Wo bekomme ich eine Diagnose für eine eventuelle Erkrankung an Autismus her?

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4 Antworten

Um einen Autismus zu diagnostizieren gibt es neben der Untersuchung einige testpsychologische Verfahren. Nicht in jeder psychiatrisch-neurologischen Praxis werden diese gemacht. Daher wäre es wichtig, bei der Terminanfrage (man kann sich selber einen Termin geben lassen, eine Überweisung ist nicht immer zwingend nötig) gleich zu sagen worum es geht und zu fragen, ob die Leistung auch in der Praxis gemacht wird. In größeren Praxen, wo Kinder- und Jugendpsychiater und Erwachsenenpsychiater mit Testpsychologen zusammenarbeiten sehe ich die besten Chancen einer qualifizierten Diagnostik. Eine Bewilligung der Krankenkasse ist meiner Kenntnis nach nicht notwendig, wenn der Psychiater die Notwendigkeit der Testung sieht und diese anordnet.

Dabei ist es außergewöhnlich, dass ein ausgeprägter Fall von Autismus mit 19 noch nicht diagnostiziert sein soll, eventuell ist es eine wenig ausgeprägte Form wie Aspergersyndrom oder die Symptome kommen von einer anderen Erkrankung.

An Autismus erkrankt man nicht. Man hat ihn schon als Baby und wächst damit auf.

Wenn du Autist wärst, dann hättest du schon immer gespürt, dass an dir "irgendwas anders" ist. Du würdest dich irgendwann nach dem Grund dafür fragen und zu einem Psychiater oder ATZ gehen. Aber bestimmt hättest du nicht den Eindruck, plötzlich eine Erkrankung zu bekommen zu haben.

Natürlich steht es dir frei, trotzdem zu einem Psychiater zu gehen und dich von ihm an eine qualifizierte Diagnosestelle überweisen zu lassen. Bei Minderjährigen geht das sogar relativ zügig. Bei Erwachsenen sind die Wartelisten für eine Untersuchung mehrere Jahre lang.

Das hängt von Deinem Alter ab. Entweder in der Kinder- und Jugendpsychatrie oder in der Psychatrie für Erwachsene.

Alles Gute!

Habe mich bereits an psychiatrische Institutionen gewandt. Dort wurde ich bisher immer nur vertröstet, ich solle zu einem Psychiater gehen, der Termine frei hat. Erstmal einen finden, der Termine übrig hat und das Ganze dann noch von der Krankenkasse bewilligt bekommen. Als vor einigen Monaten bei der Berufsberatung war, wurde mir ein Fleyer in die Hand gedrückt mit den Worten: "Die stellen auch Diagnosen. Ganz sicher" Dort angerufen, wurde ich ebenfalls vertröstet.

Finde es echt eine Schande, dass es einem in unserem Land derart schwer gemacht wird, passende Hilfe zu finden und in Anspruch zu nehmen.


Edit://

Ganz vergessen. Bin im Moment 19 Jahre alt.

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@Soltanas

Dann gehe zum Hausarzt (falls Du das nicht schon gemacht hast) und lasse Dir eine Überweisung zum Psychologen geben. Mit dieser Überweisung in der Hand kannst Du eventuell Deine Krankenkasse anrufen und sagen, dass Du keine Termine bekommst. Viele Krankenkasse bieten den Service an einen Termin beim Facharzt in der Nähe auszumachen.

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@laetta123

Entschuldige bitte.

Ich habe die Antwort leider erst jetzt gesehen. Habe komischer Weise keine E-Mail erhalten.

Erstmal: Danke für den Link. Über diesen bin ich wieder auf den "Komiker-Verein" gestoßen, der mir bei der Berufsberatung empfohlen wurde. Als ich dort angerufen habe, wurde mir sofort deutlich gemacht, dass da nur Therapien usw. angeboten werden. Schade eigentlich. Eine Außenstelle befindet sich nur 2 Minuten von mir entfernt. Das habe ich dadurch auch erst erfahren.

Was den Hausarzt angeht muss ehrlich gestehen, dass ich dort bereits war und es leider ziemlich verplant habe. Hatte ziemlichen Stress blabla... will mich dadurch aber nicht rausreden. Es war meine eigene Schuld. Jetzt bin ich skeptisch, ob ich nicht irgendwie als jemand dargestellt, oder gesehen werde der nur nach einer Entschuldigung oder so sucht.

Bin nun auch schon die ganze Nacht wach und überlege mir, wie es sein kann, dass es für "Heranwachsende" so viel schwieriger ist in diesem Fall einen Ansprechpartner zu finden.

Danke, nochmals, für Deine Bemühungen.

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@Soltanas

Dann solltest Du Dich an an Selbsthifevereine in Deiner Stadt oder in der Nähe wenden (einfach mal googeln), damit Du erfahren kannst welche Spezialisten auch Diagnosen stellen. Oder Du fragst in dementsprechenden Foren nach. Oder Du informierst Dich in Deiner Gemeinde in dem Bürgerbüro oder Bürgerhaus über Fachleute.

Es spielt auch keine Rolle (was den Hausarzt betrifft), ob jemand denkt, dass Du nur eine Entschuldigung suchst...oder, oder. Es ist Dein Leben und das nimmst du in die Hand- auch wenn alles länger dauert. Egal, hauptsache Du suchst Dir Hilfe!

Ich wünsche Dir alles Gute!

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Wenn du wirklich autismus hast, solltest du aber wissen, das autismus keine krankheit ist...?!

Das sehe ich nicht so.

Manche nennen Autismus eine Krankheit, andere eine Behinderung.

Fakt ist: Autismus ist nicht gleich Autismus. So wie es bspw. mehrere Arten Krebs gibt, gibt es auch mehrere Arten des Autismus.

Autismus schränkt im Alltag ziemlich ein. Krebs aber auch. Genau wie viele andere Dinge auch.

Das Wort "Krankheit" klingt, wie ich finde auch um einiges schöner, als das Wort "Behinderung". Mit dem Wort "Krankheit" verbinde ich z.B. "Heilung". Wenn ich irgendwo "behindert" lese, oder höre muss ich komischer Weise sofort an etwas Angeborenes, viel zu häufig Unheilbares denken. Bspw. körperliche Missbildungen, oder gar fehlende Glieder. Da ist es mir sehr viel lieber "Krankheit" dazu zu sagen.

Außerdem: Nur weil es evtl. in der Gesellschaft verbreitet ist, heißt es nicht, dass man das so übernehmen muss. Wo wären wir heute, wenn man vor vielen Jahren den Entschluss gefasst hätte, dass Dinge die in der Gesellschaft angesehen sind, bzw.: verbreitet sind bestehen bleiben sollten? Dann würden wir noch heute Hexen verbrennen.

Des Weiteren weiß ich ja gar nicht, ob ich an einer Art von Autismus leide. Deswegen frage ich hier ja nach einer Möglichkeit, eine Diagnose zu erstellen. Wüsste ich, dass ich Autist bin, würde ich hier mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht nach eine Möglichkeit, eine Diagnose zu bekommen fragen.

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@Soltanas

Mit "Krankheit" verbindest du also "Heilung". Dann passt das Wort schon gar nicht zu Autismus, denn der gilt im Allgemeinen als unheilbar.

Mit "Behinderung" verbindest du etwas Angeborenes und Unheilbares? Das passt perfekt auf Autismus.

Darüber hinaus wollen viele Autisten nicht "geheilt" werden, weil sie sich nicht als falsch betrachten. Man kann nämlich auch anders sein, ohne schlechter zu sein.

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Autismus ist weder eine krankheit, noch eine behinderung... das sind beides völlig veraltete ansichten.es nennt sich autismus spektrums störung. und für eine diagnose brauchst du nur mal autismus zentrum googlen. allerdings sind die amerikaner etwas fitter, was das thema angeht.

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danke für den versuch, autismus zu erklären...aber ich kenn mich ganz gut aus...

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sehr gute ergänzung, danke:)

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