Wirtschaftsinformatik oder eine "reine" Informartik studieren?

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2 Antworten

Ein Informatikstudium ist ohne Vorkenntnisse fast nicht zu schaffen.

Ich habe im Bachelor Programmieren (systemnah und "high-level"), Systementwurf, Halbleitertechnik, Netzwerktechnik (elektrotechnische Grundlagen, Protokollstack, etc.), jede Menge Theorie (die aber sehr nützlich ist: Automatentheorie, Graphentheorie, Algorithmen und Datenstrukturen, etc.) gelernt, dazu Grundlagen wie Mathematik (Ana.lysis, lineare Algebra, Numerik) und Statistik (Stochastik, etc.), weiterhin Datenbankentwurf, IT-Sicherheit, IT-Forensik, Compilerbau, künstliche Intelligenz, Webservices, Betriebssystementwicklung und "Nebenfächer" wie Astronomie, BWL, Englisch, Infinitesimalrechnung, Recht. Meine Abschlussarbeit hatte interdisziplinären Charakter (Physik und Informatik) und ist an einem staatlich getragenen Forschungsinstitut enstanden.

Im Master höre ich nun wieder Veranstaltungen über Netzwerktechnik und IT-Sicherheit, aber auch über Kryptographie, Pattern-Matching, höhere Algorithmik, verteilte Algorithmen, Technische Informatik (Microcontroller, etc.), eventuell wieder Compilerbau und Betriebssystementwicklung, sowie ein naturwissenschaftliches Nebenfach, bei dem ich mich für Physik entschieden habe.

Bei Wirtschaftsinformatik hast Du das Problem, dass Du in beiden Bereichen nicht den Kenntnisstand erreichen wirst, den ein Absolvent der Informatik oder der Wirtschaftswissenschaften aufweisen wird. Du musst also in beiden Bereichen gegenüber einem spezialisierteren Absolventen "zurückstecken". In die "Schnittstelle" hinein zu kommen ist nicht so ganz einfach, da beide Bereiche meist doch eher getrennt arbeiten und recht wenige "Mediatoren" gebraucht werden.

Du studierst Info? Na herzliches Beileid. Info ist ja im prinzip Mathe... und Mathe zählt ja in unseren breitengraden nicht grade zu den Wissenschaften mit den besten Jobaussichten (Juristen lachen sich kaputt und we are not in the valley^^). Die Informatiker die ich so kenn sitzen in irgendwelchen Consultingunternehmen und klicken maximal irgendwelche indische Fertigsysteme zusammen und müssen das geheule vom Kunden täglich ertragen. Wenn die ihre 40 erreichen werden die auch verjüngert, da zu teuer... eigtl wären dafür auch WI geeignet. Dann hau mal rein im Master damit aus dir was wirt.

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@bitshifter

Du scheinst Dich ja auszukennen. Die Jobaussichten in der Informatik sind mit denen der meisten Ingeneurswissenschaften zu vergleichen (tendenziell eher besser - Informatik ist kein sonderlich beliebtes Studienfach, gerade weil es so mathematiklastig ist und viele das abschreckt) und, entsprechende Qualifikation und Motivation vorausgesetzt, noch immer gut bis sehr gut.

Ich befasse mich mit Computern und Programmierung, seit ich denken kann, habe meine ersten Zeilen Code getippt, bevor ich eingeschult wurde (kein Witz!) und bereits vor meinem Informatikstudium, ohne jegliche Qualifikation, zwei Jahre lang als "Quereinsteiger" in der Softwareentwicklung gearbeitet. Das Unternehmen hätte mich sehr gerne weiter beschäftigt, allerdings war der Job keine Herausforderung für mich und der Verdienst ohne Abschluss auch unter aller Kanone, also habe ich ein Studium aufgenommen.

Den Master mache ich, um in der Forschung Fuß zu fassen, da mir die Arbeit in einem solchen Institut im Rahmen meiner Abschlussarbeit sehr zugesagt hat. Da geht allerdings ohne Master nichts (bzw. keine Festanstellung - nur als immatrikulierter Student kannst Du mal für Abschlussarbeiten rein), weil insbesondere die staatlich getragenen Institute den Bachelor tarifrechtlich gar nicht einstufen können und weil Forschung ohne Master eben nicht wirklich geht. Ohne Master kannst Du ja auch nicht promovieren (oder zumindest ist das nicht die Regel) und die Institute gehen davon aus, dass Du nach einer gewissen Zeitspanne, während der Du dort Forschung betrieben hast, auch eine Promotionsarbeit abfasst und sie Dich anschließend als promovierten Mitarbeiter weiter beschäftigen können.

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