Wirtschaftliche Folgen des BREXIT?

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In vielen Bereichen sind die Auswirkungen noch völlig spekulativ. Gerade im Bereich der Außenwirtschaft gibt es viele Gestaltungsspielräume, wie man z. B. an den Beziehungen der EU & der Schweiz, aber auch an den Verhandlungen zu Abkommen wie CETA oder TTIP, die Canada bzw. den USA einen völlig offenen Zugang zu europäischen Markt - analog der Vollmitgliedschaft in der EU bringen, ablesen kann.

Daneben bekommt Groß-Britannien weitere Freiräume für die wirtschaftliche Entfaltung, z. B. weil sie nicht mehr an EU Beschlüsse gebunden sind. Sie könnten z. B. ohne die EU frei mit Russland Handel treiben, obwohl die EU-Länder auf EU Weisung den Handel weitgehend eingestellt haben. Von der russischen Regierung hat es, wie auch von der amerikanischen, bereits entsprechende Angebote an Großbritannien gegeben.

Neben den schwer abzuschätzenden Auswirkeungen kann man aber direkt nachlesen, daß Großbritannien als einer der drei großen Nettozahler direkt eine Menge Geld spart. Laut der EU (Quelle hier: http://www.europarl.europa.eu/brussels/website/media/modul_07/Zusatzthemen/Pdf/Nettozahler.pdf ) zahlt Großbritannien netto über 7.000.000.000 Euro - das ist die Summe, die bei Berücksichtigung aller Effekte mehr gezahlt als erhalten wird - an die EU. Mit diesem Geld kann man sehr viele andere Nachteile, z. B. Kosten im wissenschaftlichen Austausch, in den EU Studienprogrammen ("Erasmus"), völlig kompensieren und hat dann noch Geld übrig.







Ich schreibe bald meine Hausarbeit über die wirtschaftlichen Folgen des BREXIT.

Ich würde dir von diesem Hausarbeitsthema dringend abraten! Dass dein Lehrer dieses Thema überhaupt zugelassen hat, lässt vermuten, dass er als Lehrer ziemlich unfähig und/oder auch persönlich dumm ist.

Denn wie solltest du eine ernsthafte, auf Daten und Fakten basierte Hausarbeit über ein Thema schreiben können, über das selbst sog. Wirtschaftsexperten bisher nur Mutmaßungen anstellen können. Denn der sog. Brexit hat noch nicht stattgefunden, ja er ist noch nicht einmal von der britischen Regierung bei der EU beantragt worden. Nach dem Antrag werden dann die Austrittsmodalitäten verhandelt. Erst Jahre später wird man daher sehen können, welche wirtschaftlichen Auswirkungen der sog. Brexit für Europa und ganz besonders für Großbritannien selbst zeitigt.

Niemand aber kann in die Zukunft schauen! Dein Arbeitsthema wird also allenfalls aus einer Ansammlung von Vermutungen und Spekulationen bestehen können, die vollkommen unseriös und daher sinnlos sind. Wenn dieses Thema selbst einen sog. Wirtschaftsexperten überfordern würde, wie sehr dann erst einen Schüler!

MfG

Arnold


Dass das ganze nicht leicht wird, wussten wir beide (Lehrer und ich), vorallem, da wir niemanden hatten der uns eine magische Glaskugel leien wollte.

Ich werde wahrscheinlich im Hauptteil mehrere Szenarien durch gehen und erläutern was diese mit sich bringen werden.

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@elon1

Nur kann es eigentlich keine auch nur halbwegs realistische "Szenarien" geben, solange nicht wenigstens die Inhalte der Austrittsverträge bekannt sind. Und die gibt es nicht.

Ich warne also noch einmal, mehr kann ich nicht tun. Aber bitte, du musst natürlich selbst entscheiden. Viel Phantasie, Glück und Erfolg!  :-)

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Das bleibt einstweilen unabsehbar.

Realistisch dürfte sein, dass England einen Sonderbeziehungsstatus zur EU einnimmt, wie ihn Norwegen hat: Alle Vorteile des Binnenmarktes, im Gegenzug automatische Übernahme aller EU-Regelungen und Nettobeitragszahlungen - alles aber natürlich ohne jedwede Mitsprachemöglichkeit im EU-Parlament und in den EU-Gremien (soviel zur "Wiedererlangung nationaler Souveränitöt"...:-) ).

Am gravierendsten wäre wohl die Abspaltung Schottlands und die Verlagerung von EU-Institutionen und Konzernzentralen zurück in die EU wegen des Bedeutugsverlustes Englands.

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