Wirtschaft?Arbeitslosigkeit?

3 Antworten

Die Inflation bedingt nicht zwangsläufig eine sinkende Arbeitslosigkeit. Beides tritt aber oft zusammen auf. Dies ist im gesamtwirtschaftlichen Zusammenhang zu sehen. Inflation bedeutet, dass die Zentralbanken mehr Geld drucken (als zuvor schon). Ziel davon ist es die Wirtschaft anzukurbeln. Unternehmen sollen günstige Kredite dadurch aufnehmen können und in neue Projekte investieren. Hierdurch entstehen neue Arbeitsplätze.

Aber es hat doch mit dem Gewinn des Unternehmens zu tun?Wenn die Güter teurer sind,dann macht das Unternehmen ja Gewinn,so müssen ja keine Arbeiter entlassen werden?

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@Sarahmina

Das Unternehmen macht eben nicht zwingend mehr Gewinn. Sie machen dadurch dass die Güter teurer sind zwar mehr Umsatz, möchten Sie aber mit dem Geld neue firmeninterne Investitionen machen(zB eine Schreinerei kauft Balken um daraus Möbel zu machen) bekommen sie für das Geld auch weniger Rohmaterial. Ich hoffe du verstehst was ich meine

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@Sarahmina

Der Gewinn des Unternehmens ist in der Betrachtung zunächst zweitrangig, da, bloß weil die Zentralbank mehr Geld druckt, es unmittelbar und sofort zu einer Preissteigerung kommt. Im ersten Moment haben die Unternehmen durch die billigen Kredite mehr Kapital und können mehr investieren. Letztlich ist das ein “Todeskreislauf”, da die Banken immer mehr drucken müssen. Hierdurch kommt es dann zur Entwertung des Geldes der Sparer und einfachen Menschen.

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https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Inflation,_1914-1923

Bei einer Aufblaehung der Geldmenge, steht kein realer Wert mehr dahinter, die Preise galoppieren, die Wirtschaft bricht zusammen.

1929 waren dadurch 6 Millionen Arbeitslose registriert, somit deine sinkende Arbeitslosigkeit zu keiner Zeit waerend einer Inflation, im Gegenteil sie geht linear mit den Bach hinunter.

Woher ich das weiß:Recherche

1923 reagierte die Reichsbank mit eben einer erhöhten Geldmenge. Nicht auf die Nachfrage, sondern auf die Kriegsreparationen.
Das brachte die Inflation ans gallopieren.

Heute reagiert die EZB und andere Notbanken weltweit auf die Verschuldung von Staaten, Banken und Unternehmen.
Dieses mehr Geld kreist in sich selbst, es kommt nicht im Wirtschfaftskreislauf an, schon gar nicht bei den Verbrauchern.

Das Zil der EZB, eine Inlation von 2% zu erreichen scheitert wg. der s.g. Lohnzurückhaltung.
Ein Homunculus neoliberaler Politik.
Die Unternehmen koppeln die Lohnentwicklung an Produktivitätssteigerungen.
Nur lässt sich die Produktivität nicht beliebig und nicht grenzenlos steigern.
Entsprechend fehlte über Jahre hinweg der Reallohnzuwachs, die Binnennachfrage stand für die Konjunktur nicht zur Verfügung.
Das ganze wurde durch Exportüberschüsse kaschiert, jedoch sind diese Überschüsse hier, die Schulden der importierenden Länder.
Diesse Schulden, siehe EZB, versucht diese nun zu neutralisieren.
Dem schönen neuen Geld stehen in der Bilanz der EZB entsprechende Schuldforderungen gegenüber.

Da das schon länger währt setzt seit 3 Jahren eine leichte Gegenentwicklung ein, eben Lohnsteigerungen oberhalb der Inflation.
Nicht weil allseits der Altruismus ausgebrochen wäre, sondern überhaupt die Inflation durch Binnennachfrage anzuschieben.

Kurz um die EZB versucht die Schulden zu prolongieren, Tilgung auf niemals zu verschieben und die Zinsen auf 0% zu setzen.
Sehr zur Freude des deutschen Finnazministers, denn die Staatsschulden sinken, ohne auch nur 1 Cent zu tilgen.

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@soisses

Guter Beitrag, da fehlt nur noch der wunde Punkt der"Kaltem Progression", die den Lohnausgleich zur Inflation wieder zu nichte macht.

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@zetra

Der Punkt steht im Kapitel "der Staat denkt zuerst an sich selbst zuerst", Untertitel "Deutschland hat ein Geschäftsmodell" sagte Wolfgang Schäuble (CDU).

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Eine Inflation entsteht durch hohe Nachfrage, die weiderum treibt die Preise, aber eben auch die Produktionsauslastung.

Es hat doch was mit Nachfrage zu tun?Bei der Inflation ist die Nachfrage auf Güter groß,so sind viele Leute beschäftigt ,also haben Arbeit!Aber WARUM ist die Nachfrage auf Güter groß?

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@Sarahmina

Das ist einhergehend mit Kaufkraft.
Letztlich bestehen Bedürfnisse die befriedigt werden müssen, vorausgesetzt die Kaufkraft ist ausreichend.

Die Inflation an sich wirkt träge auf die Löhne. Zuvor sinkt die Kaufkraft.
Erfolgt ein Inflationsausgleich wirkt dieser gleich einer Welle.
Entweder die Leute nehmen mehr Kredite auf (nichts anderes als ein Zugriff auf Einnahmen in der Zukunft) und schieben damit den Konsum an. Oder sie nutzen die Lohnerhöhungen vormalige Konsumzurückhaltung auzugeben.

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