Wo befindet sich die Corioliskraft?

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3 Antworten

Die Corioliskraft ist eine Scheinkraft, die tatsächlich gar nicht existiert. Schaut man aus dem Weltall auf die Erde, sieht man, daß sich die Wolkenströme auf der Nordhalbkugel rechts herum verwirbeln und auf der Südhalbkugel links herum.

Die Frage ist nun, welche Kraft diese Verwirbelung bewirkt. Die Antwort ist: eigentlich gar keine, daher ist diese Kraft eine Scheinkraft.

Warum verwirbeln sich also Wolkenströme ? Weil sie wie alle Massen träge sind und ihrer ursprünglichen Bewegung folgen. Die ursprüngliche Bewegung ist ein Rotieren um die Erdache, welche am Äquator mit einer höheren Geschwindigkeit stattfindet, als in höheren Breiten. Wandern die Wolken also in höhere Breiten (in Richtung der Pole), werden sie aufgrund ihrer nach Osten gerichteten Rotationsgeschwindigkeit auch nach Osten abgelenkt, da die umgebende Luft in höheren Breiten eine geringere Rotationsgeschwindigkeit aufweist. Bewegen sich die Wolken aus den höheren Breiten in Richtung Äquator kommen sie aus Gebieten mit niedrigerer Rotationsgeschwindigkeit in Gebiete mit höherer. Sie werden also wieder nach rechts (nach Westen) abgelenkt.

Auf der Südhalbkugel erfolgt die Ablenkung entsprechend immer nach links. 

Die Corioliskraft ist eine Scheinkraft, sie existiert nicht wirklich.

Stell dir einfach vor, du würdest nen Ball vom Nordpol an den Äquator schießen. Der Ball fliegt geradeaus, aber die Erde dreht sich unter ihm weiter. Für jemanden, der auf der Erde steht, sieht es dann so aus, als würde der Ball zur Seite abgelenkt.

Das betrifft alles, was nicht fest mit der Erde verbunden ist und sich nicht 100%ig parallel zum Äquator bewegt. Daraus entstehen z.B. die Jetstreams, die beständigen, schnellen Luftströmungen in der Stratosphäre. Und daraus erhalten Wirbelstürme ihren Drehimpuls.

Stelle dir vor, ein Eisenbahnzug fährt vom Nordpol in Richtung Äquator. Dadurch gerät er in Zonen, deren Umfangsgeschwindigkeiten wegen Vergrößerung des Durchmessers sich stetig erhöhen. Damit erfährt der Zug eine Querbeschleunigung, die eine Querkraft zur Folge hat. Dadurch wird eine Seite der Eisenbahnschienen stärker abgenutzt.

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