Wirtschaft: Umlaufrendite?

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2 Antworten

Wenn Du eine Anleihe kaufst, erhäst Du den Nominalzinssatz der Anleihe . Die Rendite ist das aber nicht. Die Rendite wird zusätzlich beeinflusst vom Kauf / Verkaufspreis der Anleihe , den Kauf/ Verkaufskosten und den jährlichen Depotgebühren. Beispiel: Bundesanleihe, nominal EUR 10.000,00 Zinssatz 3 % p.a.= Jährliche Zinszahlung EUR 300,00. Wenn Du diese Anleihe zum nominalbetrag kaufts, bei Fälligkeit kostenlos zurückgibst und keine Depotgebühren zahlen mußt ist die Rendite 3% Wenn die selbe Anleihe beim Kauf nicht 10000 EUR sondern 10500 EUR kostet (Kurs105%) erhältst du zwar weiterhin 300 Zinsen, dein Ertrag verrigert sich rechnerisch aber um 500 EUR die du mehr zahlen mußtest. Wenn Du also im gleichen Jahr z.B. zu 100% Kurswert wieder verkaufs hast du einen Verlust von 200 EUR = negative Rendite von 2% Das alles hat mit der Umlaufrendite nichts zu tun. Die ist lediglich ein Vergleichsmaßstab um im langfristvergleich zu sehen, ob aktuelle Anleihen über- oder unterdurchschnittlich verzinst werden. (Z.Zt. unterdurchschnittlich)

Rocket23 21.08.2012, 15:29

Vielen Dank. Aber warum hat das mit der Umlaufrendite nichts zu tun? Sie liegt im Moment bei 1,22 %. Das heißt doch das die durchschnittliche Rendite für Bundesanleihen liegt im Internationalen Vergleich sehr niedrig (Italien 5,8%). Deutschland kann sich also "billig" Geld leihen und das ist doch gut. Oder sehe ich das falsch?

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Verwirrung123 21.08.2012, 19:07
@Rocket23

Deutschland kann sich billig Geld leihen, sofern jemand bereit ist eine so niedrige rendite in Kauf zu nehmen.

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potatoepete 24.08.2012, 15:06
@Rocket23

Du hast völlig Recht, es war für unseren Staat noch nie so billig wie jetzt, sich Geld zu leihen. Darum wird diese Möglichkeit auc fleißig genutzt. Die aktuellen Bundesanleihen haben Nominalverzinsungen unter 1% ! Also wird auch die umlaufrendite künftig sinken.

Ich hatte Die frage so verstanden, als ob für eine Anlageentscheidung zwischen Rendite, Nominalzins und Umlaufrendite entschieden / verglichen werden soll.

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Renditen der Inhaberschuldverschreibungen mit vereinbarter längster Laufzeit vonüber 4 Jahren, sofern ihre mittlere Restlaufzeit mehr als drei Jahre beträgt; gewogen mit den zu Marktpreisen bewerteten Umlaufsbeträgen. Die Auswahl der in die Berechnung einbezogenen rd. 2.600 Emissionen wird jeweils am Monatsanfang aktualisiert

Die durchschnittliche Restlaufzeit aller in die Berechnung einbezogenen Bundeswertpapiere betrug Anfang August 2012 10,4 Jahre

http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Statistiken/Geld_Und_Kapitalmaerkte/Zinssaetze_Renditen/stat_urendite_wpart.pdf?__blob=publicationFile

Mit anderen Worten:

Die Umlaufrendite ist der Durchschnitt aller Renditen von Anleihen mit mindestens 3 Jahren Restlaufzeit.

Dabei geht nicht jede Anleihe gleich stark in die Berechnung mit ein , sondern größere erhalten mehr Gewicht..

Insgesamt geht es darum das allgemeine Zinsniveau eines Landes zu ermitteln.

Die Rendite die Du beim Kauf einer Anleihe erhälst ist dagegen eine Einzelgröße, während die Umlaufrendite ein statistischer Mittelwert ist.

Die Rendite beim Kauf einer Anleihe ergibt sich aus Zinssatz, Kaufkurs und Restlaufzeit.

Entsprechende Daten gibt es bei Onvista und anderen unter Anleihen - Suchen

Mit freundlichen Grüßen

Nasdaq

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