Wo endet das Universum, was kommt dahinter?

10 Antworten

Mal vereinfacht dargestellt nehmen wir an, die Erde dehnt sich aus, wie sich das Universum ausdehnt. Gibt es dann ein dahinter auf der Erdoberfläche? Wohl eher nicht.

Ähnlich verhält es sich mit dem Universum. Vom Prinzip her kann man das Beschreibungsmodell des ersten Absatzes auf die Natur des Universums übertragen, nur dass das, was im oben beschriebenen Bild gewölbt zweidimensional ist, beim Universum stattdessen gewölbt vierdimensional ist (ähnlich wie mit dem Modell der gekrümmten Raumzeit anhand einer Gummimembran, die aber großflächig betrachtet, eher einem Ballon ähnelt, bzw. der Ballonoberfläche, um es möglichst einfach zu beschreiben). Da gibt es also kein dahinter und gäbe es ein Ende, wäre es gleichzeitig wieder ein Anfang und wenn man sich nur weit genug von der Erde entfernt, kommt man irgendwann wieder auf sie zu, sofern man schnell genug ist.

Diese Frage kann ich auf zweierlei Weise verstehen:

- Was befindet sich hinter dem beobachtbaren Teil des Universums?

- Was befindet sich "neben" unserem Universum, in Richtung der nicht beobachtbaren Raum- und Zeitdimensionen?

Was sich hinter dem beobachtbaren Teil des Universums befindet, ist prinzipiell nicht feststellbar. Es ist nur außerordentlich plausibel, dass das Universum dort ebenso weitergeht wie bis dorthin, da der beobachtbare Teil im wesentlichen in alle Richtungen gleich aussieht und es auch so aussieht, dass die Änderungen mit der Entfernung nur daran liegen, dass wir weiter hinten ältere Zustände sehen, die sich im Laufe der Zeit so weiterentwickelt haben wie die näheren Teile des Universums.

Was sich "neben" unserem Universum befindet - einen interessanten Gedanken habe ich bei Teilhard de Chardin gefunden: wir befinden uns auf einer Art Kante einer höherdimensionalen Raumzeit - in alle Dimensionen bis auf unsere drei Raumdimensionen und unsere Zeitdimension hat die höherdimensionale Raumzeit Knicke, sodass es schwierig ist, in diese Richtungen "auszuweichen". Die Bewegungsgleichungen für Sonnensysteme, Atome etc. lassen sich im Prinzip auf mehr (oder weniger) als drei Raumdimensionen und/oder auf mehr als eine Zeitdimension erweitern, stabile Zustände ergeben sich aber nur bei drei Raumdimensionen und einer Zeitdimension, sodass "neben" unserem Universum keine Materie und keine "vernünftige" Strahlung mehr zu erwarten ist, sondern irgendetwas sehr Chaotisches.

Im Grunde ist es recht einfach. Das Wort "Universum" ist so definiert, dass es alles (wirklich alles) enthält (daher sagt man ja auch "das All"). Die logische Folge ist: es gibt kein "Dahinter" und kein "Außerhalb".

Dazu braucht es nicht mal eine physikalische Theorie.
Das ist nur die Folge der Definition des Wortes.

Falls du das beobachtbare Universum meinst: das ist wieder etwas anderes. Wir sehen nur einen Teil des Alls, da das Licht ja auch nur eine endliche Geschwindigkeit hat, und da nur eine endliche Zeit seit dem Urknall vergangen ist.

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