Wo ist der Unterschied zur heutigen Kirchensteuer und zum damaligen Sünden-Vergebungs-Geld?

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6 Antworten

Hallo kolui,

das einzig Richtige an deiner Frage ist eigentlich, dass es einen Unterschied gibt.

Zu deiner Information:

Man musste noch nie Geld bezahlen, um Sünden vergeben zu bekommen. Du denkst da höchstens an die Gelder, die man für einen Ablass bezahlte. Das ist etwas ganz anders - auf jeden Fall keine Sündenvergebung. Du kannst ja mal unter dem Begriff Ablass googeln. Einen Ablass konnte man überhaupt nur bekommen, wenn man bereits vorher gebeichtet und die Sündenvergebung (ohne Geld!!!) bekommen hatte.

Das war auch nicht der Grund für die Kirchenspaltung. Auch wenn sich Luther mit dem Missbrauch des Ablasses auseinandergesetzt hat, Grund für die Kirchenspaltung war eher das Kirchenverständnis und vor allem die Rechtfertigungslehre.

Die Kirchensteuer ist entstanden durch den Reichsdeputationshauptschluss 1806, nach dem der Staat für die Enteignung des Kirchenbesitzes unter Napoleon eine Entschädigung zahlen und für Kosten der Kirche, und zwar nur in Deutschland, aufkommen muss. Und die Kirchensteuer kassiert das staatliche Finanzamt und nicht die Kirche. Das hat mit Ablassgeld überhaupt nichts zu tun.

Du kannst austreten (kostet 30 Silberlinge!) und auch wieder eintreten. Du musst dir nur überlegen, ob du dich dann mit deiner Motivation noch im Spiegel ansehen kannst.

PatrickLassan 10.07.2016, 15:15

die Kirchensteuer kassiert das staatliche Finanzamt und nicht die Kirche.

Das Kirchensteueraufkommen wird aber an die kirchensteuerhebeberechtigten Kirchen weitergeleitet, die Bundesländer behalten nur einen gewissen Prozentsatz für den Verwaltungsaufwand ein.

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Also die Ablassbriefe von damals waren ja echt eine ganz üble Verarsche der armen ungebildeten Gläubigen, die nicht wussten, dass Gott aus Gnade vergibt und nicht für Geld.  

Die heutige Kirchensteuer ist eine Art "Mitgliedsbeitrag", der es der Kirche ermöglicht ihre unterschiedlichen Aufgabenbereiche zu finanzieren. 

Ich kenne niemanden, der meint, dass er wegen des Zahlens von Kirchensteuer in den Himmel kommt! Bzw. die Sünden vergeben bekommt!

Das ist der Unterschied.

Klar kannst du austreten, darfst dann aber nicht plötzlich sterben, denn du musst ja vorher wieder eintreten- oder ohne Segen beerdigt werden!

Die Kirchensteuer ist sowas Ähnliches wie ein Mitgliedsbeitrag, die Zahlung befreit Dich nicht von Deinen Sünden.

Mit dem Ablass konnte man sich von seinen Sünden befreien.

Herb3472 10.07.2016, 15:35

Aus der Kirche auszutreten, um sich die Kirchensteuer zu ersparen, und im Rentenalter wieder einzutreten, um in geweihter Erde bestattet zu werden, ist eine ziemliche Schnapsidee.

Religiösen Glauben kann man nicht an- und ausziehen wie ein Kleidungsstück.

Wenn man glaubt, zahlt man auch gerne und freiwillig Kirchensteuer.

Wenn man nicht glaubt, ist die Kirchensteuer  hinausgeschmissenes Geld. Dann tritt man eben aus.

Den religiösen Glauben als Mittel zum Zweck zu betrachten, um in geweihter Erde bestattet zu werden und in den Himmel zu kommen, ist billiger Optimismus, und hat mit wahrem Glauben nichts zu tun.

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Bei jedem Taubenzüchterverein zahlst Du Mitgliedsbeitrag. Warum stört Dich das bei der Kirche?

kolui 28.06.2016, 21:37

Wird der Beitrag vom Taubenzüchterverein prozentual vom Gehalt abgezogen ?

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Herb3472 28.06.2016, 22:11

Du hast ja jederzeit die Möglichkeit, aus der Kirche auszutreten, wenn Dir was an diesem Verein nicht passt. Ich bin schon vor einigen Jahrzehnten ausgetreten, aber nicht wegen der Kirchensteuer, sondern aus ideologischen Gründen. Ob ein Priester Deine Grabrede hält und Du in geweihter Erde bestattet wirst oder nicht, kann Dir ja eigentlich relativ wurscht sein.

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kolui 28.06.2016, 23:40
@Herb3472

Das ist nicht die Frage. Wenn aber die ganze Familie am selben Friedhof liegt macht das schon was aus

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Herb3472 28.06.2016, 23:47

@kolui: naja, jeder nach seiner Fasson. Ich lass' mich verbrennen, und wo dann meine Urne abgestellt oder beigesetzt wird, ist mir eigentlich egal, denn ich bekomme davon ja sowieso nichts mehr mit. Außerdem hält sich mein Familiensinn in sehr bescheidenen Grenzen, und meine Eltern und mein Bruder sind mehrere hundert Kilometer von mir entfernt bestattet.

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Herb3472 28.06.2016, 23:50

@kolui: nur dafür, dass man am selben Friedhof wie die Familie bestattet wird, jahre- und jahrzehntelang Kirchensteuer zu zahlen, halte ich nicht für sehr ökonomisch.

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kolui 29.06.2016, 01:31
@Herb3472

Ich wohne 230km von meiner Familie entfernt.. aber bestattet werden sollte man schon zsm

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Herb3472 29.06.2016, 01:49

@kolui: wie willst Du das anstellen, wenn die jeweiligen Lebenspartner den Ort der Beisetzung bestimmen? Und würdest Du z.B. Ehepartner trennen wollen - nicht gemeinsamea Grab, sondern jeden bei seiner Herkunftsfamilie bestatten?

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capi89 29.06.2016, 02:01

Der Bestattungsort hat übrigens überhaupt nichts mit einer Kirchenmitgliedschaft zu tun. Friedhöfe sind meistens Sache der Kommunen und haben organisatorisch nichts mit den Kirchen zu tun.

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Herb3472 29.06.2016, 02:08

@capi: naja, in kleineren dörflichen Gemeinden wie bei uns hier ist der Friedhof schon an die Kirche angeschlossen. Kommunale Friedhöfe gibt es oft nur in größeren Gemeinden. Ist aber auch kein zwingender Grund, um Kirchensteuer zu zahlen, wenn man nicht will.

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kolui 29.06.2016, 22:43
@Herb3472

Ich komme aus der Großstadt und hier hat der Bestattungsort sehr wohl was mit der Kirchenmitgliedschaft etwas zu tun. De fakto erzählst du nur stuss..

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Herb3472 29.06.2016, 23:17

@kolui: warum wirst Du beleidigend? Deswegen, weil bei Euch der Bestattungsort mit der Kirchenmitgliedschaft was zu tun hat, heißt das ja nicht, dass das überall so ist. In den Großstädten, die ich kenne, gibt es kommunale Friedhöfe, die von der Stadt betrieben und verwaltet werden, und wo die Konfession keine Rolle spielt. Also wer hier Stuss erzählt, bist Du, nicht ich!

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Das ist keine Frage, sondern eine Meinung, eine Antwort ist also nicht nötig.

kolui 29.06.2016, 01:29

Kennst du den Unterschied zwischen Fragen und Meinungen nicht?

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