Wo hört Glauben auf und fängt Irrglauben an?

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11 Antworten

Glauben bedeutet "Dinge behaupten zu Wissen die man nicht wissen kann" oder im schlimmsten Fall "An Standpunkten entgegen aller Fakten trotzdem fest zu halten".

Glaube ist also - wenn man nicht einfach Glück hat - fast immer Irrglaube. Denn richtig liegt man durch annehmen irgend welcher Dinge ohne sie zu überprüfen und dran fest halten am Standpunkt auch wenn die Fakten auf was anderes deuten selten.

Wissen statt Glauben!

Wir sind ganz klar Wissenschaftsgläubig geworden. Wenn jemand die Nachrichten mitverfolgt, gibt es sicher jede Woche eine Mitteilung, wo ein Forschungs-Team in der Uni XY festgestellt hat, dass die Wissenschafter der Uni Z vor einige Zeit furchtbar falsch lagen. Der Wissenschafter T. stellt fest, dass es beim Versuch O. zu wenig Probanden gab. Ein anderer zweifelt eine Studie an, weil die Firma R. dahinter steht und präsentiert eine eigene Hypothese usw.  

Wenn dann jedoch eine Frau kommt und mitteilt, ich habe nach zahlreichen Gebeten Kinder bekommen, auch wenn die Arzte gehaupteten, dass ich keine bekomme, dass ist das Glaube oder Irrglaube. Weshalb gilt da der wissenschaftliche Befund der Unfruchtbarkeit nicht? 

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@Bodesurry

Wenn jemand die Nachrichten mitverfolgt, gibt es sicher jede Woche eine Mitteilung, wo ein Forschungs-Team in der Uni XY festgestellt hat, dass die Wissenschafter der Uni Z vor einige Zeit furchtbar falsch lagen.

Das ist der gegenpol zu Meldungen die aus der Wirkung eines Einzelbestandteils von Kakao auf das Gewicht von Mäuse im 2 Wöchigen Tierversuch enthusiastisch ableiten "Schokolade macht schlank". Das haben die Wissenschaftler nie so gesagt und eine einzelen Explorative Studie ist noch ein gefestigtes Wissen. Aber was soll man machen, den Journalisten ist langweilig und die Leute lesen es nicht, wenn es nicht die "bombenmeldung" ist und auch emotional anspricht.

Wenn dann jedoch eine Frau kommt und mitteilt, ich habe nach zahlreichen Gebeten Kinder bekommen, auch wenn die Arzte gehaupteten, dass ich keine bekomme, dass ist das Glaube oder Irrglaube. Weshalb gilt da der wissenschaftliche Befund der Unfruchtbarkeit nicht? 

Auch ist in der Wissenschaft nie was "100%". Wenn ein Mann z.B. nicht normal fruchtbar ist, gerade so unter der Grenze zu "unfruchtbar" mit der Spermienzahl, bedeutet das nicht, daß sich nicht doch ein Spermium irgend wo hin verirren kann. Es bedeutet nur, das er viel, viel weniger fruchtbar ist. Aber "Normalos" können mit "Ihre Zeugungswahrscheinlichkeit ist 89% reduziert" nicht umgehen. Niemand rechnet - ohne gute Ausbildung in Statistik - so im Alltag. Daher bekommt man gesagt "sie können wahrscheinlich keine Kinder bekommen".

Sicher wäre das in der Wissenschaft z.B. nach einer entfernung der Gebährmutter oder Eierstöcke. Wenn dann jemand mit viel beten tatsächlich schwanger wird reden wir noch mal über die Wirkung der Gebete. Alles andere ist "die einfache Erklärung nicht verstanden" oder "nicht richtig erklärt bekommen" (sind halt meistens auch nur Ärzte, keine Wissenschaftler).

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Religiöser Irrglaube entsteht aus den Herrschaftsansprüchen religiöser Würdenträger.

Wissenschaftlicher Irrglauben entsteht aus dem Glauben an die Allmacht menschlichen Wissens.

Mein Glaube ist eine mir eigene Gewissheit, die sich nicht befragen lässt.

Schöne Beispiele

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Ich glaube nicht das es da überhaupt eine Grenze gibt. Es kommt immer auf den Standpunkt des Betrachters an. Ein Irrglaube kann für viele sehr haarsträubend sein, findet meist aber immer bei einigen doch Zuspruch. 

Letztendlich kann kein Mensch auf dieser Welt sagen wie die Dinge wirklich sind sondern nur von sich selber reden, eine Steigerung wäre sich wenigsten die Mühe zu machen und zu versuchen etwas anderes zu verstehen, man muß es ja nicht übernehmen aber vieleicht tolerieren.

LG

ja, meine Worte.

Zudem: Wieso sollten sich Menschen, die bereits sehr verwurzelt in ihren eigenen Glauben sind die Mühe machen 'anderes' zu verstehen. Auch wenn viele das von sich behaupten, in erster Linie wird abgeschottet.

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Glauben heißt nicht wissen. Man glaubt etwas, bzw. hält etwas für möglich. Irrglaube fängt da an, wo Menschen etwas glauben, dass nachweislich nicht stimmt.

Zum Beispiel zu glauben, dass eine absolutistische Diktatur nur positives für eine Gesellschaft hat, ist ein Irrglaube. Die Geschichte beweist etwas anderes.

Irrglaube fängt da an, wo Menschen etwas glauben, dass nachweislich nicht stimmt.

Ist das so? Rein rational betrachtet würde man so argumentieren. Nur funktioniert das bei Religionen äusserst beschränkt. Als Kriterium zu nehmen, dass nachweislich an etwas falsches geglaubt werden muss, um es als Irrglaube einzuordnen ... das dürfte bei vielen Religionen zwar ein Kindergeburtstag sein, dennoch würde man allein aus Respekt vor dem glauben es so nehmen und den Menschen keinen Irrglauben vorwerfen.

Insbesondere, da sich Glauben selten mit rational erklärbaren Dingen befasst, wäre es falsch überschnell mit Irrglauben zu kommen.

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Genau so sehe ich das auch. Die Trennlinie ist absolut subjektiv.

Ich verwende die Begriffe so:

Wissen=erwiesener Maßen richtig

Glaube= Richtigkeit nicht erwiesen

Irrglaube= erwiesenermaßen falsch

Aberglaube = Kampfbegriff, bezeichnet einen Irrglaube oder einen vom eigenen glauben abweichenden Glauben.

Klasse Auflistung!

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Bei Religionen allgemein, aber das ist nur meine persönliche Meinung

*duckundweg*

Glauben bedeutet etwas anzunehmen, von dem man nicht weiß, ob es richtig ist.

Irrglaube bedeutet etwas anzunehmen, das höchstwahrscheinlich falsch ist.

Religionen fallen in letztere Kategorie.

Das spielt sich alles im Kopf derjenigen ab, die etwas einschätzen oder/und beurteilen.

Irrglauben fängt da an wo Menschen glauben das ihre Vorfahren affenähnliche Wesen waren.

Danke für dieses gute Beispiel, wo Dinge mal so, mal so eingeordnet werden.

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Hi mulano. Etwas ähnliches habe ich hier auf GF auch mal geschrieben, plötzlich kamen aus allen Ecken Pöbeleien und Beschimpfungen. Ich hätte dann so die Faxen dicke das ich eine ganze Zeit nicht hier war.

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Meine Vorfahren schon, da habe ich sehr gute Belege für, sowohl Genetische als auch Fossilien und aus der Embryonalentwicklung. Bist Du kein Mensch? (Irr)Glaube fängt dort an, wo man sich belegten Fakten verweigert weil man eben was anderes "glauben" will.

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@matmatmat Ich will nichts anderes glauben wie du, ich finde nur keine Beweise die deine These als die einzig richtige bestätigen.

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@mulano

er/sie/es hat doch die Embryonalentwicklung angesprochen, sehr gutes Anschauungsgebiet bezüglich der Evolution

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Deine Provokationsversuche werden auch immer billiger.

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Und Fahrlässigkeit da, wo Menschen  ihren Glauben, daß dem nicht so sei, wie Wissen behandeln.

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Wo hört Glauben auf und fängt Irrglauben an?

Da wo man sich nicht mehr daran orientiert, seinen Charakter in Hinsicht auf die Förderung von Wohlergehen anderer, Vergebung, Geduld und ähnlichen Werten hin zu entwickeln und wo stattdessen irgendwelche Form von Gewalt ausgeübt werden soll, egal in welcher Hinsicht.

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