Wo landet eigentlich das Geld, was die EZB in den Markt pumpt?

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8 Antworten

Der Begriff "pumpt" ist zwar richtig, doch selbst bei einer Wasserpumpe ist es nicht uninteressant wo die Pumpe das Wasser ansaugt (was also leer gepumpt wird) und wo sie das Wasser hinpumpt (war statt dessen gefüllt wird). Eine Pumpe, die ein Becken leer macht und ein anderes füllt, könnte man auch Umverteiler nennen! Sowas weiß jeder Feuerwehrmann, der einen Keller leerpumpt um das Wasser auf die Straße oder in die Kanalisation zu leiten. Nur aus welchen Becken entnimmt die EZB das Wasser und in welche Becken wird es weitergeleitet? Bis jetzt hat die EZB einen Stau fauler Staatskredite leergepumpt und den Banken für die faulen Kredite, die niemand mehr haben wollte, frisches Geld gegeben. Die faulen Kredite verschwinden in den Kellern der EZB als wertloser Schund. Dagegen ist das frische Geld eine Erhöhung der Forderungen an die EZB-Gemeinschaft und dazu gehören die deutschen Steuerzahler (Ahnungslosigkeit schützt vor Haftung nicht!). Jetzt hatten die Banken genügend Geld entweder selbst zu spekulieren oder den Schuldenstaaten weitere Schuldenpapiere abzukaufen. Das wird aber bei den überschuldeten Staaten nicht genutzt, um Investitionen zu tätigen und Wirtschaft anzukurbeln sonder um alte Schulden zu bezahlen z.B. an die US-Hedgefonds. Wer genau hinschaut, entdeckt den Weg der Umverteilung!

Dann folgendes:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/08/12/iwf-warnt-ezb-vor-weiteren-zinssenkungen/

Jetzt kauft also die EZB nicht mehr nur Staatschulden auf sondern auch nicht mehr ganz so taufrische Schuldenpapiere der Großkonzerne! Denen werden also ihre Schulden über Wert abgekauft. Und nirgendwo ein Protest der Sozialisten zu hören! Dabei ist das eine massive Umverteilung. Der Steuerzahler und der Mittelstand haften (das sind die, die ihre Steuern noch mehrheitlich in Deutschland zahlen) - die Konzerne profitieren. Was wird leergepumpt: Z.B. die Zukunftsvorsorge der deutschen Normalos, weil alle Rücklagen - am meisten die Rentenrücklagen - leergepumpt werden. Aber wir sind ja alle stramm für ein einiges Europa. Dafür muss man halt zahlen. Auch wenn die einen profitieren und die anderen zahlen, es reicht doch zu behaupten, dass alle profitieren, und ahnungslos, wie die meisten sind, glauben sie diesen Spruch seit Jahren.

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Bei den Banken und deren Schattenbanken, den Hedgefonds.
Diese Liquidität hat keinerlei Bezug zur realen Wirtschaft.
Dieses Geld ist auch nicht dazu gedacht dem Otto-Normal Bürger sein klein Häuschen zu finanzieren.
Sie landet in Staatsanleihen, die Schuldverschreibungen des Staates.

Das ist genau das Problem der Finanz- und Schuldenkrise, dass deren Ursachen nicht beseitigt wurden.
Die Schulden hätten luquidiert gehört, eben gegen frisches Geld.
Genau das ist nicht geschehen.

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Das Geld landet auf den Konten der Banken.

Die Maßnahme die Anleihen aufzukaufen ist im Prinzip nichts anderes als eine Risikoverschiebund.

Staaten haben Staatsanleihen rausgegeben, die EZB kauft sie den Banken ab.

Was erreicht werden soll ist, die Banken mit Liquidität zu versorgen, damit Kredite an die Wirtschaft gegeben werden um die Konjunktur, insbesondere in Ländern wie Italien, Griechenland, Frankreich und Spanien anzukurbeln.

Genau das hat aber nicht geklappt. Die Unternehmen rufen nicht genug Kredite ab. Es wird nicht investiert. 

Die Liquidität wird geparkt.

Daher haben sich ja auch die Befürchtungen "mehr Geld im Umlauf = Inflationsgefahr" nicht bewahrheitet. Die Geldmenge hat sich erhöht, aber die Geldumlaufgeschwindigkeit vermindert, weil es einfach geparkt ist.

Man könnte eine Beispiel machen.

Wenn Draghi Schulleiter wäre und der Kiosk der Schule wenig Umsatz macht, die Eltern bittet das Taschengeld zu erhöhen, damit die Mehr Geld am Kiosk ausgeben können.

Aber die Kinder legen alle das Geld zurück um sich neue Smartphones kaufen zu können.

Das Geld wird in in Umlauf gebracht, aber sofort geparkt. Zweck verfehlt.

Die derzeitige Situation ist auch der Beweis, dass die Theoris der Monetaristen eben nicht immer passt.

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Kommentar von NewKemroy
13.08.2016, 14:19

Besteht die Gefahr, dass die Situation kippt? Also, wenn z.B. der Geld-Parkplatz übervoll ist und sich auf einmal, in kürzester Zeit in den Markt entleert?

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"In den Markt pumpen" ist eine wohlklingende Schlagzeile der Medien, den Sachverhalt trifft es allerdings kaum richtig.

Die EZB kauft am Sekundärmarkt Anleihen verschiedener Schuldner und stellt den Banken großzügig billige Kredite zur Verfügung.

Alles, selbst wenn die gekauften Anleihen originär von Nichtbanken stammen, landet auf den Konten der Geschäftsbanken, die für diese Geldflut, gegen die sie sich garnicht wehren können, auch noch Strafzinsen zahlen müssen.

Fakt ist :

- Niemand hat durch die Aktion mehr Geld, sondern maximal mehr Liqudität.

- Das Geld "fließt" auch nicht direkt in irgendwelche andere Märkte ( z.B. Aktienmärkte ) in dem Sinne, dass es dadurch absorbiert wird.

- Das geschaffene Zentralbankgeld ist kein Parken von Geld, das für Kredite gedacht wäre. Wenn ein Kunde einen Kredit aufnimmt, ändert sich die Summe der Zentralbankguthaben der Banken um keinen einzigen Cent, solange der Kredit nicht bar abgehoben wird und nicht wieder eingezahlt wird.

- Die Schaffung völlig aberwitziger und nicht benötigter Mengen an Zentralbankgeld wie sie im Moment stattfindet bringt überhaupt nichts, aber Draghi ist eben unantastbar. Wäre ich sein Chef, wäre er schon längst entlassen.

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Zurzeit landet was Geld hauptsächlich in den Bilanzen der Banken. Man muss ja zwischen zwei Maßnahmen unterscheiden

  1. Der Ankauf von öffentlichen Anleihen und anderen Aktiva (inzwischen auch Unternehmensanleihen) von mtl. 80 Mrd. EUR
  2. Die sogenannten Langfristigen Refinanierungsoperationen II, bei denen Banken Kredite zu Nullzinsen zur Verfügung gestellt werden

Den ersten Punkt nehmen Banken gerne in Anspruch, um zweifelhafte Anleihen an die EZB zu verkaufen. dadurch entsteht bei den Banken aber nicht mehr Geld. Die tauschen lediglich eine Bilanzposition gegen eine andere.

Der zweite Punkt wird kaum in Anspruch genommen. Zumindest deutsche Banken haben eh schon viel zu viel Geld auf kurzfristigen Konten liegen, das sie gegen Strafzinsen bei der EZB anlegen müssen, weil niemand Kredite abruft.

Zurzeit wird das Geld der EZB also nicht nachfragewirksam, sondern saniert lediglich die Bilanzen der Banken.

Damit wird die Inflation nicht wie eigentlich beabsichtigt ein wenig angeheizt. Das ist aber auch bei dem derzeitigen Verfall des Ölpreises schwer möglich.

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Kommentar von NewKemroy
13.08.2016, 14:30

Und wo wird das hinführen, wenn die Banken vor lauter Liquidität überquellen und trotzdem niemand Kredite aufnimmt?

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Das Geld existiert nicht ubter Papierform, resp nur ein ganz kleiner Teil davon. Es taucht als simple Zahl in der Bilanz der jeweiligen Länder auf von denen die Anleihen aufgekauft wurden. Unter dem Strich landet das Geld in der Staatskasse. Was die Staaten dann damit machen ist unterschiedlich.

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Kommentar von FrageSchlumpf
12.08.2016, 16:58

'schuldigung, aber das ist grottenfalsch.

Der Staat Bundesrepublik Deutschland hat durch die Aktionen der EZB nicht mehr Geld, also weniger Schulden, sondern durch Kaputtsparen des Herrn Schäuble.

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1. die ezb kauft staatsanleihen und unterstützt somit die Staaten selbst bei einer mittelfristigen Investition
2. Die ezb senkt den leitzins und ermöglicht es unseren banken, mehr Geld zu leihen, was die Investitionen und im Zuge dessen die Wirtschaft ankurbeln soll.

Mehr weiß ich von der Ezb-Strategie dieser Tage auch nicht. Theoretisch kann sich ein kleinerer Leitzins auf den Endverbraucher übertragen, der dann wieder mehr Geld zum ausgeben hat und die Wirtschaft ankurbelt, aber ob das so funzt, steht in den Sternen. 

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Kommentar von NewKemroy
12.08.2016, 00:51

Und wer hortet die Liquidität?

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Das Geld existiert nur auf Servern. Physisch ist nur ein Bruchteil im Umlauf. Also kann man nicht alles Geld was irgendwo als Daten gespeichert ist anheben, so viel gibt's nicht

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