Wissenschaftliche Theorie = Bewiesen?

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es liegt im Wesen einer Theorie, dass sie prinzipiell nicht bewiesen werden kann, sondern nur falsifiziert. Ergo gilt folgendes: Eine Theorie ist solange richtig, wie es kein Experiment gibt das im widerspruch zur theorie steht. Auch danach ist die theorie noch gültig sofern sie sinnvolle und nachprüfbare Aussagen liefert, allerdings nur in dem Bereich ohne das Experiment. Beispiel Relativitätstheorie steht im Widerspruch zur Quantentheorie in Singularitäten.

Aber im Allgemeinen Sprachgebrauch wird trotzdem gesagt: Diese Theorie wurde schon vielfach bewiesen, was dann soviel heißt wie. Sie macht viele überprüfbare Aussagen und viele Dinge können dadurch sinnvoll und gut erklärt werden.

Okay, sehr interessant, danke... Man muss also einfach davon ausgehen, dass eine in sich schlüssige Theorie stimmt, solange sie nicht widerlegt werden kann?

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@MissCamChoco

Das ist keine einfache Frage ;) JA und NEIN. Ja weil: Es ist vernünftig sich im Alltag nach wissenschaftlich anerkannten Theorien zu richten, weil diese mit wissenschaftlichen Methoden erstellt wurden, und somit die beste Annäherung an die Realität bieten.

Nein weil: Richard P. Feynman hat mal gesagt "It doesn't matter how beautiful your theory is, it doesn't matter how smart you are. If it doesn't agree with experiment, it's wrong. "

In der Wissenschaft geht es eben genau nicht darum Dinge hinzunehmen wie sie sind. Im Prinzip jagt ein Wissenschaftler ständig seiner eigenen Theorie nach, mit dem Ziel unbedingt ein Experiment zu finden, dass sie widerlegt. Hat er es erstmal gefunden ist die Freude bei dem am größten der die Theorie selbst aufgestellt hat. Das klingt paradox aber worin ist das begründet?

Eben in dem Wesen der Theorie: Wenn man bei einem Experiment ein Ergebnis bekommt, welches der Theorie zuspielt hat man legentlich ein weiteren Beleg dafür dass die Theorie richtig zu sein scheint. Findet man jedoch nur ein einziges Experiment, das der Theorie widerspricht, so kann man , vorrausgesetzt das Experiment kann man beliebig mit dem selben Ergebnis wiederholen für alle Zeit auschließen dass diese Theorie richtig ist. Man hat somit den Kreis möglicher "wahrer" Dinge wieder ein bisschen enger gemacht, und kommt so näher an die wirklichen Beschreibungen heran. Dieses Auschlussprinzip ist fundamental in der Wissenschaft. Leider sind auch Wissenschaftler nur Menschen, und wir kennen mittlerweile unzählige Beispiele dafür wie ebene diese auf ihren alten verkommen Theorien rumhockten, wie Glucken auf nestflüchtigen Kücken.

Wozu führt diese Eigenschaft der prinzipiellen Unmöglichkeit der Beweisbarkeit wissenschaftlicher Theorien?

Nun es führt dazu, dass die Wissenschaft stets am Abgrund der Unsicherheit entlangwandert.

Beispiel: Du hast vielleicht schonmal von den sogenannten Kreationisten gehört, die die Bibel wörtlich nehem und sie als Schöpfungslehre im Biologieunterricht etablieren wollen. Dagegen steht eine durch viele Dinge (Fossilien, Vorrausagen etc) belegte gut durchdachte Theorie der Evolution:

Nun diese Kreationisten werfen der Evolutiontheorie unter anderem immer vor, dass sie unvollständig sei, dass sie manche Dinge, wie z.b den ursprung des Lebens nicht erklären könnte. Dagegen steht Gott als Schöpfer mit dem man Alles auf einen Schlag erklären kann Das ist richtig und eben die vorher genannte elementareigenschaft des Unsicherheitsprinzip. Wir können nicht alles damit erklären. Wir können aber schon jetzt eine ziemlich fundamentale und in vielen Sachen vernünftige Ansicht der Welt liefern, die eben nur auf wissenschaftlich reproduzierbaren, nachprüfbaren Aussagen beruht. Und: Unser Weltbild wird damit jeden Tag präziser, jeden Tag ein bisschen fundierter, und besser verständlich. Wir werden nie eine 100% Gewissheit haben, dass die Evolutiontheorie richtig ist, aber das ist die Natur der Sache und kein Grund sie nicht doch als sinnvolles Modell zur Erklärung zu verwenden. Und das tolle an der Sache: Wir müssen dazu keine komplizierten und Umfassenden Annahmen machen, alles baut auf einfachen ineinander greifenden logischen Aussagen auf.

Was kannst du jetzt davon mitnehmen:

Wenn es eine etablierte wissenschaftliche Theorie gibt ist es für dich sinnvoll die von ihr vorhergesagten Aussagen im Leben zu beachten und dein handeln nach ihnen auszurichten. Bleibe aber immer offen für eine glaubwürdige Alternativhypothese, und bewahre dir eine kritische, hinterfragende Grundeinstellung zu all jenen dir eine endgültige Wahrheit als Non Plus Ultra verkaufen wollen.

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@Seemsagoodbye

schön erklärt.

der punkt mit dem schöpfer ist die fehlende falsifizierbarkeit. entweder man glaubt es oder eben nicht. man kann die schöpfung weder beweisen noch wiederlegen. man könnte also eher von einem "schöpfungsaxiom" reden, als von einer "schöpfungstheorie".

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@dhilbert

ich wollte jetzt halt nicht unnötig irgendeine Rand Discussion lostreten, aber du hast schon ganz recht damit. Es ist ein umfassesndes Axiom, welches so konstruiert worden ist, dass man es nicht falsifizieren kann.

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@Seemsagoodbye

Wow, gute Erklärung.

Habe heute mit einer Freundin darüber diskutiert - wir sind auch zum Schluss gekommen, dass man immer offen sein sollte für neue Hypothesen, auch wenn sie vielleicht alles über den Haufen werfen, was man meint zu wissen. Denn das ist einer der Unterschiede, warum Wissenschaft für mich so viel, sagen wir mal, vertrauenswürdiger ist als Religion. Religiöse Leute bleiben immer auf alten Glaubensdogmen sitzen - Wissenschaftler hinterfragen.

Du hast mir extrem viele Antworten antworten gegeben, die ich schon lange gesucht habe. Danke vielmals!

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Hi, theasthai: ansehen, sehen. Theates: Zuschauer, Theatron: Zuschauerraum, Theater. Theoria: Betrachtung, Anschauung, Lehre. Theorie demnach: Lehre, die einen Sachverhalt erklärt - Gegensatz zur Praxis. Hypothese: Hypo: unter (Hypotonie), tithenai: stellen, setzen, legen (Theke: Ort, Behälter zur Aufbewahrung), Thesis: Aufstellen, aufgestellter Satz, Behauptung (These). Hypothese demnach etwas zu Grunde gelegtes (Unbewiesenes), der weiteren Forschung zu Grunde gelegt, noch unbewiesene Annahme. Eine Theorie erklärt ausreichend einen Sachverhalt anhand des bekannten Wissens darüber. Eine Hypothese ist eine Arbeitshypothese, die durch Beobachtungen erhärtet werden muß. Gruß Osmond

Eine Theorie ist nicht bewiesen, aber meist gut belegt. Die Evolutionstheorie gilt als hieb- und stichfest, weil es unzählige Belege, quasi Beweise gibt, aber nichts, was ernsthaft dagegen spricht. Der Name "theorie" ist hier rein historisch.

Eine Hypothese ist noch viel schwammiger, sie wird aufgestellt und harrt noch jeglicher Beweisführung oder aller Belege. Hypothesen kann man einfach aus dem eigenen Hirn zaubern.

Warum gibt es immer noch Affen auf der Welt?

Hallöchen ihr lieben

Mich beschäftigt schon länger die Frage warum es immer noch Affen auf der Welt gibt ?

Es wird ja gesagt das wir von den Affen abstammen. Also von den Trockennasenaffen. Wir sind Primaten.

Ich Frage mich warum das die Evolutionstheorie, wie auch andere Wissenschaftler behaupten ?

Woher gibt es genaue beweise dafür ? Und warum gerade von den Affen ? nur weil wir Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten mit denen haben ist das kein Beweis dafür das wir von ihnen abstammen.

Wie wir wissen ist die Natur einfallsreich und kreativ. Und das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun.

Ich Frage mich warum uns oder besser gesagt, mir das eingeredet werden will.

Fakt ist doch : Wir haben uns weiter entwickelt. Wir haben Verstand, Intelligenz, Sprache, und wir werden uns immer weiterentwickeln.

Und jetzt Frage ich euch : Was ist mit den Affen die noch auf der Welt leben ? Haben die die Entwicklung verpasst ??? Sind die Entwicklungsmäßig " hängen " geblieben ?
Wo liegt der Fehler bei denen laut Evolutionstheorie und Wissenschaftler ???

Wir wissen, das alle Lebewesen sich (weiter) entwickeln .......

Oder ist es eher der Fall das die Evolution und die Wissenschaftler ein Affiges Problem haben und die ihr glauben uns aufdrücken wollen ???

Also warum wird das denn behauptet ????

Ich danke euch herzlichst für die Antworten.

LG von Tileva

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