Wo habe sich die Christen getroffen als es noch keine Kirche gab?

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9 Antworten

Hallo,

die ersten Christinnen und Christen waren Jüdinnen bzw. Juden und besuchten am Sabbat den Synagogengottesdienst. In Jerusalem haben die ersten Christusgläubigen auch den Tempel besucht.

Für die ersten christlichen Gottesdienste, vor allem für die Eucharistiefeier, hat man sich im frühen Christentum, den vorhandenen Quellen zufolge, in der Nacht zum Sonntag in privaten Wohnhäusern versammelt.

Ab dem 2. Jh. ist belegt, dass die Christinnen und Christen einige  Wohnhäuser zu Hauskirchen umbauten. Die Hauskirchen wurden dann, den Quellen zufolge, nicht mehr als Wohngebäude benutzt und baulich an die Bedürfnisse der Gottesdienstfeier angepasst. Während der Christenverfolgungen des 3. Jh. wurden Hauskirchen immer wieder durchsucht oder beschlagnahmt. Die Hauskirchen wurden von den Christinnen und Christen häufig als "Haus des Herrn" Bezeichnet.

Im Zuge der der frühchristlichen Heiligenverehrung ist auch belegt, dass sich die Christinnen und Christen an den zahlreichen Märtyrergräbern zum Gebet versammelten.

Erst das Toleranzedikt des Galerius machte den Weg frei für größere Kirchbauten. Konstantin der Große förderte massiv den Bau von christlichen Kirchen (größtenteils aus seinem Privatvermögen).


Den Übergang von der Versammlung in privaten Wohnhäusern zu eigenständigen Kirchbauten muss man sich daher eher fließend vorstellen.

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Whitekliffs 09.10.2017, 08:28

Sorry, aber ich kann's nicht lassen: hättest du nicht schreiben sollen "während der Christinnen-und Christenverfolgung..."

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Whitekliffs 09.10.2017, 15:48
@Gruenkohl28

Lieber Grünkohl, 

ich denke, kein Christ (auch die weiblichen nicht) wird sich daran stören, wenn man nicht überall '...innen ' dranhängt.

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In den Häusern und Wohnungen der Christen. Das gibt es auch heute noch und nennt sich "Hauskirche".

Zum Beispiel in China, wo es nicht so gern gesehen wird, wenn man Christ ist... um es mal vorsichtig auszudrücken.

Das ist wie mit dem Bild der Garage. Man wird kein Auto, weil man in der Garage rumsteht.

Man ist auch nicht nur Christ, wenn man in große Kirchengebäude geht.

Das Abendmahl kannst du auch in der Kneipe feiern. Oder in der Garage. Oder beim Picknick am See. Oder eben auch im Gebäude Kirche.

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Mit dem Wort Kirche meinte man ursprünglich nicht ein Haus, sondern die Christenheit selbst. Die christlichen Glaubensgemeinschaften nennen sich ja  heute noch "Kirchen".

Wo die Christen sich trafen, das steht in der Apostelgeschichte, Kap. 8, Vers 46:

Tag für Tag waren sie einmütig im Tempel zusammen, trafen sich in ihren Häusern zum Brechen des Brotes und zu gemeinsamen Mahlzeiten.

https://www.bibleserver.com/text/Ne%C3%9C/Apostelgeschichte2

Erst im 3. Jahrhundert ging man dazu über, auch spezielle Häuser als christliche Versammlungsstätten zu bauen und sie"Kirchen" zu nennen. Diese Häuser wurden dann größer und aufwendiger, als Kaiser Konstantin I. herrschte.

According to the New Testament, the earliest Christians did not build church buildings. Instead, they gathered in homes (Acts 17:5, 20:20, 1 Corinthians 16:19) or in Jewish worship places like the Second Temple or synagogues (Acts 2:46, 19:8). The earliest archeologically identified Christian church is a house church (domus ecclesiae), the Dura-Europos church, founded between 233 and 256.[4] In the second half of the 3rd century CE, the first purpose-built halls for Christian worship (aula ecclesiae) began to be constructed. Although many of these were destroyed early in the next century during the Diocletianic Persecution, even larger and more elaborate church buildings began to appear during the reign of the Emperor Constantine the Great.[5]

https://en.wikipedia.org/wiki/Church_(building)

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In Privatwohnungen / -Häusern:

„und an Apphịa, unsere Schwester, und an Archịppus, unseren Mitkämpfer, und an die Versammlung, die in deinem Haus ist:“ (Philemon 2)

„und [grüßt] die Versammlung, die in ihrem Haus ist. Grüßt meinen geliebten Epạ̈netus, der eine Erstlingsfrucht Asiens für Christus ist.“ (Römer 16:5)

„Die Versammlungen von Asien senden euch ihre Grüße. Ạquila und Prịska samt der Versammlung, die in ihrem Haus ist, grüßen euch herzlich im Herrn.“ (1. Kor. 16:19)

Christen im 1. Jh. benötigten keine prunkvollen Gebäude, um zusammenzukommen. Wichtig war, dass sie überhaupt zusammenkamen:

„Und laßt uns aufeinander achten zur Anreizung zur Liebe und zu vortrefflichen Werken, indem wir unser Zusammenkommen nicht aufgeben, wie es bei einigen Brauch ist, sondern einander ermuntern, und das um so mehr, als ihr den Tag herannahen seht.“ (Hebr. 10:24, 25)

Bei schönen Wetter trafen sich kleine Gruppen auch draussen in der Natur. Jesus sagte: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte“ (Matthäus 18:20).

Egal, ob nur wenige oder Tausende zusammenkommen — es ist segensreich, sich zu versammeln und sich aus dem Wort Gottes belehren zu lassen.

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In Jerusalem im Tempel (als fromme Juden), daneben in ihren Privathäusern.

Später / woanders in der Regel in den Häusern reicher Gemeindemitglieder.

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In ihren Häusern, in der Landschaft, in den Katakomben unter Rom, in der Arena des Kolosseums in Rom (dort eher unfreiwillig), aber auch noch an einigen anderen Stellen.


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Überall wo es möglich war und erlaubt war, damals auch oft heimlich versteckt. 

lieben Gruß

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In irgendwelchen Räumen. Kirchen sind auch (Versammlung-) Räume.Wo es (noch) keine Kirchen gab (oder gibt) mußte man sich auch behelfen, z.Bsp. in Katakomben in Zeiten der Verfolgung oder auch privat oder im Freien in manchen atheistischen Ländern.


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