Wo liegt der Sinn von Liebe und Beziehung?

6 Antworten

Ich fand das auch immer sehr schade, zu wissen, dass die Liebe dann später in der Beziehung abflacht, die Magie und Romantik verfliegt usw...

Ich hatte zwei 4 jährige Beziehungen und auch hier konnte ich das "Phänomen" schon erkennen. Mein Meinung war:

"man muss aktiv an der Beziehung arbeiten. Man muss sich nach ein paar jahren mehr ins Zeug legen und viel energie und mühe investieren, damit die romantik usw erhalten bleibt"

Zb indem man am Feierabend zu sich selbst sagt: "ich würd jetzt zwar gern auf der Couch chillen und einfach nix machen, aber für meinen Schatz überleg ich mir ein nettes Abendprogramm"

Bis vor kurzem war ich der Meinung, dass es nur so funktionieren kann. Ansonsten lebt man nach einigen Jahren eben einfach nur noch zusammen, wie du sagst.

Dann hatte ich jedoch ein intensives und langes Gespräch mit einem Ehepaar aus meiner Familie. Die sind 30 Jahre verheiratet und wirken ständig glücklich zusammen. Geben sich küsschen wenn sie sich sehen mit Sätzen wie "hi mein Schatz! na wie wars heute?"

Oder tauschen nebenbei kleine Zärtlichkeiten aus, unternehmen viel, streiten nie, und haben eine super Ausstrahlung.

Ich hab dann konkret gefragt:

"ist das denn viel "arbeit" die ihr so in die Beziehung investieren müsst?, ich meine... ihr wirkt so frisch verliebt... und das nach all den Jahren! Wie geht das...?"

Und sie waren ganz verdutzt... "was meinst du mit viel arbeit?" Es ist eigentlich kaum arbeit. Ich denke wir harmonieren einfach super gut und dann braucht man sich da nicht anstregen oder einen inneren Schweinehund überwinden usw... Man ist einfach oft gleicher Meinung, hat gleiche Interessen, unternimmt dadruch viel gemeinsam und genießt das leben...Aber arbeit ist das auf keinen Fall!"

Seit dem Gespräch bin ich der Meinung, dass man durchaus auch einen Partner finden kann, mit dem es nie langweilig oder unromatisch wird. Je weniger man zusammenpasst, desto eher wird die Beziehung mit der Zeit abflachen. Diese eigentlich nicht wirklich passende Partnerschaft kann und wird in vielen Fällen dann aber trotzdem für viele Jahre aufrecht erhalten, aufgrund des "sunk Cost effects". Bereits investierte Zeit, Geld, Arbeit und evtl Kinder wollen nicht "verloren" gehen, daher macht man nicht einfach mal schnell Schluss bzw lässt sich scheiden. Nein, man arbeitet hart an der Beziehung und versucht es bis zum Ende zu schaffen. Die Romantik geht hier vermutlich verloren weil man sie kaum erzwingen kann. Wenn Anziehung und Leidenschaft verloren gehen, dann vielleicht weil sich mit der Zeit keine gemeinsamen Interessen, hobbys, Ziele, usw ergeben haben, wo man näher zusammenschweißen würde.

Und das, obwohl da draußen ziemlich sicher der/die perfekte Partner/in wartet. Aber wir sind zu bequem um nach dem perfektem Match zu suchen. Was ja nicht zwingend notwenig ist. Es lässt sich ja auch super mit einem "70% match" bis zur Pension und noch weiter leben. Aber bestimmt nicht ohne ein gewissen Maß an Arbeit zu investieren. Am Anfang sind wir doch alle verliebt. Auch wenn viele grundlegende Dinge vielleicht garnicht passen. Diese werden dank der rosaroten Brille gekonnt ausgeblendet. Wenn man dann mal draufkommt, dann ist es leider für viele zu spät. Sich zu trennen weil die Romantik fehlt scheint im Vergleich mit den "bereits investierten Kosten" nicht rational zu sein. Gescheige denn einfach. Wer trennt sich schon gerne. Ist doch viel einfacher in der "fast Perfekten" Beziehung zu bleiben. Da nimmt man fehlende Romantik oder faden Sex schonmal in Kauf. Denn: "es geht ja eh jedem so, oder ...?"

Egal wie man es macht... Und wenn man sich durch eine "50% Match" Beziehung durchkämpft... alles ist ok und richtig. Jeder entscheidet selbst. Aber ich bin der Meinung dass es den perfekt passenden Partner gibt, wo man auch nach vielen Jahren noch verliebt ist. Er/sie ist nur schwer zu finden. 10 Jahre in einer "schlechten" Beziehung sind 10 Jahre, in denen man nicht verfügbar war. Man war blockiert für die Chance auf die/den richtige/n.

lg!

Danke für die ausführliche Antwort! :)

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Du verwechselst Verliebtsein mit Liebe.

Das Verliebtsein ist das berühmte Kribbeln im Bauch. Der Beginn. Die sexuelle Anziehung ungemein groß.

Liebe aber wächst langsam. Wird im Idealfall mehr, je länger man zusammen ist. Klar muss man dann nicht immer in die Kiste. Die teilt man sich ja Jahrzehnte schon.

Ein Zusammenleben auf Jahre gründet sich auf Respekt, Achtung, Augenhöhe und eben auch auf Liebe. Natürlich kann ich nur von meiner Beziehung schreiben.

Wichtig im langen Zusammenleben ist eben auch nicht zu klammern. Freiraum zuzulassen. Und die Grenzen des anderen zu akzeptieren und respektieren.

Für uns haben wir den Wahlspruch:

ALLES KANN, NICHTS MUSS.

Das sagt eigentlich genug aus.

Auch das Infragestellen der Beziehung kann hilfreich sein. Und wenn es auch nur ein Gedankenspiel ist. Vor Freunden haben wir da ein Wortspiel:

wie lang sind wir jetzt eigentlich schon zusammen?

XX Jahre.

Und dann die Frage: und wie lang müssen wir noch?🤣.

Das mündet dann in der Erkenntnis: wir sind zusammen, weil wir es wollen. Nicht weil wir es müssen.

Liebe vergeht nicht so einfach. Liebe ist auch nicht von Anfang an da. Sie wird erarbeitet. Was man am Anfang hat ist Anziehung, Lust und Verlangen aber keine Liebe. Wenn beide Partner sich nicht für Selbstverständlich nehmen wird Liebe nur stärker mit der Zeit. Klar die Spannung ist raus - man wird nicht immer vom anderen überrascht etc. Aber man bleibt nicht aus gewohnheit zusammen (die die das tun gehen daran kaputt) sondern weil man die Beziehung immer gepflegt, genährt und geweitet hat.

Liebe und Verliebtsein sind zwei Paar Schuhe.

Was du beschreibst, ist erkaltete Liebe.

Auch nach vielen Jahren kann Liebe sehr stark sein. Man kennt den Anderen ganz genau. Man schätzt seine Zuverlässigkeit. Man ist ein Team, das alles teilt. Auch die Sexualität.

Die muss nicht immer prickelnd und neu sein Die darf sich auch vertraut und sicher anfühlen.

also ich bin jetzt 5 Tage verheiratet, also kann ich dazu langfristig keine Thesen aufstellen. jedoch ist es so das wir ständig an uns und unserer Beziehung arbeiten müssen. wir müssen uns zeit nehmen, zeit für die kleinen dinge. Unser alltag ist sehr stressig und man hat kaum zeit. Aber man muss sich diese zeit bewusst nehmen und seine Beziehung pflegen.

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