Wo einen Hund kaufen?

19 Antworten

Auch im Tierheim gibt es Welpen und Junghunde - also könnte deine Tante auch so einen Hund von Anfang an aufziehen.

Ansonsten kauft man einen Welpen bei einem seriösen VDH-Züchter, wenn man sich intensiv mit der Rasse und den rassetypischen Eigenschaften auseinandergesetzt hat.

Dass so ein Hund recht teuer ist, muss man auch einkalkulieren.

NIEMALS aber sollte man einen "Rassehund" bei einem Vermehrer oder "Hobbyzüchter" kaufen. Und auch von einem Mischlings-Welpen aus einer privaten Vermehrung sollte man Abstand nehmen. Denn hier fehlt das erforderliche Wissen und zumeist auch die Bereitschaft, viel Geld in die Aufzucht der Welpen zu stecken. So sind Krankheiten - auch Mangelerkrankungen - vorprogrammiert und was die Elterntiere bereits an Erberkrankungen mitgebracht haben, weiß auch niemand.

Dann sollte man eben lieber ins Tierheim gehen und dort einem Hund ein liebevolles Lebensplätzchen bieten.

Erst einmal sollte sie überlegen, ob sie einem Welpen zeitlich gerecht werden kann. Schließlich muss man viele Monate einplanen, bis man ihn stressfrei 1 - 2 Stunden alleine lassen kann. Und hat sie wirklich Lust auf die "negativen" Welpeneigenschaften (z.B. Sauberkeitserziehung und fehlende Beißhemmung)? Wenn sie dann auch noch bestimmte "Wünsche" (Charaktereigenschaften, Größe, ...) hat, sollte sie sich einen Welpen mit VDH-/FCI-Papieren entscheiden. Dort hat sie die größtmögliche Sicherheit einen gesunden, optimal aufgezogenen Welpen zu bekommen. Allerdings haben gerade die Züchter von seltenen Rassen oft Wartelisten.

Wenn das Alter und die Rasse zweitrangig sind, kann sie einfach mal im Tierheim vorbeischauen. Manchmal verstecken sich dort wahre "Schätze". Viele Hunde werden auch aus Überforderung abgegeben und blühen richtig auf, wenn sie konsequent erzogen und ausgelastet werden.

Wenn für sie auch ein Hund aus dem Ausland in Frage kommt, sollte sie sich Hunde ansehen, die bereits in Deutschland sind. Viele Tierheime arbeiten mit Vereinen im Ausland zusammen und es gibt Pflegestellen, wo man die Tiere erst einmal kennenlernen kann. Wenn der Hund direkt aus dem Ausland, am besten direkt aus der Tötung, kommt ist es Glückssache, ob man einen unkomplizierten "Familienhund" oder ein traumatisiertes "Problemtier" bekommt. Auf gar keinen Fall sollte man auf die emotionale Erpressung, mit der einige Vereine arbeiten, eingehen! Mitleid ist kein guter Entscheidungsgrund, schließlich muss der Hund auch zu einem passen. Und man sollte sich von dem Gedanken verabschieden, man hätte den Hund "gerettet". Man hat den Rettern den Hund höchstens abgekauft, damit sie mit ihrer Arbeit weitermachen können. Und auch ein Schutz- oder Adoptionsvertrag ist nur ein netteres Wort für Kaufvertrag.

Die Frage ob Welpe aus der Zucht oder Hund (beliebiges Alter) aus dem Tierheim stellt sich erstmal nicht.

Die Frage ist, welche Hunderassen zu ihrem Lebensstil und ihren Umständen passen. Hund ist nicht gleich Hund. Wenn sie Jemand ist, der eher wenig Gassi gehen möchte, kann sie sich zwar einen Mops holen, aber keinen Schäferhund.

Und das ist die eigentliche Frage: Welchen Hunderassen kann/will sie ein adäquates Leben bieten, und finden sich Hunde dieser Rasse aktuell im Tierheim? Es gibt Hunderassen, die man häufiger in Tierheimen findet, als andere.

Ich bin absolute Befürworterin von Hundeadoption aus dem Tierheim, da dort wirklich genug arme Seelen auf ein schönes Zuhause warten. Obwohl mein Hund, der - zugegebenermassen - auch aus einer Zucht stammt, allerdings von meinem Mann in die Beziehung gebracht wurde. Klar ist es schön so ein kleines Scheisserchen aufzuziehen, aber auch extrem zeitintensiv, anstrengen, aufregend, manchmal auch beängstigend.

Das muss sie natürlich selber wissen. Hat sie Zeit dafür? Traut sie sich zu einen wohlerzogenen, tollen Hund zustande zu bringen? Die Kosten müssen wir ja hier nicht diskutieren, das weiss sie ja durch ihre Hundeerfahrung.
Sich einen Hund auszusuchen ist ja keine Hau-ruck-Aktion. Was spricht dagegen einfach mal mehrere Besuche in Tierheimen zu unternehmen? Jetzt nach der Ferienzeit kann ich mir gut vorstellen dass diese erstens mal platzen, und zweitens auch viele junge Hunde und Welpen darunter sind. Schlussendlich wird der Hund sich deine Tante aussuchen, nicht andersrum :) Vom Kauf beim Züchter würde ich in der heutigen Zeit wirklich eher abraten.
Durch einen tollen Tierheim-Hund hat sie nicht nur einen dankbaren Freund, sondern auch noch ein paar Karma-Punkte mehr.

Viel Spass beim Hunde kennenlernen :)

Und die Hunde aus dem Tierheim sind alle schon erzogen?

Hund vom guten Züchter kaufen ist aktiver Tierschutz. Hunde aus dem Tierheim entstammen alle den schlimmen Quellen wo man nie einen Hund her holen sollte (Polenmarkt, Vermehrer, Upszucht usw).

Die allermeisten Hunde aus dem Tierheim sind riesige Baustellen - weil Zeit und Nervenaufwändiger als ein Welpe.

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@friesennarr

Möglich, dass es hier in der Schweiz da etwas anders läuft. Das was du schreibst kann ich jetzt nicht bestätigen. Mag aber wahrscheinlich daran liegen, dass die Schweiz nicht an die bekannten Länder angrenzt. Ich habe mit Tierheim Tieren im Allgemeinen sehr gute Erfahrungen gemacht. Und ich gehe wöchentlich mit einigen Hunden (und meinem) spazieren.
Aber sonst geb ich dir recht, natürlich muss man hier auch noch viel Arbeit reinstecken.

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@friesennarr

Nein, natürlich nicht. Ich meinte damit, dass ein Hund aus z.B. Rumänien eher in Deutschland "geparkt" wird, als auch noch über die Grenze in die Schweiz gebracht zu werden. Logisch gibt es die hier auch und leider sogar "Organisationen", die diese Hunde hier her schaffen anstatt vor Ort was Gutes mit dem Geld anzufangen.
Versteh mich bitte nicht falsch. Ich habe überhaupt nichts gegen Hunde vom Züchter, es ist die "einfachste" Lösung weil ein grosser Teil der Vorarbeit bereits erledigt ist. Aber in der heutigen Zeit, wo die Tierheime wirklich an Platzmangel leiden müssen keine neuen Hunde "gemacht" werden, wenn doch bereits so viele existieren die schon mal jemand nicht mehr wollte. Wenn man Zeit und Hundeerfahrung hat, sollte man diesen Hunden eine Chance geben. Der richtige Besitzer kann bei einem "Problemhund" wahre Wunder bewirken.

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@SecretSecretary

"Neue Hunde gemacht" werden ja nicht.

Wenn ich und alle Leute die ich kenne beim Züchter einen Hund kaufen, dann wird anderswo keiner hergestellt, weil der Markt nicht da ist. Würden alle Leute beim Züchter kaufen könnten die sie nirgends mehr absetzten, das Nachproduzieren entfällt.

Bei 3 von 4 Leuten die ich kenne die einen Tierheimhund nehmen wollten haben keinen gefunden der zu ihnen passt. Eine hat dann einen aus dem Ausland importiert, was ich auch super doof finde. Wenn dann erst die deutschen Tierheime frequentieren.

In den Tierheimen werden offene Plätze mit Hunden aus dem Ausland sowieso aufgefüllt.

Die allerwenigsten Leute die in ein Tierheim gehen um da einen Hund zu holen haben irgendwelche Erfahrungen mit Problemhunden. Die Leute die keine Ahnung von Hunden haben kaufen auch nicht beim Züchter, weil da bekommen sie keinen - du weist warum? - die kaufen dann beim nächsten Kofferraummarkt, oder beim nächsten Upswurfproduzenten.

Ich finde es schlimm, das man erst die Hunde die gerade von den negativen Orten kommen erst nehmen soll. Ich will einen Hund von klein bis alt und der hat bei mir eine Lebenstellung. Somit bin ich kein Markt für diese unmöglichen Hundehersteller.

Eine gute Zucht ist definitiv der erste Anlaufpunkt - weil würden wirklich alle Leute nur noch beim guten Züchter kaufen - könnten die Osthersteller alle dicht machen. Somit wäre ein Elend für immer geschlossen. Bei der abnahme von Tierheimhunden lässt man aber genau diese Bahnen weit offen, schon gar wenn Tierheime auch noch Hunde da "Freikaufen" was für mich der schlimmste Ansatz aller Zeiten ist.

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@friesennarr

Da kann ich dir nur Recht geben. Ich hab eben gute Erfahrungen mit sog. „Problemhunden“ aus dem TH gemacht, deswegen finde ich das in der jetzigen Zeit eine gute Option. Weil das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist... Die müssen ja auch irgendwo hin und bei vielen gibt es da durchaus noch Hoffnung.

Dein Ansatz ist der einzig Vernünftige: Hunde nur noch über Züchter kaufen. Aber so lange süsse (meist todkranke) Welpen im Ostblock aus dem Kofferraum gekauft oder gar bestellt (kürzlich wurde hier einer FS der Hund per Taxi geschickt...) werden können wird das eben leider nichts. Es müsste sich gewaltig was ändern, um dieses Problem einzudämmen.

Ich mag deine Ansichten :) Ich glaub wir haben uns etwas falsch verstanden. Ich will eigentlich nur, dass die vorhandenen Hunde erst mal versorgt werden. Aber du hast schon recht, jemand der vom Züchter aus gutem Grund keinen Hund bekommt, wendet sich an die „Hundemafia“ oder das TH und versaut die armen Tiere nur noch weiter. Das müsste definitiv aufhören und kann nur dadurch gestoppt werden, dass Hunde nur noch vom Züchter bezogen werden können. Gelingt das nicht, muss halt ein Meerschweinchen reichen :)

Schönen Abend wünsch ich dir.

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Gerade in der Urlaubszeit gibt es auch im Tierheim viele noch sehr junge Hunde, die in der ersten Jahreshälfte angeschafft/geschenkt wurden, und jetzt wo Ferien sind, stören -.-*

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