Wirkt die Nakose schon im Vorraum bei einer op und sieht man den eigentlichen Operationsraum?

10 Antworten

Ich wurde schon des öfteren operiert.Bei mir haben die netten Tabletten vorher schon so reingehauen,dass ich noch nicht mal mehr den Vorraum gesehen habe.Normalerweise bekommt man die vor der OP und wenn die wirken,und die wirken wirklich schnell,ist dir das egal,glaubs mir.

Nein! Den OP wirst du nicht zu sehen bekommen. Viele können sich nach der OP noch nicht mal mehr an den Einleitungsraum erinnern wegen der Prämedikation (Tablette vor der OP). Sie bewirkt nämlich auch eine retrograde Amnesie (Gedächtnislücke). Die Narkose beginnt im Einleitungsraum. Dort bekommst du natürlich erst einmal den i.v. Zugang (Venenverweilkanüle bzw. Venenverweilkatheter) in den Arm oder auf den Handrücken und du wirst an das Überwachungsgerät angeschlossen. Das heißt, du bekommst eine Blutdruckmanschette an den Oberarm. Du bekommst EKG Elektroden auf die Brust und du bekommst die Pulsoxymetrie (misst den Sauerstoffgehalt in deinem Blut) an einen Finger. Später nach der Intubation also wenn du den Endotrachealtubus (Beatmungsschlauch) in der Luftröhre hast kommt ein weiteres Überwachungsgerät bzw. Messgerät für das Narkosegas und die Ausatemluft (CO2 Gehalt) dazu. Das Gerät misst z.B. auch, ob nur eine oder beide Lungenflügel beatmet werden. Aber das bekommst du nicht mehr mit weil du schon tief und fest schläfst. Ambulante Operationen in Praxen haben meistens keinen Einleitungsraum. Da findet alles in einem Raum statt. Dort ist auch nicht so viel Personal anwesend weil die Operationen dort nicht so groß bzw. gefährlich sind. Ablauf einer normalen Narkose = ITN (balancierte Anästhesie). Häufigste Form der Narkose. Du bekommst reinen Sauerstoff zum Einatmen. Hierbei wird die Maske noch nicht dicht auf das Gesicht gehalten. In den seltesten Fällen wird auch gleich ein Narkosegas (Lachgas) beigemischt. Wenn das der Fall ist, bekommt man die Maske direkt aufs Gesicht gelegt. Wenn kein Lachgas mit dabei ist, bekommst du eine Schlafspritze (Schlafinduktion bzw. Hypnotikum) meistens Propofol (sieht wie Milch aus). Dann schläfst du innerhalb von 20 bis 40 Sekunden ein und du bekommst ab da nichts mehr mit. Dann bekommst du das Schmerzmittel gespritzt und danach das Muskelrelaxans. Aber wie gesagt, da schläfst du schon tief und fest. Parallel dazu wirst du Präoxygeniert (Sauerstoffgabe) bis das Muskelrelaxans voll wirkt und deine Muskeln alle vollkommen erschlafft sind, denn vorher kannst du nicht intubiert werden (Beatmungsschlauch in die Luftröhre) wegen der Schutzreflexe die einen Würgereits sowie Laryngo oder Bronchospasmus (Verkrampfung der Kehlkopfmuskulatur oder Muskelverkrampfung der Atemwege) auslösen könnten. Aber auch das Narkosemedikament selber kann einen Spasmus auslösen. Normalerweise muss der Patient mindestens 3-6 Min. Präoxygeniert werden. Machen aber nicht alle Anästhesisten sondern fangen sofort mit der Intubation an wenn das Muskelrelaxans seine Wirkung entfaltet hat weil sie viel Erfahrung haben. Nach der Intubation wirst du künstlich beatmet mit einem Sauerstoff-Narkosegasgemisch. Dann wirst du in den OP gefahren und für die OP gelagert. Mit dem Narkosegas wird nun die Narkose aufrechterhalten. Dann bekommst du über die Vene nur noch Schmerzmittel und Muskelrelaxans aber kein Schlafmittel mehr. Ausnahme ist eine TIVA. Bei dieser Form der Narkose wirst du nur mit Sauerstoff beatmet ohne Narkosegas. Hier bekommst du alle Narkosemedikamente über die Vene injiziert und kein Narkosegas. Eine TIVA ist besser verträglich und schonender. Wird aber vor allem bei kurzen und ambulanten Operationen angewendet. Bei einer Operationsdauer über 60 Min. wird in der Regel eine ITN (mit Gas) angewendet. Es gibt noch die IVA. Der Unterschied zwischen TIVA und IVA ist der Einsatz von Lachgas. Es wird zu den i.v. Medikamenten Lachgas verwendet (Inhalationsanästhesie). Lachgas wird von einigen verteufelt und von anderen gelobt. Das hängt von dem Einsatzgebiet und der Konzentration des Gases ab. Welche Form der Narkose du bekommst steht in deinem Narkoseprotokoll. Beides ist möglich. Reinen Sauerstoff (die Maske) bekommt jeder vor der Intubation. Erst später kommt das N-Gas dazu. Bei Kindern die Angst vor der Nadel haben, wird oft die Narkose mit Lachgas eingeleitet und sie bekommen danach erst die Vasofix Nadel (i.v. Zugang) gelegt. Eine reine Lachgassedierung mit örtlicher Betäubung wird immer häufiger bei Weisheitszahnextraktion angewendet. http://www.medizin-kompakt.de/anaesthesie/pflegerische-anaesthesietaetigkeiten/hilfeleistung-bei-intubationsnarkosen/intravenoese-narkoseeinleitung-seite-1

Musst Du das Kind denn so erschrecken? Das wollte sie doch alles gar nicht wissen.

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@BuddyOverstreet

Ja, ich gebe dir ja Recht! Aber wer alt genug ist sich im Internet schlau zu machen oder Fragen zu stellen, der muss auch mit der Wahrheit umgehen können. Ich möchte nur wachrütteln und vor den Gefahren warnen. Denn ich bin sehr verbittert weil ich jeden Tag mit meinem Narkoseschaden zu kämpfen bzw. zu leben habe. Aber das KH in Duisburg Fahrn weist jede Verantwortung zurück. Sie behaupten, dass meine Gedächtnisstörungen, meine Kopfschmerzen, mein hoher Blutdruck, meine Schwindelattacken, meine Schlaflosigkeit etc. nicht von der Narkose kommen. Das meine Beschwerden direkt nach der Narkose aufgetreten sind wäre Zufall. Wenn man nun noch Berücksichtigt, dass ein Gutachter festgestellt hat, dass meine OP sogar unnötig war und ich mich dieser Gefahr einer Narkose hätte gar nicht aussetzen müssen ist das skrupellos. Es ging mal wieder nur ums Geld wie so oft. Die Zahl der Operationen in Deutschland hat sich in den letzten Jahren verdoppelt. Unser Vergütungssystem im Gesundheitswesen muss dringend geändert werden vor allem bei Operationen. LG

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Ich wurde bisher 3x operiert. Vorher hab ich immer eine Tablette bekommen. Die heißt "Dormicum" (jedenfalls in meinem Fall) und man kann sie liebevoll "Leck mich am A**-Tablette" nennen. Man wird müde und einem ist das alles etwas egal.

Den "Umzug" auf den OP-Tisch hab ich jedesmal mitbekommen. Die eigentliche Lagerung zur OP dann nicht mehr. Aber man liegt dann da, in OP-Hemdchen bzw. nackig unter warmen Tüchern (in meinem Fall), bekommt dann den Zugang gelegt und darüber die Narkotika. Evtl. vorher noch ne Maske, über die man ein paar Atemzüge lang Sauerstoff bekommt. Dann knipsen sie dir die Lichter aus, und wenn du das nächste Mal wirklich zu dir kommst ist alles Geschichte.

Also ja - ich hab den OP gesehen, aber dank Dormicum war mir das mehr oder weniger wurscht.

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