Wirkung Vollmond auf die Menschen, Ja oder nein?

Das Ergebnis basiert auf 25 Abstimmungen

Ja, der Vollmond hat ein spürbarer Einfluss. 60%
Nein, der Vollmond hat kein spürbarer Einfluss, ist Aberglaube 40%

14 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Nein, der Vollmond hat kein spürbarer Einfluss, ist Aberglaube

Hallo najadann,

natürlich kann ich es mir auch nicht verkneifen... ;-D

Was sollte ein Mond ohne Erdschatten (Vollmond) ,...

Der Schatten bei Neumond ist nicht der der Erde, sondern praktisch der des Mondes selber. So wie wir uns nachts im Schatten der Erde befinden.

Dann noch ein Hinweis vorab:

Was ist eure Meinung?

Es gibt Dinge, die sind keine Meinungsfragen.

Bei einer solchen Umfrage kriegst Du notorisch raus, dass ein gutes Drittel der Bevölkerung an Einflüsse des Mondes glaubt, in Deutschland sind es bezüglich des angeblichen schlechten Schlafes sogar deutlich mehr - weltweit auch hier rund ein Drittel. Das belegt aber eben NICHT, dass es solche Einflüsse gibt, sonder nur, dass sie eine "gefühlte Wahrheit" sind.

Es gibt aber bekannte psychologische Effekte, die hier zu einem Wahrnehmungsbias führen:

1) Vollmond ist verdächtig - wegen der kursierenden Mythen über den Mond. Der Vollmond fällt am Himmel auf und wird deshalb leicht zum Sündenbock.

2) Positivbeispiele, wenn was Ungewöhnliches bei Vollmond passiert, werden notorisch bemerkt. Gegenbeispiele (es passiert was bei einer anderen Mondphase oder bei Vollmond nichts) dringen nicht so stark ins Bewusstsein. Die Psychologen nennen solche systematische zu starke Wahrnehmung der Positivbeispiele "selektive Wahrnehmung". Und die passiert unbewusst.

3) Vollmond ist eigentlich nur eine Nacht. Der Laie nimmt den Mond aber schnell mal 3 - 4 Nächte als "voll" wahr... und natürlich passieren in 4 Nächten mehr Sachen als in jeder anderen einzelnen Nacht.

4) Eine geheimnisvolle Wirkung des Mondes ist viel spannender als wenn Vollmond halt nichts besonderes ist. Menschen lieben Sensationen und Geheimnisse... und die Presse erst recht. Einzelne wissenschaftliche Arbeiten, die Zusammenhänge sehen wollen, werden deshalb viel öfter von der Presse aufgegriffen als sehr viel größere, bessere und aussagekräftigere Studien. (Schubladenbias)

5) Astrologen und andere Geschäftemacher schüren den Glauben an die "Macht des Mondes" aktiv, weil man mit esoterischen Vorstellungen über den Nachthimmel gut verdient.

Daher jetzt keine Meinung, sondern die Fakten. - Anhand derer bilde ich mir dann meine Meinung. Und die ist: Alle angeblichen Einflüsse des Mondes verschwinden, wenn man in sauberen Studien nachzählt und die oben geschilderten Biasmöglichkeiten ausschaltet. Der Mond ist unschuldig an den Schwankungen von schlechtem Schlaf, Geburten, Operationskomplikationen, Aggressivität und Unfällen. Und allem anderen, dessen er beschuldigt wurde auch.

Hier ein paar tolle Quellen dazu:

1) Die Webseite der Kuffner-Sternwarte gibt einen guten Überblick über die widerlegten Mondmythen:

http://www.dermond.at/index.php

2) Der Bericht zur größten Metastudie zu Mondmythen von Kelly, Rotton und Culver, in dem auch lang und breit erklärt wird, wie sich solche Mythen selbst am Leben erhalten, obwohl in Wahrheit nichts dahinter steckt - also nichts vom Mond ausgeht... leider Englisch, aber richtig fundiert und umfangreich.

http://www.aske-skeptics.org.uk/resources/Intelligencer/Intelligencer_2-3and4_1998_WithoutAddress.pdf#page=23

Jetzt noch Quellen zu den einzelnen Mythen, ich greife mal die Themen Geburten, Schlaf und Operationskomplikationen raus.

1) Bei Vollmond gibt es auch nicht mehr Geburten als an anderen Tagen

Walhoer + Haidinger: The lunar cycle and the number of deliveries in Austria between 1970 and 1999

http://www.meduniwien.ac.at/epidemiologie/public/pdf/GynaecolObstetInvest-2-2002.pdf

We conclude that there is no signifi-cant effect of the lunar cycle on the number of deliveriesin Austria.

Oliver Kuss: Untersuchung von 4 Millionen Geburten - Kein statistisch signifikanter Zusammenhang mit der Mondphase

http://oliverkuss.de/science/publications/Kuss_Kuehn_AOGS_Lunar_Cycle_and_the_Number_of_Births.pdf

2) Vollmond und schlechter Schlaf - kein Zusammenhang.

Untersuchung am Max-Planck-Institut: https://www.mpg.de/8271794/schlaf_vollmond

Ich zitiere:

"Um Zufallsbefunde zu vermeiden, wie sie in Studien mit geringer Teilnehmerzahl möglich sind, untersuchten die Wissenschaftler nun Schlafdaten von 1.265 Probanden aus 2.097 Nächten. „Nachdem wir diese große Anzahl von Daten ausgewertet hatten, konnten wir frühere Ergebnisse aus anderen Studien nicht bestätigen“, berichtet Martin Dresler, Neurowissenschaftler am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München und Donders Institute for Brain, Cognition and Behaviour in Nijmegen, Niederlande. „Wir konnten keinen statistisch belegbaren Zusammenhang zwischen menschlichem Schlaf und den Mondphasen aufzeigen.“

Im Rahmen dieser Untersuchungen fand sein Team weitere unveröffentlichte Analysen von über 20.000 Schlafnächten, welche ebenfalls keinen Einfluss des Mondes feststellen konnten. Dass diese Ergebnisse nicht veröffentlicht worden sind, könnte ein Beispiel für eine verzerrte Veröffentlichungspraxis sein, wie sie beispielsweise auch als „Schubladenproblem“ bekannt ist. Darunter versteht man das Phänomen, dass viele Untersuchungen zwar durchgeführt, aber nie veröffentlicht werden – sie verbleiben stattdessen in der Schublade der Forscher."

Noch neuere Untersuchungen bestätigen dies:

https://www.researchgate.net/publication/283261567_Bad_sleep_Don't_blame_the_moon_A_population-based_study

A total of 2125 individuals (51.2% women, age 58.8 ± 11.2 years) participating in a population-based cohort study underwent a complete polysomnography (PSG) at home. Subjective sleep quality was evaluated by a self-rating scale. Sleep electroencephalography (EEG) spectral analysis was performed in 759 participants without significant sleep disorders. (...) Conclusion: Our large population-based study provides no evidence of a significant effect of lunar phases on human sleep.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27928860

Thus, this large, objectively-measured and well-controlled population of adolescents displayed no lunar periodicity in objective physical activity, subjective sleep quality or time in bed.

Zitiert wird von der Presse leider sehr oft eine einzelne Arbeit von Cajochen aus dem Jahr 2013 an gerade mal 33 Teilnehmern, bei der zudem die Vollmondgruppe etwas älter war als die Vergleichsgruppen.

3) Der Mond und Operationen: Kein Zusammenhang mit Komplikationen

Studie von Kuehnl und Herzog, 2009 - untersucht wurden über 2000 Operationen

https://eurjmedres.biomedcentral.com/articles/10.1186/2047-783X-14-4-178

Rate of intra-operative complications as well as rate of post-operative morbidity and mortality was not significantly affected by moon phases. Furthermore, there was no significant impact of the lunar cycle on long-term survial.

Studie von Smolle 1999 - untersucht wurden 14000 Operationen

https://link.springer.com/article/10.1007/BF02619877

Unsere Untersuchungen weisen darauf hin, daß die behaupteten Zusammenhänge zwischen Mondphasen und Operationskomplikationen durch Beobachtung nicht bestätigt werden können und damit als Aberglaube zu betrachten sind.

Ich hoffe, es wird klar, warum so was keine Meinungsfrage ist. ;-)

Grüße

Erdschatten /Mondschatten war wohl nicht ganz richtig :-)
herzlichen Dank für deine ausführlichen Infos.

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Nein, der Vollmond hat kein spürbarer Einfluss, ist Aberglaube

Jedenfall keine wissenschaftlich messbar und auch viele Studien haben gezeigt daß es bei Vollmond weder mehr Unfälle, Verbrechen, Geburten, usw gibt. Der Mond hat auch keinen Einfluß auf Wasser ich meine damit angeliches Mondwasser und Haarwachstum. Wenn zwei Personen nebeneinander stehen beeinflusst sie ihree Gegenseitige Schwerkraft mehr als die den Mondes. Und eine Schwerkraft ändert sich auch nicht mit seinen Phasen.

(1.) Ob der Mond als Neumond, Sichel, Halbmond oder Vollmond erscheint, hat gar nichts mit "Erdschatten" zu tun. Ein Erdschatten kann nur hie und da (bei Vollmond) den Mond treffen, wenn gerade eine partielle oder totale Mondfinsternis stattfindet.

(2.) Auch die Gravitation zwischen Erde und Mond ist nicht von der Mondphase abhängig und zudem durch das menschliche Sinnessystem nicht wahrnehmbar.

(3.) Ein "realer" Einfluss der Mondphase auf das Empfinden oder Verhalten von Menschen kann eigentlich nur mit den weniger dunklen Nächten bei hellem nächtlichem Mondschein oder aber mit psychogenen Einflüssen (Astrologiegläubigkeit o.ä.) zu tun haben.

Möglicherweise wurde ein (psychisches) Relikt der Steinzeit überliefert?

Bei Neumond war es dunkler, also mußte man vorsichtiger sein!?

(ist natürlich spekulativ)

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