Wo & wie schnell werden Depressionen diagnostiziert?

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3 Antworten

Eine Depression diagnostizieren kann nur eine Fachperson (Psychiater, Psychologe, Psychotherapeut). Der Hausarzt kann eine Verdachtsdiagnose fällen und dich anschliessend an eine solche Fachperson überweisen.

Es gibt Unterschiede zwischen einer Erstabklärung und einer vertrieften Abklärung. So war es auch bei mir. Für eine Erstabklärung berufen sich die Fachpersonen sowie der Hausarzt meist auf das internationale Diagnoseverzeichnis ICD-10.

Dieses listet 3 Haupt- und 7 Nebensymptome auf, welche "erfüllt" sein müssen damit es zu einer Diagnose "Depression" kommt. Konkret müssen mind. 2 Haupt- und 3 Nebensymptome für eine Depression zutreffen. Diese müssen mind. 2 Wochen durchgehend und in ausreichender Stärke vorhanden sein.

Hauptsymptome:

  • Depressive Stimmung, in einem für die Betroffenen deutlich ungewöhnlichen Ausmass, die meiste Zeit des Tages, fast jeden Tag, im Wesentlichen unbeeinflusst von den Umständen.
  • Interessens- und Freudeverlust an Aktivitäten, die normalerweise angenehm waren.
  • Verminderter Antrieb oder erhöhte Ermüdbarkeit

Nebensymptome:

  • Verlust des Selbstvertrauens oder Selbstwertgefühls
  • Unbegründete Selbstvorwürfe oder ausgeprägte, unangemessene Schuldgefühle
  • Wiederkehrende Gedanken an den Tod oder an Suizid sowie suizidales Verhalten
  • Klagen über oder Nachweis eines verminderten Denk- oder Konzentrationsvermögens, Unschlüssigkeit oder Unentschlossenheit
  • Psychomotorische Agitiertheit oder Hemmung (subjektiv oder objektiv)
  • Schlafstörungen jeder Art
  • Appetitverlust oder gesteigerter Appetit mit entsprechender Gewichtsveränderung

Hinzu kommen oft noch Symptome wie Hoffnungslosigkeit, negatives Denken, Depersonalisation/Derealisation, körperliche Beschwerden (z.B. Schmerzen), vermindertes sexuelles Interessen etc.

Die Erstabklärung ist meist nach dem ersten Termin bereits erledigt. Erhärtet sich der Verdacht auf eine Depression kommen weitere Fragebögen zum Einsatz zB. der Beck-Depressions-Inventar (BDI-II) oder die Hamilton Skala.

Die detailierte Abklärung geht ein bisschen länger. Meist müssen die Fragebögen zuhause auf den nächsten Termin ausgefüllt werden. Anschliessend wertet man sie gemeinsam aus.

Die Abklärung geht also relativ schnell, die Behandlung dafür einiges länger.

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Der erste anlaufpunkt wenn es einen nicht gut geht ist wohl meist der Hausarzt. Er kann die Diagnose erstellen und eventuell behandeln.                    Je nach schwere der Erkrankung kann er dann einen Psychologen hinzu ziehen. 

LG 

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Ein/e Psychotherapeut/in kann ebenso wie ein Fachärzte der Psychiatrie diagnostizieren. Wenn die Symptome einfach und klar sind, ist eine Depression natürlich schnell diagnostiziert. Üblicherweise in der 1. Therapiestd. Manchmal äußern sich Depressionen über viele andere Symptome, z.B. Schmerzen, Krankheiten,.... aber durch Fragen auch rasch zu klären.
Eine Diagnose wird üblicherweise in der 1. Std. gestellt, sonst ist die Abrechnung mit der Krankenkassa nicht möglich.

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