Wo genau ist eigentlich der Unterschied zwischen Islam und Christentum?

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11 Antworten

... abgesehen davon, dass der eine Prophet Mohammed und der andere Jesus heißt?

Noch nicht einmal das stimmt. Erstens kennen Muslime und Christen noch andere Propheten (ich hab schon von Muslimen gehört, dass es tausende gibt, die sie natürlich nicht alle kennen), und zweitens ist weder im Islam noch im Christentum "Prophet" die wichtigste Funktion von Jesus bzw. Mohammed.

Für Christen am wichtigsten ist, dass Jesus der Sohn  Gottes ist, der uns gerettet hat, und der die Apostel (gr. für Gesandte) ausgesandt hat, um uns diese gute Nachricht (euaggelion, Evangelium) zu bringen.

Für Muslime ist am wichtigsten, dass Muhammad ein rasul (arabisch für Gesandter) ist, der di8e Gebote Gottes verkündigt und die Menschen vor dem jüngsten Gericht warnt.

Damit haben wir schon zwei Unterschiede zwischen Islam und Christentum: (1) wer die "Hauptperson" ist (Gottes Sohn oder Mensch) und (2) wozu sie gesandt wurde (um die Menschen zu retten, oder um si9e zu warnen).

Damit hängen dann weitere Unterschiede zusammen: Ist Gott monolithisch (so im Islam) oder offenbart Er sich als Vater, Sohn und Geist? Ist Gott so erhaben, dass Er wie ein Herrscher ist, der Unterwerfung (=Islam) fordert, oder ist Er wie ein Vater, der uns so sehr leibt, dass er schließlich sogar Mensch wird und sich töten lässt, um uns zu retten? Geht es in erster Linie darum, Gebote richtig zu verstehen und einzuhalten (so im Islam), oder ist es im Gegenteil ein gefährliches Zeichen von "Gesetzlichkeit", wenn jemand in erster Linie fragt "Darf ich als Gläubiger X tun oder nicht?".

Ein weiterer nicht unwichtiger Unterschied: während die Christen den Tenakh der Juden (auch "hebräische Bibel" genannt) als "Altes Testament" ganz selbstverständlich in ihrer Bibel haben, wirst du im Qor'an kein biblisches Buch finden. Und wenn es Unterschiede zwischen Bibel und Qor'an gibt, kommt von Muslimen meist der Vorwurf, die Bibel wär verändert worden (wofür es keinen Beleg gibt).

Es gibt noch mehr Unterschiede, und für jemand, den die Praxis mehr interessiert las die Theorie, sind vermutlich Unterschiede wichtig, die ich noch gar nicht genannt habe. Betrachte andere Antworten hier also als Ergänzung.

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Die ganzen Details sind eigentlich völlig unwichtig für die Betrachtung und lenken eher ab. Es gibt ja wohl keinen vergleichbaren Konflikt mit i.E. den Mormonen, obwohl es da vermutlich mehr Unterschiede zu anderen "christlichen" Religionen gibt.

Was also ist der fundamentale Unterschied?

Das Christentum wurde mit der Aufklärung domestiziert. Mit der französischen Revolution manifestiert sich der Bruch in der Geschichte, mit dem sich die westlichen Zivilisationen ihrer Unterdrückung durch die Religion entledigten.
Das Christentum akzeptiert (zähneknirschend, aber immerhin) die Trennung zwischen weltlicher Macht und geistigen Vorstellungen. Es akzeptiert, daß sich Religion auf den privaten Bereich beschränkt.
Dies alles mehr oder weniger ungern, und sie mischt sich auch immer wieder ein, aber im Großen und Ganzen hält sie sich aus der Gesetzgebung insbes. Strafrecht heraus. Und sie kann es auch, weil selbst Jesus dies so gesagt haben soll. Fundamentalisten, die das anders sehen bilden eine sehr kleine, vernachlässigbare Minderheit (zumindest in Europa; in den USA sieht die Sache inzwischen wieder ganz anders aus).

Der Islam akzeptiert diese Trennung nicht, und wird es im Grunde nie können.
Er beansprucht für sich die absolute Macht, sowohl im Staat als auch im Leben. Als Gesetzgebung wird einzig akzeptiert, was der Prophet vorgelebt hat, wobei man sich hier auf den Koran sowie Hadithe (Überlieferungen) stützt.
Das ist natürlich nach unserem heutigen Verständnis ein ziemlich barbarisches Vorbild. Einerseits geht es um Moral und Rechtvorstellungen des 7.Jhd, andererseits war er zunächst Kleinkrimineller (Karavanenüberfälle) und später ein recht grausamer Feldherr und auch sein Frauenbild recht fragwürdig (Kinderheirat).
Und selbst wenn das Leben des Propheten makellos gewesen wäre, wurde auch der Koran erst später teilweise aus Erinnerungen, teils aus Bruchstücken rekonstruiert, als auch die Hadithe von den Nachfolgern je nach Nützlichkeit für ihre Interessen interpretiert bzw. konstruiert.

Der Glaube an das absolute Vorbild des Prohpeten ist Teil des Glaubensbekenntnisses der Muslime. Wer abstreitet, daß die Scharia ("Gottesgesetze" nach dem Vorbild des Proheten) nicht Ziel jedes echten Muslims wären, ist entweder völlig blind, oder ein Lügner.

Der fundamentale Unterschied liegt also im absluten Machtanspruch. Eine völlge Kontrolle sämtlicher Lebensbereiche, mit drakonischen Strafen für die harmlosesten "Sünden". Und die allergrößte Sünde ist der Abfall vom islamischen Glauben, der laut Prophet (hadithe) mit der Todesstrafe zu anden ist.
Was in den islamischen Ländern auch gemacht wird.

https://de.wikipedia.org/wiki/Apostasie\_im\_Islam

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Kommentar von helmutwk
16.12.2015, 17:42

Das Christentum wurde mit der Aufklärung domestiziert.

Wobei diese "Domestizierung" im Wesentlichen darin bestand, dass von der überwiegenden Mehrheit der Christen Standpunkte akzeptiert wurden, die von Christen schon vor der Aufklärung formuliert wurden, insbesondere von Mennoniten, Quäkern und Baptisten. Standpunkte, die sich auf die Bibel und ihr Zentrum (Jesus Christus) berufen konnten.

Im Islam sind entsprechende Anknüpfungspunkte an die Aufklärung deutlich weniger zentral verankert - was u.a. dazu führte, dass die am stärksten von westlichem Gedankengut beeinflusste Richtung im Islam der Islamismus ist, zu dem der Wahhabismus in Saudi-Arabien genauso gehört wie der moderne Salafismus (am deutlichsten zu sehen in der Gülen-Bewegung, über die es nicht ohne Grund ganz gegensätzliche Urteile gibt).

Der Islam akzeptiert diese Trennung nicht, und wird es im Grunde nie können.

In der islamischen Mystik (Sufismus) wär ein Ansatzpunkt, mit dem dies möglich ist. Nur seit ca. 40 Jahren dominieren immer stärker die, welche sich mit Gewalt durchsetzen.

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Auf einen einfachen Nenner gebracht, liegt der wesentliche Unterschied zwischen beiden Religionen wohl darin:

Muslime müssen sich nach dem Koran und seinen vielfältigen Regeln und "Durchführungsbestimmungen" ein Leben lang in der Rolle der Unterwürfigen "abstrampeln", um als Menschen doch schließlich "nie perfekt" wegen ihrer Sünden "vielleicht" die Gunst Allahs zu erhoffen.

Christen, werden durch den Glauben an die Kreuzigung und Auferstehung von Jesus Christus und seiner stellvertretenden Sühne für die Menschheit von ihren Sünden befreit und errettet. Diesem einmaligen "Geschenk" Gottes Rechnung tragend, folgen sie ihm aus freier Entscheidung in Dankbarkeit und Liebe nach und im festen Glauben an die Gewissheit seiner Zusage in der Bibel.

Die eine Religion fördert und nährt ständig die Angst vor ewiger Verlorenheit bei Versagen, die andere die Hoffnung und die Zuversicht auf die ewige Errettung und Gemeinschaft im Angesicht Gottes - als Geschenk Gottes ohne durch "Werke" gerecht werden zu müssen.

Das ist neben einem völlig anderen Gottesbild der beiden Religionen (- im Christentum ist Jesus Christus kein Prophet, sondern der Sohn Gottes) der fundamentale Unterschied, welcher auch die Anhänger schon zu Lebzeiten völlig unterschiedlich prägt. 

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Das Christentum basiert auf der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus. Er ist also kein Prophet wie im Islam, sondern wahrer Gott und Mensch. Deshalb ist die Offenbarung auch mit Jesus Christus abgeschlossen und Mohammed ist ein falscher Prophet ohne Berechtigung, sich so zu nennen.

Durch Christi Botschaft erfahren wir auch, dass Gott in drei Personen existiert: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Ein Gott in drei Personen. Diese christliche Glaubensaussage leugnet der Islam.

Weiterhin haben Christen und Muslime ein anderes Gottesbild und ein anderes Menschenbild. Der Gott des Islams entspricht nicht dem Gott des Christentums, wonach der Mensch nach seinem Ebenbild erschaffen ist und Mann und Frau die gleiche Würde haben.

Auch die Vorstellungen vom Jenseits sind im Christentum völlig verschieden von der Lehre des Islam. Während Christen auch für Nichtgläubige einen Weg zu Gott sehen, sind sie nach dem Islam in die Hölle verdammt, also auch die Christen......

Für Christen ist die Bibel unversehrt durch die Jahrhunderte bewahrt und verkündet worden, der Koran ist erst Jahrhunderte später entstanden und um die neue Religion zu rechtfertigen, wird behauptet, Christen hätten die Bibel gefälscht und die Hinweise auf den späteren Propheten Mohammed entfernt. Der Islam basiert damit auf einer Lüge.

Deshalb gibt es keine gemeinsame Basis zwischen Christen und Muslime.

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Kommentar von mindlessinfi
15.12.2015, 07:42

es wird halt viel zu engstirnig gesehen, jeder will recht haben aber letztlich ha keiner recht.... jeder pocht darauf, dass seine wahrheit die einzig wahre ist obwohl es keine allumfassende wahrheit gibt

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Kommentar von PatrickLassan
15.12.2015, 08:14

Für Christen ist die Bibel unversehrt durch die Jahrhunderte bewahrt und verkündet worden

Deinen Glauben in allen Ehren, aber das stimmt so nicht. Die Bibel wurde mehrfach redigiert.

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Islam zuerst:

> Religion menschlichen Tuns in der Abarbeitung von Gesetzen mit der unsicheren Aussicht auf Annahme durch Gott im Jüngsten Gericht. Nur Dschihadisten kommen nach dem Zünden des Strengstoffgürtels in Millionen Einzelteilen sofort ins Paradies und werden dort von 72 Jungfrauen verwöhnt. Kein direkte Gottesbeziehung im irdischen Leben. "Wir" sind zu Erhaben für die menschliche Kleingeistebene.

Christentum anschließend:

> Glaube an Jesus Christus. Dadurch Rechtfertigung und Rettung vor jeglicher Art von Gericht. Lebendige Gottesbeziehung, beginnend im Leben auf der Erde bis in alle Ewigkeit gesichert.


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Christen glauben, dass Gott in sich Liebe ist und sich mitteilt.

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Kommentar von Eselspur
15.12.2015, 07:29

Und dass Gott den Menschen Freiheit schenkt.

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hauptunterscheid in der lehre:

islam=nur alah, kein sohn gottes

christentum=dreifaltiger gott:  vater,sohn,heiliger geist

hauptunterschied in der führung:

je nach richtung unterschiedlich -- so gibt es unterschiedliche christliche wie auch unterschiedliche islamische religionsrichtungen

bekannteste bei den Christen:  römisch Katholisch,  Führer Papst in Rom und regionale Bischöfe

bekannteste beim Islam:  sunnitsche Hanafiten, Imman (weiß jetzt nicht wo und wer -- jedenfalls so im Arabischen Raum)

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Kommentar von ThomasAral
15.12.2015, 07:26

der Papst ist natürlich im Vatikanstaat, diese ist aber in Mitten von Rom und gehört nicht zu Italien --- eigener Staat.

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Sehr interessant und aufschlussreich zu dieser Frage ist m. E. die folgende logisch aufgebaute Argumentation: http://www.islamseite.de

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Der Islam ist eine dominante Religion, willste nicht meiner Bruder sein, dann schlag ich die den Schädel ein

Das Christentum, was du nicht willst was man dir tut, das füge auch keinem anderen zu.

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Sie haben eine völlig andere Auslegung der Bibel und ausserdem eine andere Bibel. Die Frage wäre wie, was Brokkoli und Bohnen für Unterschiede haben. Naja, es sind Gemüse...

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Ich möchte etwas verbessern. Im Islam ist Jesus genauso ein Prophet wie Mohammed auch, diw Muslims glauben auch an Jesus aber nur als Prophet. Gemeinsamkeiten sind zb. kein alkohol und schweinefleisch. Aber die christen sagen heut zutage das jesus wein getrunken haben soll...

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Kommentar von mindlessinfi
15.12.2015, 07:19

wie gesagt, die vier edlen wahrheiten, konkret das lehrgespräch  über die kenner der drei veden

sollte man gelesen haben :)

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