Wo endet die Verhältnismäßigkeit beim Aufhalten eines Diebes?

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7 Antworten

Wie Du schon sehr richtig sagst: Es ist alles eine Frage der Verhältnismässigkeit; Du darfst einen Dieb versuchen aufzuhalten und dabei auch körperliche Verletzungen in Kauf nehmen, Du darfst denjenigen allerdings nicht bewußt und absichtlich in eine lebensgefährliche Situation bringen.

Natürlich kann man sich theoretisch das Genick brechen, wenn man von einem Verfolger gewaltsam vom Fahrrad geschubst wird - das wäre dann aber wirklich Pech für den Fahrraddieb, denn ist ja keine zwangsläufige Folge durch einen Sturz vom Fahrrad direkt tödlich verletzt zu werden. Wenn Du allerdings jemanden mitten auf einer Hauptverkehrsstraße vom Fahrrad stößt, dann schon.

Die Beispiele, die Du genannt hast,  liegen jedenfalls alle im Rahmen.

Lies mal hier:

http://www.juraforum.de/ratgeber/strafrecht/ladendiebstahl-und-festnahmerecht


Beide von dir geschilderte Fälle stellen eine Notwehrlage dar. Du kannst demnach nach § 32 StGB alles Erforderliche machen, um den Angriff abzuwehren. Eine Verhältnismäßigkeit gibt es dabei nicht. Allerdings darf man dennoch nicht "mit Kanonen auf Spatzen schießen", wenn zwischen angegriffenem und verteidigtem Gut ein krasses Missverhältnis herrscht. Also nicht den Bonbondieb hinterrücks erschießen. 

Wurde der Angriff abgewehrt und du hältst den Täter danach noch weiter fest, so gehst du überin die "Jedermannfestnahme" nach § 127 StPO. Du kannst sie zwar mit Gewalt durchsetzen, bist aber an die Verhältnismäßigkeit gebunden. 

DÜRFEN tust du alles, die einzigen Konsequenzen sind rechtliche Mittel und die sind von Menschen gemacht

Du darfst bei jedem Dieb dafür sorgen, dass er sich kräftig aufs Gesicht legt, damit er nicht weiter rennen kann.

denke du kannst ihn auch mit anderen Mitteln " fixieren" bis die Polizei

kommt.

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