Wo fängt Sexismus bei euch an?

17 Antworten

Ich denke Sexismus fängt da an, wo man das andere Geschlecht schlechter behandelt als das eigene, NUR weil es nicht das Eigene ist.

Ich sehe keinen Sexismus darin jemanden anzusehen, selbst wenn es aufdringlich wäre, fiele das nicht unter sexismus, für mich zumindest, es wäre eben nur aufdringlich oder komisch, vielleicht verstörend oder angsteinflößend, je nach dem wie und wer.

Sexistisch wäre es allerdings zu sagen eine Frau muss kochen können, weil sie eine Frau ist, sonst hätte sie ein Mann werden müssen. Oder Frauen gehören in die Küche und müssen zuhause bei den Kindern sein.

Das selbe umgekehrt, wenn eine Frau einen Mann abcheckt ist da ja auch nichts sexistisches dabei also wieso sollte es andersrum so sein. Problematisch wird es, wenn man mit so manchen typischen Frauen- bzw. Männerbildern versucht deutlich zu machen, dass eine Frau GENAU so sein muss, anders wäre sie ja nicht mehr weiblich oder entschpricht ihrem Geschlecht nicht.

Also alles was mit den typische Stigen zusammen hängt und mit Ansichten wie jemand sein muss um seinem Geschlecht zu entsprechen fällt für mich eher unter Sexismus als das betrachten von Personen des anderen Geschlechtes

Schön das du fragst und dich bereit zeigst dein Verhalten zu reflektieren.

Es gibt zwar eine Definition von Sexismus, allerdings gibt es sehr viele Ausformungen und da ist es manchmal garnicht so einfach das bei sich selber oder anderen zu bemerken.

Objektifizierungen ( z.B. Frauen auf äußeres oder gewisse Tätigkeiten reduzieren), Stereotypisierung (Rosa ist eine Mädchenfarbe) und Pauschalisierungen (Frauen sind so, mögen xy) oder Othering (Frauen als das Andere/ Gegenpol) wären zum Beispiel Formen von Sexismus.

Es macht also Sinn sich immer wieder sich selber zu hinterfragen und im Zweifel die Person zu fragen. Jemanden anzuschauen ist ja erstmal nicht komplett zu verwerfen, du scheinst ja aber auch die Grenzen dessen zu kennen.
Wen du mit deinen Freunden Witze machst, kannst du dir ja überlegen wie Frauen aus deinem Leben auf diese reagieren würden und ob du die Witze in ihrer Anwesenheit machen würdest. So ganz allgemein lässt sich das jetzt aber schwer sagen was für Witze ihr macht und ob das okay ist oder nicht.

Auch eine Möglichkeit um das festzustellen, welche die Frage auf welche Kosten der Witz geht. Humor kann einerseits Machtpositionen angreifen, ins lächerliche ziehen und andererseits Macht stabilisieren. Was offenbar manchen nicht klar ist, Witze über sexuelle Belästigung o.ä. sind zum Beispiel mehr als unangebracht.

Das Buch "Boys don't cry" von Jack Urwin könnte dich vielleicht interessieren.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Wenn das einige schon als sexistisch empfinden, dann sollten diese einige vielleicht mal zu einem Psychiater gehen, finde ich. Man kann es echt auch übertreiben... Das was du hier beschreibst, ist völlig normal, jeder Mensch hat Vorlieben und sieht bestimmte Dinge, die er ästhetisch findet, einfach gerne!, Du bist so höflich es dezent, unaufdringlich oder gar gar nicht zu tun. Wenn sich darüber jemand aufregt... nun ich kann mich auch darüber aufregen das Tomaten nicht blau sind....

Regt sich ja auch keiner über alle nicht-bisexuellen/pan auf, oder? Denn alle anderen diskriminieren bei ihrer Partnerwahl ja (nicht absichtlich, aber trotzdem) ein Geschlecht, ergo: Sexismus...

Ich unterscheide gedanklich zwischen harmlosen Sexismus, über den sich ja auch schon Leute aufregen, das sind etwa scherzhafte Sprüche, bzgl. des Geschlechts, etwas sowas wie: "Typisch Männer, kannste nichts alleine machen lassen"/"Der von uns fährt ja furchtbar - kann nur eine Frau sein" - sowas wird ja von einigen Sexistisch genannt - ist möglich, aber in dem Fall ganz ehrlich: I don't care, ich meins nie böse und manchmal bin ich dann offensichtlich gerne Sexistisch und wenn irgendwer mit solchen Sprüchen tatsächlich ein Problem hat, sorry, not sorry, nicht mein Problem, wenn Leute gar kein Selbstbewusstsein haben!

Und dann gibt es noch den nicht harmlosen Sexismus, wenn zum Beispiel Geschlechter aktiv benachteiligt werden, bei der Vergabe von Jobs, wenn sie weniger Geld bei gleicher oder mehr Leistung erhalten, wenn ihnen (in einigen arabischen Ländern, zum Beispiel) nicht die gleichen Rechte eingeräumt werden, wenn Männer der Meinung sind (und zwar nicht nur im Scherz) Frauen gehörten hinter den Herd und mit einem Putzlappen und maximal mal mit einem Bier auf den Weg zu ihm zur Couch - aber mal ehrlich, ja das wäre Sexismus, aber ob sie so leben will, kann jede Frau in Deutschland selber entscheiden!, Sexismus finde ich auch, wenn ich als Frau, keine Priesterin werden dürfte (klar gleicher Fall wie eben, muss ja niemand Katholik sein), Sexismus finde ich, wenn jemand sagt: ach der Mann muss sich halt sexuell mal ein bisschen ausprobieren, ist doch normal, im gleichen Zug aber Frauen Schl**pen nennt, die sich auch nur mal ausprobieren... entweder es sind beides Schl**pen oder keiner...,

Wenn jemand die ganze Zeit zum Beispiel auf meinen Busen starrt, und auch nach Aufforderung nicht aufhört, ist das für mich kein Sexismus, sondern Belästigung und für mich ist das was völlig anderes, eine hat mit dem anderen nichts, oder nur in seltenen Ausnahmefällen was zu tun.

So was ja auch einige Sexismus nennen, aber den begrüße ich sogar ausdrücklich: Ja, ich finde es super angenehm, wenn Mann mir die Tür aufhält, mir aus dem Mantel hilft, mit meinen Koffer hilft auf die Gepäckablage zu tun, sich beschützend vor mich stellt, wenn mir irgendwer was böses will... Ist kein Muss, ich verlange das nicht - würde mir nie einfallen, ich könnte all das natürlich auch selber, es ist trotzdem fvcking angenehm, finde ich. Ja, ist unfair (und damit Sexismus), weil diese Männer nur Frauen gegenüber so sind, und nicht auch Männern, aber das ist mir hier egal. Beide Seiten haben was davon, keinen störts, außer ein paar Menschen, die der Meinung sind, es würde fehlende Wertschätzung ausdrücken... Aber ehrlich, um mal wirklich fehlende Wertschätzung zu äußern: Menschen mit dieser Meinung können meinetwegen in ihrem Kellerloch bleiben!

Oh, noch so ein richtig schädlicher Sexismus, der mir eingefallen ist: Frauenquoten! Gibt es etwas sexistischeres als das (das ist ja wohl ein Unding!)? Und sollte ich jemals einen Job bekommen, nicht weil ich für den Job geeignet wäre, sondern weil ich eine Frau bin, dann würde ich zutiefst beleidigt sein und außerdem ein tiefes Unrechtsempfinden haben, wenn ein besserer Mann dafür abgewiesen wurde, denn das IST Diskriminierung!

Dieser Beitrag z:B ist durchzogen von Sexismus...

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@DeDeLily

Aha und siehst du hier irgendwo schädlichen Sexismus, in meiner Sprache zum Beispiel, nicht in den Beispielen, natürlich sind da schädliche Sachen aufgeführt?

Wo ist hier Sexismus? ... Weil ich nicht denke, das Frauen besser sind als Männer? Ich behandel, im Gegensatz zu einigen Femfans, tatsächlich Männer und Frauen gleichberechtigt! Und die allermeisten Kritikpunkte sind hier übrigens streng geschlechtsneutral formuliert.

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@DeDeLily

Ich warte immer noch auf eine Antwort... Wo siehst du hier Sexismus?

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@guitschee
Oh, noch so ein richtig schädlicher Sexismus, der mir eingefallen ist: Frauenquoten! Gibt es etwas sexistischeres als das (das ist ja wohl ein Unding!)?

Diese Haltung ist unpassend für mich. Die Frauenquote wurde nur deshalb eingeführt, weil Frauen jahrhundertelang was die Arbeit angeht diskriminiert wurden und um heute den männlich dominierten Arbeitsmarkt, der durchzogen ist von Sexismus, aufzubrechen.

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Wäre ja noch schöner wenn Gentleman like Sexistisch wäre. Ich selber sehe mich als Gentleman und mag es Frauen zu verwöhnen. Ich denke , dass viele Frauen das anschauen bzw anstarren als Sexistisch sehen weil sie glauben, dass wir Männer sie nur zur Befriedung also als Sexobjekt betrachten.

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@Protector92

Ich kopiere es nur mal:

Ein Mann, der Ihnen die Tür aufhält und nichts dagegen hat, wenn Sie dasselbe für ihn tun, ist eine Sache. Aber jemand, der das kategorisch ablehnt, ist ein richtiges Problem. Wohlmeinender Sexismus, der oft auch noch als „Beschützertum“ oder „Ritterlichkeit“ verkauft wird, ist nämlich eines der zentralen Merkmale dafür, dass unser Konstrukt von Männlichkeit und Weiblichkeit einer konservativen Kultur entspringt. Studien haben bewiesen, dass besonders ritterliche Leute besonders häufig sexistische Meinungen vertreten – was unheimlich viel über #FrauengegenFeminismus aussagt. Dieses Phänomen wird definiert als „negative Konsequenz einer männlichen Haltung, die Frauen als rein, moralisch und anbetungswürdig idealisiert; als Objekte, die von Männern verehrt, beschützt und versorgt werden müssen.“
Viele dieser Manieren werden schon in der Kindheit erlernt, und zwar um Mädchen und Jungen dazu zu erziehen, wahre „Damen“ und „Kavaliere“ zu werden (anstatt sie einfach zu anständigen und liebenswürdigen Menschen heranwachsen zu lassen, die zusammenhalten). Kurz, was viele Leute für Ritterlichkeit und „männliches Benehmen“ halten. Die negativen Auswirkungen einer solchen Erziehung für Frauen sind gut dokumentiert, besonders am Arbeitsplatz.

oder anderer Aufsatz:

Beim wohlwollenden Sexismus steht etwa die Rolle des männlichen Beschützers im Vordergrund. Frauen werden als hilfsbedürftig, kindlich oder inkompetent dargestellt. 

Ein Spruch den ich mal auf dem Uniklo dazu entdeckt habe: Klar, eine emanzipierte Frau kauft sich selber einen Diamanten, aber eine kluge Frau lässt ihn sich schenken, denn Diamanten sind teuer.

Oder in anderen Worten, ausgedrückt: klar kann ich mir selber die Tür aufmachen, bin ich in der Lage zu, weiß auch jeder Mann, dass ich dazu in der Lage wäre, aber: nur weil ich etwas selber kann, heißt es ja nicht, dass ich es auch selber machen muss, wenn mir jemand das freiwillig anbietet. Ich kann auch (als Landkind schon häufiger unter Beweis gestellt), einen Baum fällen und mein Brennholz selber hacken, ich kann es aber auch einen Mann machen lassen, der mehr Muskeln hat, als ich, und anatomisch gesehen, sind Männer für sowas geeigneter ...

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Die Frauenquote soll keine ungeeignete Frau bevorzugen, sondern einer gleich gut geeigneten Frau eine Chance geben. Bisher wurde dann im Zweifelsfall der männliche Kandidat bevorzugt.

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@Dahika

Und dann ist ein Gesetz sinnvoll, das dafür sorgt, dass jetzt die Frau bevorzugt wird? Nicht sinnvoll! Umgedrehte Diskriminierung...

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@Schrottifix

Umgedrehte Diskriminierung ist NIE sinnvoll. Da muss sich was in den Köpfen ändern - damit das Geschlecht dabei irgendwann wirklich völlig EGAL ist, und das wird nicht passieren durch ein Gesetz.

Fändest du ein Gesetz gut, dass zukünftig eine Quote für die Einstellung männlicher Hebammen bestimmt?... (nur als Nebeninfo: es gibt nur zwei, soweit ich weiß, Deutschlandweit und das auch, weil die Männer oft zur Ausbildung nicht zugelassen werden, aus Gründen, die oftmals mehr als fadenscheinig sind - hab ich letztens eine Bericht drüber gelesen...)

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@guitschee

Ah, Bericht noch mal gesucht, muss mich korrigieren: 1! männliche Hebamme deutschlandweit.

Dass auch Männer die dreijährige Ausbildung in den Hebammenschulen absolvieren dürfen, mag seit 1985 gesetzlich geregelt sein, ist aber bloße Theorie. Zumal der Hebammenverband klar zu verstehen gibt, dass die Zunft weiblich sei und es auch bleiben werde. Tatsächlich ist das leicht zu steuern: Wenn es für jeden angebotenen Platz mehr als 50 Bewerber gibt, lässt sich für jeden männlichen Interessenten eine Frau finden, die im Auswahlverfahren besser geeignet scheint. Die viel zitierten, oft nur gefühlten Soft Skills geben dann den gewünschten Ausschlag.

Sexismus bei der Jobsuche ... wir brauchen also dringend eine Quote für männliche Geburtshelfer!!!

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@guitschee

Das ist keine Diskriminierung. Es geht um die Herstellung von Gerechtigkeit. Die Vernunft der einzelnen Personen hat das nicht geschafft, deshalb muss es nun ein Gesetz richten. Gleichheit von Mann und Frau ist im Gesetz bereits vorgeschrieben und um die Umsetzung muss man sich dann halt offenbar noch mal extra kümmern. Das ist schon traurig.

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@Schrottifix

Ehm ein Gesetz kann sowas, meiner Meinung nach, aber nicht richten und dieses schafft eher weitere Ungerechtigkeiten, als dass sie sie abbaut. Sowas kann nicht aufindoktriniert werden, sowas muss von innen kommen. Sprich in den Köpfen der Personaler muss ankommen: Das Geschlecht ist egal (bei allen Jobs, die nicht wirklich geschlechtsspezifisch sind, bei sowas wie Pornodarstellern und Sexarbeitern, spielt das Geschlecht natürlich eine Rolle ;), aber auch schon bei Schauspielern und Modeln...). Solange das aber in den Köpfen nicht angekommen ist, wird so ein Gesetz entweder an der Ursache nichts ändern, oder gar die Symptome in die andere Richtung lenken (was grundfalsch wäre) - sprich das Männer aktiv diskriminiert werden.

Meiner Meinung nach, macht dieses Gesetz die Fehler der Vergangenheit (und leider auch Gegenwart) nicht wett, sondern dreht sie einfach nur um und wir sollten nicht auf ein Mal den Fehler machen, Männer zu diskriminieren, nur weils die Frauen Jahrtausende lang wurden, das wäre dämlich und zumindest meiner Intelligenz nicht angemessen.

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@guitschee

Es gibt auf für Behinderte eine Quote in größeren Unternehmen, weil diese ansonsten schwer benachteiligt würden.

Ich glaube schon, dass die Quote helfen wird und wenn dann keine große Diskriminierung der Frau stattfinden wird kann man die auch wieder abschaffen.

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Sexistisch ist es schon, wenn Frauen permanent Männern Sexismus vorwerfen, ihr eigenes Verhalten gegenüber Männer dabei vollkommen außen vor lassen.

Das sexuelle Interesse am anderen Geschlecht ist beiderseits, sonst wäre ja jeder Geschlechtsverkehr eine Vergewaltigung.

Wir leben in einer Zeit, in der es schick ist Männern stets das Üble anzudichten.

Frauen dürfen Frauen sein, Männern wird das Mann sein immer mehr aberzogen und kritisiert.

Etwas mehr - gegenseitige - Fairness wäre mal wieder von Nöten.

Wobei es durchaus diskutabel ist was Frau- / Mann-sein bedeutet.

Und was bedeutet es für dich?

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@Dahika

Dass die Sexismus-Diskussion zu heiß und emotional diskutiert wird.

Es erschreckt mich immer wieder, dass dann wenn z.B. Frauen ihre Brüste in aller Freizügigkeit zur Schau stellen, es bereits sexistisch ist, wenn (m)ein Blick darauf geworfen wird.

Man(n) kann nicht permanent in die Luft gucken, wenn einem diese - praktisch - vor die Nase gehalten werden.

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Heyja,

Ich werde eine harte, anwendbare Definition und eine ideale Definition angeben.

Angenommen Person A und B sind beliebig, wobei sie nicht das gleiche Geschlecht haben; sich nicht gleich identifizieren.

D1

Etwas ist Sexismus gdw. gilt;

P1: A interagiert mit B aufgrund des Geschlechts von B

P2: B möchte diese Interaktion nicht

P3: A glaubt, dass B diese Interaktion nicht möchte

-> man kann nicht unbewusst sexistisch sein.

Das gibt einige Probleme auf. Die Frage ist jedoch, ob eine Definition, die sich nicht anwenden lässt, besser ist.

D2

P1: A interagiert mit B aufgrund des Geschlechts von B.

P2: B möchte diese Interaktion nicht

In diesem Fall ist es nicht einschätzbar, ob etwas sexistisch ist oder nicht.

-> D1 ist für unser angewandtes Zusammenleben hilfreicher

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