Wo besondere Pfandflaschen entsorgen?

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4 Antworten

Da hat es sich Händler aber sehr einfach gemacht. Einfach nur ein Pfand zu erheben und zu kassieren genügt nicht.

§ 9 Abs. 1 Satz 4:

"Vertreiber haben Getränke in Einweggetränkeverpackungen, die nach Satz 1 der Pfandpflicht unterliegen, vor dem Inverkehrbringen deutlich lesbar und an gut sichtbarer Stelle als pfandpflichtig zu kennzeichnen und sich an einem bundesweit tätigen Pfandsystem zu beteiligen, das Systemteilnehmern die Abwicklung von Pfanderstattungsansprüchen untereinander ermöglicht."

Nicht nur, dass er hiermit gegen die Verpackungsverordnung verstößt, er verstößt dadurch auch gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, da er sich dadurch einen Vorteil gegenüber seinen Mitbewerbern verschafft wenn er sich nicht beim DPG-System anmeldet und seine Produkte entsprechend kennzeichnet.

Mein Vorschlag:

Schreibe ihm und bitte ihn dir das Pfand zu erstatten, du aber für ihn die Flaschen entsorgst, weil mit dem Rückversand für dich aus finanzieller Sicht sinnlos wäre. Zwar dürfte er das Pfand auch nur bei Rücknahme erstatten, aber bei den anderen Verstößen macht das auch keinen Unterschied. Weigert er sich mache ihn bestimmt (aber freundlich) auf die nicht erfolgte Kennzeichnungspflicht und der Nichtteilnahme an einem bundesweiten Rücknahmesystem aufmerksam. Denn genau das soll ja dazu dienen, dass man die Verpackung nicht zum Ort des Kaufes zurückbringen muss. Mache zudem deutlich, dass dir beim Kauf nicht bekannt war, dass die Flaschen nicht gekennzeichnet waren. Notfalls mache vorher Sceenshots der Webseiten die das beweisen.

Stellt er sich weiterhin quer melde ihn beim Verbraucherschutz und der zuständigen Behörde (z.B. Ordnungsamt).

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Kommentar von Andrew0
12.06.2016, 19:41

Hallo Cokedose,
danke für die ausführliche Antwort. Ich glaube ich habe mich bei der Fragestellung falsch ausgedrückt. Der Händler markiert die Flaschen mit einem Etikett als Einweg-Pfandflasche, es ist auch das DPG-Symbol drauf. Ich nehme somit auch an, dass er sich in System angemeldet hat. Wenn ich aber nun mit diesen 24 Flaschen in einen großen Supermarkt (ala Kaufland, Rewe, Edeka) gehe, wo sie auch angenommen werden müssten, kommen Probleme auf. Zunächst ist da ein offensichtlich nach der Produktion des Bieres angebrachtes Etikett (klar, das Bier kommt aus den USA und der Importeur musste selber etwas anbringen). Der Supermarkt denkt also schon gleich, dass ich ihn um das Pfand betrügen möchte. Dann sind auf einer 0,35l Flasche 0,25€ Einweg-Pfand, was nochmals suspekt wirkt. Und zu guter letzt kommt hinzu, dass die Mitarbeiter einfach kaum Ahnung von der Pfandsache haben, weil ich vermutlich 1 von 803412 Kunden im Jahr bin, der mit so einem ungewöhnlichen Anliegen ankommt. Ähnliches Problem mit dem Einwegpfand haben übrigens auch Discounter wie Lidl, wenn sie thailändisches oder chinesisches Bier anbieten (Chang oder Tsingtao). Nur ist bei einem solch großen Abnehmer direkt ein deutsches Etikett mit DPG-Symbol aufgedruckt. Abgegeben werden können die Flaschen aber auch nur dort, wo auch Einwegglas-Flaschen verkauft werden.

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Wenn das Pfand nicht in Deutschland erhoben wurde, wirst du es wohl auch nicht in Deutschland zurückbekommen. 

Müsste ja ein deutsches Mehrwegsymbol auf dem Leergut sein, damit es überhaupt vom Automaten gescannt bzw. per Hand angenommen wird.

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Kommentar von Andrew0
12.06.2016, 17:49

Es geht doch darum, dass ein deutscher Händler ein Pfand auf ein importiertes Gut erhoben hat. Vor allem bei Einwegverpackungen wie Bierflaschen oder Getränkedosen aus Aluminium trifft das zu.

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Versuch es mal bei Kaufland,da werde ich immer Flaschen und Dosen los die andere Automaten nicht nehmen.

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Kommentar von Andrew0
12.06.2016, 17:50

Das habe ich (auch im Rewe), aber meist sind die Mitarbeiter etwas ratlos und die Filialleitung sagt auch erstmal, dass es nicht gehen würde. Sie müssen es zwar annehmen, doch wegen 6€ da einen Aufstand zu machen, lohnt nicht

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aus dem Ausland kann man hier keine Flasche "Veredeln" 

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Kommentar von Andrew0
12.06.2016, 17:48

Doch kann man und muss man. Basiert auf dem Grundsatz, dass deutsche Importeuere ausländische Produkte nach dem Pfandgesetz bepfanden müssen und somit beim Endkunden Pfand erheben (müssen). 

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