Wirkungsgrad bei elekrtischen Heizungen?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

In der Sache liegst Du vollkommen richtig, den Unterschied gibt es wirklich nicht.

Dass Elektroheizung angesichts der vorgelagerten Energiewandlungen mit insgesamt ca. 70% nutzloser Abwärme eine große Verschwendung ist, betrachte ich hier einmal nicht als Teil der Frage.

Bei Elektroheizungen macht es gar keinen Sinn, vom Wirkungsgrad zu reden, weil das ja die Unterscheidung von Nutzwärme und Abwärme (wie z.B. bei
Kaminheizungen) unterstellt. Der sog. „Stromverbrauch“ ist immer eine vollständige Wandlung von Elektroenergie in Wärme. Wer für seine Wohnung 1 kWh Strom einkauft, der beheizt seine Wohnung auch mit 1 kWh, und zwar vollkommen gleichgültig, mit welchem Gerät das geschieht. Das kann natürlich auch der PC sein. Ausgenommen sind hier nur - zumindest theoretisch - Aufladungen von großen Energiespeichern, die erst außerhalb der Wohnung bei der Entladung ihre Wärme abgeben. Dazu gehören aber angesichts der Größenordnung keinesfalls die Handy-Akkus (ca. 0,5 Cent pro Aufladung).

Daraus folgt, dass bei der elektrischen Raumlufterwärmung neben den Anschaffungskosten des Heizgerätes ausschließlich der Stromtarif (u.U. auch
Nachtstromtarif!) in die Heizkostenrechnung eingehen:

Verbrauchskosten elektrische Raumlufterwärmung = Wärmebedarf in kWh mal Tarif in €/kWh.

Diese einfache Gleichung wird seit Jahrzehnten vehement geleugnet (und damit der Energieerhaltungssatz!) von betrügerischen Vertreibern von angeblich „Strom sparenden Elektroheizgeräten“. Das ist so unsinnig wie der „Fleisch sparende Fleischwolf“. Die nehmen v.a. für Ihre geheimnisvollen sog. „UV-Strahler“ z.T. den hundertfachen Preis im Vergleich zu kleinen Heizlüftern (rund 5 Euro Anschaffungskosten pro kW Leistung), die in der Regel den gleichen Zweck erfüllen zu den absolut gleichen Verbrauchskosten.

Heizstrahler machen dort Sinn, wo sich Menschen bei kalter Umgebungsluft nach dem Drehspießprinzip im Strahlungskegel des Gerätes aufheizen, z.B. in Biergärten oder Messehallen. Das ist hier natürlich billiger, als die gesamte Umgebungsluft aufzuheizen. Die Vertreiber solcher Strahler werben aber ständig damit, die Raumluft besonders billig elektrisch aufzuheizen. Und das ist ein platter Betrug!

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Ganz vielen Dak, dann hat ich die Physik nicht getrügt. Der Energieerhaltungssatz war auch meine Grundlage. 

Das heißt doch, dass elektrische Heizgeräte letztendlich innerhalb des Raumes bei gleichem Leistungsumsatz auch den Raum gleich erwärmen, langfristig betrachtet: Also ein 2,2kW Heizer für 20€ von Aldi liefert die gleiche Wärme wie ein 2,2kW Heizer von einem teuren Hochpreissegmentanbieter...

Vielen Dank :)

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@Wupbanz

Das ist so etwas missverständlich.

„liefert die gleiche Wärme wie ein 2,2kW Heizer

…. in der gleichen Zeit“. Das ist ganz wichtig für Leute, die nicht Opfer dieser kaufmännischen Scharlatane werden wollen! Bei ungleicher Leistungsaufnahme erbringen alle Geräte die gleiche Wärme in unterschiedlichen Zeiten. Kurz zur Theorie:

Energie = Leistung mal Zeit. Und Wärme ist eine Energieform. Daraus folgt: Die der Wohnung zugeführte Wärmemenge = elektrische Leistung mal Zeit. Wenn Dein Elektrogerät die doppelte Leistung aufnimmt, führt es die gleiche Wärme in der halben Zeit zu. Die Regelung erfolgt üblicherweise per Thermostat gemäß voreingestellter Solltemperatur. Somit ist die Leistung der Geräte kein Verbrauchskostenfaktor bei gegebenem Wärmebadarf pro Zeit. Wenn die Leistung eines Heizlüfters (standardmäßig 2 kW) nicht hinreicht zur Bedarfsdeckung, dann muss ich eben mehrere dieser Geräte kaufen. Der Wärmebedarf (kWh pro Jahr) der Wohnung lässt sich online ermitteln nach Google-Eingabe „Wärmebedarfsrechner“. Bei vernünftigem Einkauf liegen die Anschaffungskosten bei 5 € pro kW Leistung. Das ist angesichts der enormen jährlichen Stromkosten ein zu vernachlässigender Betrag. Naive Leute geben pro kW auch schon 1000 € aus für angeblich "stromsparende", raumfüllende, glänzende Möbelstücke.

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Dem ist nichts hinzuzufügen. Perfekte Antwort.

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deine überlegungen in allen ehren, aber wie der günther schon schrieb, ist elektrisch heizen extrem unwirtschaftlich. das gilt auch (überaschung) wenn man den strom dafür selbst erzeugt. und hier gilt es erst recht!

du brauchst eine irrsinns leistung um genügend energie bereit zu stellen und eine wahnsinns akkukapazität rechnet man die entlade und Ladeverluste der akkus bei, kommt nur die hälfte der energie, die du hinein gesteckt hast wieder heraus... rechnet man dann noch die wechselrichterverluste bei, dann ist es gerade mal ein drittel... ach ja, da war ja noch was. wenn du genügend leistung bereit stellen willst, um das haus auf einmal zu heizen, dann musst du alleine in die wechselrichter schon mal ein paar tausender investiren...

grob gesagt würde ich über den daumen peilen, dass du eine gute sechsstellige summe in die sache stecken musst, um das so umzusezen wie geplant...

nicht umsonst sorgen die allermeisten autarkhäuslebauer dafür möglichst wenig strom zu verbrauchen und rüsten geschirrspüler und waschmaschine auf warmwasserbetireb um... für die nötige energiezufuhr sorgen dann vakkumröhrenkollektoren in verbindung mit einem wirklich großen heißwasserspeicher. wir reden hier von mehreren kubikmetern...

wenn ichs zu machen hätte, würde ich im garten einen 12 m² Kugelspeicehr verbuddeln, das müsste eigendlich für beheizung und warmwasserbereitung ausreichen...

ihr könntet aber auch über scheitholz als zusätzliche energiequelle für den winter nachdenken...

lg, Anna

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Ja, das mit der Wirtschaftlichkeit stimmt, deswegen dachte ich an das Bitcoinmining als finanzielle Kompensation, aber ich höre, es scheint also sinnlos zu sein elektrische Energie zum Haus erwärmen zu nutzen...

Gut, das mit der Auslegung der Wechselrichter etc. hab ich noch nicht durchgerechnet, aber das ganze Haus soll auch noch in einem finanziell sinnvollen Rahmen bleiben: also bei Unabhängigkeit von Strom und Wasser vielleicht einen gewissen Aufschlag, der sich aber über die Jahre als mindestens Nullsumme rausrechnen soll...

Also ein nice-to-have, aber kein upperclass Endprodukt....

Es stimmt, dass gerade bei tiny houses eigentlich ausschließlich mit Holz geheizt wird. Ich hatte gehofft, dass man das vielleicht anders lösen kann, aber Holz findet man ja sonst auch noch bei schlechten Zeiten...

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@Wupbanz

du redest hier vom tinyhouse, also ist der platz schon mal sehr beschränkt... ein weitres argument gegen eine powerbank...

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@Wupbanz

Die Investition für die Fotovoltaik ist zum Fenster hinaus geworfen, wenn Du den damit erzeugten Strom verschwenderisch verheizt. Dabei ist es völlig egal, ob Du den Strom mit Glühlampen, Kühlschränken oder Bitcoinmining-Computern verschwendest!

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Hallo Wupbanz,

Sie müssen bedenken, welchen Verwendungszweck sie für ein Gerät haben möchten. Bei Heizgeräten ist ja die Temperatur etwas erwünschtes, bei einem Staubsauger z. b. ist die Temperatur ein unerwünschtes Nebenprodukt.

Man sollte sich auch vor Augen halten, dass der Wirkungsgrad NIEMALS 1 sein kann, da selbst die elektrischen Leitungen (Kupfer) Leistungsverluste haben.

D. h. z. b.

(delta)U = (2 * I[Strom] * L[Meter]) / (Gamma[Ohm mm² / Meter] * A [Querschnitt])

Von daher haben wir auch durch den Spannungsabfall in der Kupferleitung (aufgrund des Widerstandes), Leistungsverluste. Da (P = U * I)

LG Dhalwim

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