Wie viel frisst ein Pferd pro Monat?

4 Antworten

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wenn man es lässt, frisst ein shetty genauso viel wie ein friese. der trick besteht darin, es nicht zu lassen.

für ein shetty reicht aber am tag ein gut gestopftes heunetz. mischung heu/stroh 1:1, netz mit engen maschen.

ein teil des strohs wird gefressen. aber in der hauptsache dient das stroh dazu, das fressen des heus zu verlangsamen und das pony zu beschäftigen, indem es sich sein futter "erarbeiten" muss. das heunetz so aufhängen, dass es nicht in dem bereich ist, in dem das pony seine hinterlassenschaften absetzt. dann kann nämlich das heruntergefallene stroh anschliessend super zum einstreuen benutzt werden.

der haflinger bekommt 2x täglich ein zu 3/4 gefülltes heunetz mit engen maschen. mischverhältnis heu/stroh ebenfalls 1:1

der friese bekommt ebenfalls etwa 1 1/2 netze heu aus dem engmaschigen netz, allerdings pures heu ohne stroh. den strohanteil des rauhfutters holt er sich aus der einstreu. steht er auf spänen, streut man stroh auf oder gibt pro tag etwa 2-3 kilo stroh gut aufgeschüttelt separat vom boden.

geeignet sind gersten- oder weizenstroh. haferstroh muss vom heuanteil abgezogen werden.

das gewicht des gestropften heunetzes variiert je nach heusorte. es ist gut, verschiedene heuarten zur verfügung zu haben und ballen für ballen zwischen den heusorten zu wechseln. einmal, damit das heu den pferden nicht langweilig wird (es gibt tatsächlich hervorragendes heu, dass die pferde nicht so gerne fressen) und sie übers ganze gesehen möglichst alle benötigten futterpflanzen bekommen. über die sorte des heus lässt sich auch das fressen regulieren. vorzuziehen sind immer langhalmige, strukturreiche heusorten. mit denen sind die pferde viel besser beschäftigt als mit rindergraswiesenheu. 

heu mit guter struktur ist auch wichtig für die zahngesundheit der pferde, da bei lanhalmigen härteren gras- und kräutersorten die ständig nachwachsenden zähne der pferde gleichmässiger abgenutzt werden und viel seltener haken entstehen.

Guter Leitfaden, den Du geschrieben hast!

Das Grundproblem bleibt allerdings, dass die drei permanent getrennt sein müssen, wegen der unterschiedlichen Futteransprüche.

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Gibt es den keinen anderen Weg? da nicht geplant ist noch andere Pferde zuzustellen

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Alle 3 sind gute Futterverwerter, d.h. man braucht etwa die Mindestmenge an Heu (1,5kg pro 100kg Körpergewicht und Tag), dazu ein an das Blutbild angepasstes Mineralfutter. Kraftfutter ist bei diesen Rassen nur bei schwerer Arbeit nötig, z.B. wenn sie mehr als 1h pro Tag flott gefahren werden (10-15km/h Durchschnitt).

Das kann man so nicht pauschal sagen, manche Pferde sind gute Futterverwerter, manche nicht, manche sollten lieber abnehmen, manche müssen zunehmen.

Allgemein ist ein Friese kein sehr guter Futterverwerter. Haflinger hingegen ja und bei Shetties hat man normalerweise immer damit zu kämpfen, dass sie schlank bleiben bzw. keine Hufrehe kriegen.

Haflinger und Shetty sollten, falls sie gesund sind und nicht schwere Arbeit leisten, gar kein Kraftfutter bekommen, denen reicht Heu.

Friesen hatte ich noch nie, aber die brauchen evt. schon ein Beifutter.

Im Internet gibt es viele Infos zur Futtermenge, z.B.:

Bei einer Fütterung von etwa 1 bis 1,5 Kilogramm Heu je 100 Kilogramm Lebendgewicht nimmt ein 600 Kilogramm schweres Großpferd mit 6 bis 9 Kilogramm Heu täglich 1,4 bis 2,7 Kilogramm Rohfaser auf. Wer an Heu sparen muss, kann bis zu einem Drittel Heu durch Stroh (Rohfasergehalt 44 Prozent) ersetzen. Im Süden Europas werden auch bis 3 Kilogramm getrocknete Luzerne pro Tag angeboten, meist in Verbindung mit Haferstroh. Im Vergleich zur Getreideration, die beim Freizeitpferd höchstens zwischen 1 bis 3 Kilogramm, beim Sportpferd 4 bis 5 Kilogramm beträgt, sollte Raufutter stets den mengenmäßigen größten Teil der Futterration stellen. Rohfaserarme Müslisorten enthalten nur 3 bis 10 Prozent Rohfaser. Rohfaserreiches Pelletfutter kann zum Beispiel 12 bis 17 Prozent Rohfaser enthalten. Steigende Rohfasergehalte im Futter senken die Verdaulichkeit der anderen Nährstoffe (u.a. Mineralstoffe und Spurenelemente).

https://www.dr-susanne-weyrauch.de/gesundheit/allgemeine-grundlagen/heu-die-basis-guter-pferdefuetterung

ja. was du da zitierst, muss der pferdewirt für die prüfung wissen.

in der praxis sieht das halt oft anders aus.

das was an luzerne und haferstroh genannt wird, entspricht heu und hafer, aber nicht dem heu allein. 3kg luzerne ist allerdings mehr als grenzwertig als dauerfutter.

pferde sind zellulosefresser. das, was in diesen futtersorten als rohfaser genannt wird, ist grösstenteils für das pferd keine "rohfaser", sondern verdauliche zellulose.

der friese kann gut einen erhöhten anteil an kleeheu im heu verkraften - zur proteinergänzung.

eine zufütterung von brennnesselheu ist vor allem für leichtfuttrige rassen sinnvoll - ein minimum an verwertbarer energie und ein maximum an gut verwertbaren mineralstoffen.

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@ponyfliege

Bei den Luzernen geht es aber um die Verhältnisse in Südeuropa. Dort hat man halt kein Wiesengras zur Verfügung, das kann man mit hiesigen Verhältnissen nicht vergleichen. Ich bin aber auch wahrlich kein Ernährungsexperte, letztendlich habe ich bei meinen Equiden immer das genommen, was vor Ort verfügbar war und viel "nach Auge" gefüttert. War sicher nicht immer optimal, das gebe ich gerne zu. Zur Zeit habe ich noch Esel, aber die lassen sich in Mitteleuropa auch kaum artgerecht ernähren, auch wenn ich es versuche.

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Mein Onkel, ein Bauer, sagte nachdem er ein Pferd für seine Kinder holte:

Ein Pferd ist 3 mal so teuer wie ein Kuh.

Und wie teuer ist eine Kuh?

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@Larina234

Leider bin ich kein Bauer. Aber man muß ja Futterkosten, , Unterbringung, Tierarzt, Anschaffungskosten, Versicherung etc zusammenrechnen. Möglich das es im Netzt einen errechneten Durchschnitt gibt.

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@McBean

Die "Bauernweisheit" in allen Ehren, aber eine Hochleistungsmilchkuh ist mit Sicherheit sehr viel anspruchsloser in der Ernährung als ein Robustpony fürs Freizeitreiten.

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@ZiegemitBock

Der größte Unterschied ist das Kühe das Gras mit der Zunge abrupfen, da bleibt mehr dran und es erholt sich besser, auch die Hufe der Kuh als Paarhufer ist besser für das Gras. Zudem holen die Rinder durch ihre Art der Verdauung mehr Energie aus der Nahrung.

Pferde haben einen Zangenbiss und fressen das Gras sehr kurz ab, die Pflanze braucht länger sich zu erholen. Ihre scharfen Hufe sind auch nicht grade pflanzenschonend. Und die Verdauung der Pferde, so wie aufgenommen muß es durch den Verdauungstrakt. Da kommt hinten genug Energie wieder raus, so das in kargen Gegenden, bei Trockenheit die Pferde das ein zweites Mal fressen um sich über Wasser zu halten.

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