutral verhält und Gedachtes oftmals nicht ausspricht. Oder Gedachtest erstmal abmildet bevor man es ausspricht.

Ich versuch mir meine Bemerkungen oft zu klemmen, wenn ich denke, dass sie auf meine Mitmenschen zu provokant wirken.

Wann jemand sich beleidigt fühlt, kann man nicht sagen.
Aber jemand der überall jederzeit das sagt, was er gerade denkt oder meint, wird schnell unsympatisch in der Runde und nervt andere Leute nur. Niemand will immer deinen Senf hören. Manchmal ist es cleverer sein Sprachpotenzial nicht immer voll auszuschöpfen. Verstehst du? Am Angenehmsten sind immer die, die nich überall ihre Meinung kund tun.

Also immer einem Mittelding folgen. Keine radikalen Seiten vertreten, versuchen immer beide Seiten verstehen. Damit kommst du am Weitesten im Leben.

Beleidigungen zielen darauf ab, das gegenüber Herabzuwürdigen oder ihn als Menschen zweiter Klasse darzstellen. Provokationen tun dies nicht. ich kann eine flammende Rede halten die das Publikum provoziert bis sonstwohin - es aber nicht beleidigt.

Provokation ist Aufmerksamkeit erzeugen. Es ist (gibt) keine Beleidigung. Entweder eine Aussage ist trefflich. Dann ist es die Wahrheit. Trifft eine Aussage nicht zu, ist sie falsch. Ebenfalls keine Beleidigung. Verletzt glaubt sich nur der in seinem Eigenwelttraum verharrende.

Wenn du ihn provozierst sagst etwas wie "haha ist selbst diese simpele aufgabe zu komplex für dich" wenn du ihn beleidigst " du dummer idiot"

die grenze ist eigentlich fließend und jeder mensch fühlt sich unterschiedlich schnell beleidigt

user957 11.07.2011, 19:29

"Bist du zu blöd um diese Aufgabe zu lösen?" Wäre dies eine Beleidigung oder eine Provokation?

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