Wo ist die Nahtstelle zwischen Juden und Nichtjuden?

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5 Antworten

Hans Globke war Oberregierungsrat in der Abteilung I des Ministeriums, die sich unter anderem mit "allgemeinen Rassenfragen, Judenfragen, Blutschutzgesetz, Abstammungsnachweis" befasste. Stuckart und Globke waren nicht an der Ausformulierung der Nürnberger Gesetze beteiligt gewesen, aber sie verantworteten gemeinsam den maßgeblichen Kommentar, über den der Blutrichter Roland Freisler schrieb, er dürfe "in keiner Handbücherei eines Rechtswahrers fehlen."

Hans Globke (...) machte sich mit der ganzen Gründlichkeit, zu der ein deutscher Beamter fähig sein konnte, daran, das Gesetzeswerk mit Leben zu füllen. Zunächst ging es um die Frage, wer von dem neuen Gesetz überhaupt betroffen war. Es wurde unterschieden zwischen "Voll"-, Halb"- und "Vierteljuden", mit jeweils unterschiedlichen Folgen für die Ehefähigkeit. Globke ging noch weiter und erfand den "Achteljuden": "Der Dreiachteljude, der einen volljüdischen und einen halbjüdischen Großelternteil besitzt, gilt als Mischling mit einem volljüdischen Großelternteil, der Fünfachteljude mit zwei volljüdischen und einem halbjüdischen Großelternteil als Mischling mit zwei volljüdischen Großeltern." Globke stellte auch zu der eher theoretischen Frage der Konvertiten präzise Überlegungen an: "Ein zum Judentum übergetretener Deutschblütiger ist für seine eigene Einordnung nach wie vor als deutschblütig anzusehen, lediglich für die arische Einordnung der Enkel gilt er als Volljude."

http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/14821/globkes_kommentare.html

Jurist des Grauens ... Die haben doch einen an der Waffel. Hatten, glücklicherweise.

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Kommentar von zetra
13.10.2011, 20:40

Dieses ernste Thema wird gemieden wie die Pest, du hast es fast umfassend präsentiert, somit zolle ich dir ein Lob. Mein Anliegen habe ich ja schon dargelegt, die Einseitigkeit dieser Plattform macht mir zu schaffen. Geht es Richtung Osten, wird Vollgas gegeben. Ist die Kirche dran, verniedlicht man die Untaten bis auf 5%. Dominierende User hauen auf die Tasten, wenn es sein muss 427 mal, nehmen aber keinen Deut ihrer Fehlmeldungen zurück. Sich darauf berufen, GZ hat ja den Bericht stehen gelassen, finde ich mindestens verdächtig. Diese Frage war deswegen nötig, um den Rechtsstaat einmal zu zeigen, dass er auch nicht "Ohne" war.

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Hallo, zetra. Die Nahtstelle ist, dass es nix mit Genetik sondern mit Glauben zu tun hat, ob man Jude ist oder nicht. Allerdings kann dieser Glaube von der Mutter auf das Kind vererbt werden, ist das dann einfach ein Jude nach dem mosaischen Glauben. Was A.H. und Konsorten draus machten. Die meinten, dass es ein jüdisches Volk gibt, das seine typischen Eigenschaften vererbt. Und so war man eben als Mensch eben gebranntmarkt, ging es allerdings erst ab 1/4 Jude los, dass man Repressalien erlitt. Halbjude war man, wenn ein Elternteil Jude war und 1/4 wenn einer der Großeltern mütterlicher- oder väterlicherseits Jude war. Das dürfte deine gefragte Nahtstelle sein, lG.

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Kommentar von zetra
10.10.2011, 17:55

Nun, dein Antwort lässt ja den 1/8 Juden aus. Mir geht es darum, wie viele Leute waren unter den letzten Passus, es muss doch deutlich werden welches Leid alleine an dieser Zahl auszumachen ist.

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Hallo Zetra, diese Einteilung in 1/8 Juden oder sonst welche Aufteilungen gab es nur bei AH (Schickelgruber), das kann doch kein Mensch ein 1/2 Jude oder Christ oder Moslem sein. Das war nur die irrwitzige Aufteilung zwischen 1933 und 1945. Den 'Glauben kann man entweder haben oder nicht. Ob es erfasst ist, weiß ich nicht, aber sicherlich hat man in dieser schlimmen Zeit solche Dinge aufgeschrieben. Denn sonst wüßte man ja nicht, wer verfolgt wurde und wer nicht. Warst Du als Christ mit einer Jüdin verheiratet, war das schlimm, entweder Du läßt Dich scheiden oder Du wirst mit verfolgt. Das ist viel zu umfassend, das hier alles aufzuschreiben. Es gibt genügend Literatur über diese ganzen Themen aus dieser Zeit. Geh in die nächste Bibliothek. Da findest Du vielleicht genaue Zahlen. Gruß Roony Gruß Roony

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Kommentar von zetra
11.10.2011, 19:16

So einfach ist das aber nicht. Diese Einteilung hat über Leben oder Tod entschieden, da ich keine Statistik darüber finde, mache ich mir meine eigene Meinung darüber. Wenn jeder 100 1(8 Jude war, sind das rein rechnerisch 60 Tsd. von 6 Millionen. Darin liegt die Tragik, denn diese Zahl ist schon gewaltig. Der Erfinder G. war ja nach dem Krieg in Adenauer sein Kabinett, hier lebte er hoch dotiert, und wurde außerdem vor berechtigte Anfeindungen geschützt. Kein User regte sich darüber auf, was sind schon ca. 60 Tsd. tote Juden. Aber der 17. Juni wurde hoch gepuscht, vollkommen verdreht und unwahr wiedergegeben. Wenige User stellten die Wahrheit her. Mein Anliegen sollte hauptsächlich die Einseitigkeit mancher sehr aktiven User beleuchten, denn es kann doch nicht sein, das diese Leute hier das "Sagen" haben, Einwände mit Beleidigungen geahndet werden.

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Kommentar von Radigost
12.10.2011, 22:18

Das ist Schwachsinn. Die Juden sind nicht nur eine religiöse, sondern auch eine ETHNORELIGIÖSE Gruppe. Also Volk und Glaubensgemeinschaft zugleich. Wenn man streng ist, dann ist man für die Juden erst ein Jude, wenn man eine jüdische Mutter hat.

Und nein, wenn man mit einer Jüdin verheiratet war, dann war das nicht so schlimm, wie du meinst, für den nichtjüdischen Ehepartner,. Eine Zeitzeugin sprach davon, dass sie zwar von den Nationalsozialisten gebeten wurde zu rekonvertieren (nur ihr Mann war ethnoreligiös gesehen Jude), aber sie tat es nicht und gut wars.

Außerdem wurden Juden, die in der Militärindustrie tätig waren verschont. Das wissen viele nicht..

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In jad vashem in jerusalem gibt es ein umfangreiches Arhiv. Schreib doch mal hin. roony

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Weil ab 1/8 nicht mehr das Blut der edlen Deutschen Rasse in dir fließt. Ist doch ganz klar.

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Kommentar von zetra
10.10.2011, 17:38

Gibt es Listen, die von den 6 Millionen ermordeten Juden, diese 1/8 Juden darunter benennen?

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