Wo genau wendet man ein TENS Gerät zur Behandlung von Ischiasschmerzen an?

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3 Antworten

Tatsächlich ist für einen optimalen Erfolg der TENS-Therapie die richtige Elektrodenposition Voraussetzung. Um diese zu finden, ist manchmal viel Zeit und Geduld erforderlich.

Von "Ischiasschmerzen" spricht man, wenn eine tiefere Stelle im Kreuz (im unteren Bereich der Lendenwirbelsäule) betroffen ist. Die Schmerzen strahlen ins Gesäß und die Beine aus. Er ist meist verursacht durch Reizung einer Nervenwurzel (im schlimmsten Fall z.B. nach Bandscheibenvorfall) oder durch Reizungen von Wirbelgelenken oder Bändern der unteren Lendenwirbelsäule.

Optimal wäre also die Elektroden etwa 20 cm oberhalb der Po-Backen links und rechts der Wirbelsäule (Abstand etwa jeweils 8 cm) anzubringen.

Die Deutsche Schmerzhilfe rät konkret:

  • Elektrodenlage direkt über oder in der unmittelbaren Nähe des Schmerzgebietes bzw. Einkreisen des Schmerzareals mit 4 Elektroden oder von beiden Seiten, evtl. auch mit Aluminiumstreifen
  • Elektrodenlage über dem peripheren Nerv (Hauptnervenstamm), der das Schmerzgebiet versorgt
  • Elektrodenlage im zugehörigen Segment, wobei eine Elektrode (Kathode) neben der Wirbelsäule, die andere im entsprechenden schmerzhaften Dermatom plaziert wird
  • Elektrodenlage über Trigger- bzw. im Segment liegende Akupunkturpunkte (z. B. eine Elektrode (Anode) über dem schmerzhaften Triggerpunkt, die andere über dem Schmerzgebiet).

Maßgeblich ist aber auch das Elektroden-Angebot der Firma von der Du das TENS-Gerät bekommen hast, da es keine allgemein gültige Norm gibt.

Trigger-Punkte sind übrigens Punkte in der Muskulatur die besonders schmerzhaft auf Druck reagieren. Oft sind solche Punkte mit Muskelverhärtungen verbunden. Akupunkturpunkte sind die Punkte, in die bei der Akupunkturbehandlung die Nadeln eingestochen werden. Segmente oder Dermatome sind Bezeichnungen für bereiche der Körperoberfläche. aufgeteilt. Die Segmente beginnen im Bereich der Wirbelsäule am Austritt der Nerven aus dem Wirbelkanal und folgen dem Nervenverlauf.

Auf der Webseite der deutschen Schmerzhilfe findest du übrigens weitere detaillierte Angaben zur TENS-Methode inkl. Anlagebeispiele der Elektroden: http://www.schmerzinfos.de/c/thera-tens.1.html

Eine Elektrode sollte auf dem Hauptschmerzbereich aufgeklebt werden, die andere in den Ausstrahlungsbereich. Bei akuten Schmerzen sollte das Gerät auf 100 Hz eingestellt werden, sollte das nicht wirken, dann auch zwei Hz.

Sollte noch ein Arzneiwirkstoff eingebracht werden (Iontophorese), dann sollte wie folgt vorgegangen werden: Medikamente mit Kathionen (positiv geladen) werden unter der Anode, Mittel mit Anionen (negativ geladen) unter der Kathode eingebracht.

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