Wo ist mein Heimat Land & was bin ich?

18 Antworten

Ich habe ähnliche Fragen schon öfters gehört und dieser Identitätskonflikt hält bei vielen ein Leben lang an. Derselbe Konflikt besteht teils in 3. oder 4. Generation von hier lebenden Menschen mit Migrationshintergrund.

Manche meinen sie haben eine eigene Identität dazwischen gefunden, Andere bekennen sich klar zu einer Seite - aber dennoch scheint bei vielen durch, dass es nicht so einfach ist und sich die Problematik auch nicht in allen Situationen damit lösen lässt. Der Identitätskonflikt bleibt bei vielen erhalten und kommt immer wieder mal hoch - je nachdem in welchen Umfeldern man sich bewegt und wie die Familie eingestellt ist. Für viele bleibt es immer auch eine Gratwanderung.

Von deutscher Seite werden manchmal andere Verhaltensweisen und Einstellungen erwünscht (z.B. in Schule, Beruf, Vereine, Freundes- und Bekanntenkreise) als von (Teilen) der Familie oder Menschen mit demselben Migrationshintergrund. Es ist schwer sich dann abzugrenzen oder sich zu entscheiden.

Noch anders geht es denjenigen, deren Eltern auch aus 2 verschiedenen Kulturen stammen, was es teilweise noch schwieriger macht, eine eigene Identität zu finden.

Leider habe ich keine wirkliche Lösung für diese Problematik, aber es scheint ein generelles Problem, das im Zuge der Globalisierung und multikulturellen Diversität in der Öffentlichkeit nicht wirklich diskutiert wird.

Als Idee hätte ich aber, mir wirklich integrierte Vorbilder anzusehen, d.h. z.B. Menschen mit Migrationshintergrund, die sich (mittlerweile) als selbstverständlichen Teil dieses Landes und dieser Kultur begreifen, somit auch den Werten.

Die unumstößliche Wahrheit ist ja, dass viele Menschen mit Migrationshintergrund (oder deren Eltern) deshalb in die westlichen Länder gekommen sind, weil man hier besser leben kann. Sie haben ihre Heimat nicht aus Spaß verlassen, wie man es z.B. bei einem Urlaub tut. Das man hier oft besser leben kann hat Gründe, die mit den westlichen Kulturen und Werten zu tun haben.

Ich vermute wenn man sich das wirklich bewusst macht und sich vielleicht mit den gut integrierten Vorbildern identifizieren kann, dann fällt es nicht mehr ganz so schwer, welche Kultur und Werte man eher zu schätzen weiß.

Mit diesem Denken kann man sich ggfs. auch klar gegen diejenigen im Bekanntenkreis abgrenzen, die noch viel Wert auf die eigene Kultur und Denkweisen legen - und man wird auch von den Menschen hier denke ich eher akzeptiert.

Denn was uns alle letztendlich verbindet in westlichen Ländern, wie z.B. Deutschland, ist ja, dass wir hier alle frei und gleichberechtigt leben können. Richtet man seinen Maßstab danach aus, dann kann man vielleicht immer noch nicht genau sagen, ob man nun Deutsch oder etwas anderes ist. Aber dieses Problem steht dann im Hintergrund, weil man eine Basis hat, nach der man überall seine Denk- und Lebensweise erklären kann - auch wenn das Anderen dann nicht gefällt. Denn diese Argumentation ist sehr einfach und für jeden sofort zu verstehen.

Du könntest dann z.B. sagen:

"Ich bin Deutsch-Türkin! Ich lebe in Deutschland weil es meiner Familie aufgrund der Bedingungen hier besser ging als in der Heimat. Diese Bedingungen haben mit den westlichen Werten zu tun. Freiheit, Gleichberechtigung, Toleranz. Deshalb möchte ich mich zu diesen Werten bekennen, da ich hier lieber und besser lebe als in meiner kulturellen Heimat. Genau deshalb bekenne ich mich als Deutsch-Türkin zu den westlichen Werten und der westlichen Lebensweise."

Mit diesen wenigen Worten würden Dich nicht nur die meisten Deutschen sofort akzeptieren, sondern sicherlich auch viele der Migranten, die hier ebenfalls gern leben und diese Ansicht schon teilen.

Vielleicht helfen Dir diese Gedanken etwas weiter bei der Findung Deiner eigenen kulturellen Identität - auch wenn es vielleicht nur ein erster Zwischenschritt ist.

Woher ich das weiß:Hobby – Ich lese gern.

Nun, lassen wir uns zunächst das Wort "Heimat" erklären. Wenn man es im Internet sucht, bekomm man folgende Antwort

Land, Landesteil oder Ort, in dem man [geboren und] aufgewachsen ist oder sich durch ständigen Aufenthalt zu Hause fühlt (oft als gefühlsbetonter Ausdruck enger Verbundenheit gegenüber einer bestimmten Gegend)

Du bist in Deutschland geboren und auch aufgewachsen, vermutlich steht auch in Deinem Ausweis, dass Du die deutsche Staatsangehörigkeit hast. Aus Deiner Frage geht es nicht 100% heraus, aber durchaus möglich, dass Du nie in der Türkei gelebt hast, Urlaub zählt da eher nicht dazu.

Darauf folgere ich dann schon, dass Deutschland Deine Heimat ist...

Wo fühlst du dich Zuhause?

Wo willst du deine Zukunft "erleben"?

Das bist du!

Meine Großeltern waren nach dem 2.Weltkrieg Vertriebene (Sudetendeutschland). Als ich so zwölf Jahre alt war faselte mein Großvater von meiner Heimat und Rückkehr etc. Ich schaute ihn mit großen Augen an und fragte ihn was das soll, meine Heimat ist hier und mit den dörflichen Strukturen seiner Heimat verbindet mich absolut nichts! Danach sprach ich mit meiner Mutter über dieses Thema, auch sie bestätigte mir das sie mit ihrer alten Heimat nichts! mehr verbindet und hier jetzt ihre Heimat ist.....

Heimat ist da, wo mal lebt und wo Familie und Freunde sind.

"Politisch" ist Heimat das Land, von dem Du einen Ausweis hast, also meist das in dem man geboren ist.

Demnach bist Du Deutsche mit Herkunft Türkei.

Ich denke, dass nichtmal ihre Herkunft die Türkei ist, lediglich ihre Vorfahren kamen von da. Meine Herkunft müsste sonst aufgrund meiner Großeltern irgendeine ungarisch-deutsche sein, obwohl ich mit beiden Ländern nichts zu tun habe.

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@Jack98765

Okay..."mit türkischen Vorfahren" - oder Migrationshintergrund?

Was aber fürs Heimatgefühl völlig unwichtig ist.

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Ich bin in Deutschland geboren & aufgewachsen

Du hast die Frage bereits selbst beantwortet.

Bin ich Deutsche oder Türkin?

Welche Staatangehörigkeit hast du?

Sie fragt jedoch nicht nach Staatsangehörigkeit sondern nach "Heimat"....

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@Ursusmaritimus

Falsch. Das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht kennt keinerlei "Nationalität". Ob sie Deutsche oder Türkin oder beides ist, hängt ab von ihrer Staatsangehörigkeit.

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@Atzeg

Mittlerweile wird Nationalität als Synonym für Staatsangehörigkeit verwendet.

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@Atzeg

Diese Einschränkung kann ich stehenlassen, aber trotzdem verbleibe ich mit meiner Aussage das es nicht um ein Dokument sondern um ihre Wahrnehmung geht.

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@Ursusmaritimus

Jetzt kommt die entscheindende Frage, wenn man nie in der Türkei gewohnt hat, kann das dann die Heimat sein? ;-)

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@schwarzwaldkarl

Wenn ich jetzt im Urlaub, zu Besuch, in den Ferien, immer in meinen Gedanken und Gefühlen in der Türkei war, kann das dann die Heimat sein?

Die Grenze können nicht wir ziehen, das muss der Fragesteller tun.....

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@PatrickLassan

Das wurde es staatsbürgerrechtlich in der Bundesrepublik noch nie, also auch jetzt nicht. Wie kommst du darauf? Ich selber kenne die Unterscheidung aus sowjetischen Zeiten. In der UdSSR wurde zwischen der sowjetischen Staatsangehörigkeit und der russischen, deutschen, jüdischen, etc. Nationalität unterschieden. Diesen Unterschied machen heutzutage in Deutschland z.B. auch Neonazis.

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@Ursusmaritimus

Bezogen auf "Heimat" kann ich das auch noch irgendwie nachvollziehen. Aber die Staatsangehörigkeit ist ja ein objektives Merkmal. Entweder hat sie nur die deutsche, nur die türkische oder tatsächlich beide.

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