Wird weniger Regenwald gerodet, wenn man als Deutscher weniger Fleisch kauft und isst?

Das Ergebnis basiert auf 70 Abstimmungen

nein 56%
ja 43%
weiß nicht 1%

22 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
nein

Die Ausbeutung geschieht aufgrund der Verhältnisse: Es geht darum, mit der Ausbeutung der Natur Profit zu erzeugen, um jeden Preis. Das ist das Wesen des Kapitalismus. Wenn ein Teil der Flächen (neben kurzlebigen Weideflächen werden die Regenwälder übrigens auch für Seltene Erden, Gold, Holz, Bio-Treibstoffe uvm. gerodet) nicht mehr für Weiden gerodet wird, dann eben für etwas anderes das Geld bringt. Solche absurden Moralthesen, die versuchen einzelne Güter zu verteufeln, gehen völlig am Kern des Problems vorbei.

Abgesehen davon hat der deutsche Fleischkonsum damit sehr wenig zu tun, selbst der weltweite spielt eine untergeordnete Rolle. Eine größere Rolle spielt da schon die weltweite Überbevölkerung, gerade in den Regenwaldländern.

"dann eben für etwas anderes das Geld bringt"

Nur, dass andere Dinge dort eben kein Geld bringen.

"die weltweite Überbevölkerung, gerade in den Regenwaldländern"

Achja, deswegen wird auf den gerodeten Flächen auch fast ausschließlich für den Export angebaut?

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@HansImGlueck178
Nur, dass andere Dinge dort eben kein Geld bringen.

ich hatte ein paar aufgezählt ;) Auch wäre es kein Problem von Soja auf Palm oder irgendwas anderes umzustellen.

Achja, deswegen wird auf den gerodeten Flächen auch fast ausschließlich für den Export angebaut?

...damit lässt sich Geld verdienen das in der Heimat bleibt. Und letztendlich darum geht es doch. Es ist irrelevant ob der Anbau direkt in Brasilien/Indonesien/Kongo gefuttert wird oder dieser exportiert um davon billige Hähnchenfüße aus der EU zu importieren.

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@HansImGlueck178

Doch man kann auch andere Pflanzen dort anbauen die Öl bringen. Vielleicht sind die dann nicht so profitabel wie Soja, dann wird eben einfach noch mehr gerodet damit man mehr davon anbauen kann.

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@Bearman1974

Soja ist kein guter Öllieferant, so ziemlich jede Ölpflanze ist effektiver. Aber es wird ja auch nicht für das Öl angebaut, sondern als Futtermittel.

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@HansImGlueck178

Nein, wegen der Doppelnutzung. Und würde eben kein Soja dort angebaut wäre es trotzdem eine andere Pflanze. Oder denkst Du die Bauern denken sich dann: naja dann lassen wir das mit dem Roden obwohl wir ja auch nur Ölpflanzen anbauen könnten, also Mais zum Beispiel. Soja ist einfach am lukrativsten in dem Fall und eine weniger lukrative Pflanze bedeutet einfach das noch mehr gerodet wird und nicht das weniger gerodet wird. So einfach ist das einfach nicht wie sich das manche Leute vorstellen.

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@Bearman1974

Wenn die Ressourcennutzung insgesamt sinkt, dann muss nicht mehr angebaut werden, dafür muss man wirklich kein Genie sein.

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@HansImGlueck178
Wenn die Ressourcennutzung insgesamt sinkt, dann muss nicht mehr angebaut werden, dafür muss man wirklich kein Genie sein.

In der Theorie Richtig aber in der Praxis falsch bis naiv, denn die Wirtschaft, siehe Werbung, sorgt schon dafür das man etwas "unbedingt" braucht. VW ist das beste Beispiel im zusammenhang mit den USA. Durch den Skandal entschied man in den USA das die Autos, von VW welche noch nicht verkauft wurden, auch nicht Exportiert werden dürfen, das heißt 500.000 Autos, Nagelneu, in den Schrott. Das war eine politische Entscheidung, weil so die US Autobauer einen indirekten Vorteil draus zogen.

Ein weiteres Problem ist das alles was produziert wird immer kürzere haltbarkeitszeiten hat, es wird schon so produziert das es immer wieder kaputt geht und bedarf da ist.

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@PlueschTiger

In der Praxis ist das trotzdem richtig. Was du sagst ist zwar per se nicht falsch, hat mit meiner Aussage nur nichts zu tun.

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@HansImGlueck178

Es hat mit deiner Aussagezu tun, denn die Wirtschaft wird so oder so dafür sorgen das bedarf an Rohstoffen da ist, auch weil sie sich penetrant wegen höherer Kosten weigert zu recyclen. Ich formuliere es mal etwas anders, es ist in unserer Realität wie sie ist und fürchte bleiben wird, falsch bis naiv.

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Du tust so, als würden dort ansässige Kleinbauern Soja anbauen. Es sind int. Großkonzerne, die gezielt dorthin gegangen sind, wo die Böden entsprechend viel abwerfen können. Nicht etwa zum Vorteil der Bevölkerung, sondern zu deren wirtschaftlichen und gesundheitlichen Nachteil.

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@FresherKnilch

natürlich sind Konzerne die hauptsächlichen finanziellen Nutzniesser, sie stellen aber letzlich die lokale Bevölkerung ein, die das mitmacht und ihren kargen Lebensunterhalt dabei verdient.

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@MarkusJaja

Der Bevölkerung ging es vor dem Eintreffen der Konzerne im wesentlichen aber besser.

So wird das verfügbare Wasser immer weniger, fruchtbare Böden werden von den Agrarriesen in Anspruch genommen, der Staat hält die Hand auf und spielt mit.

stellen aber letzlich die lokale Bevölkerung ein

https://www.saechsische.de/wie-soja-den-regenwald-in-gefahr-bringt-5067047.html

Du überschätzt die Arbeitsplätze in der Soja- oder Palmölbranche deutlich.

2 mal im Jahr ist Erntezeit, innerhalb von 1 Woche wird das gesamte Anbaugebiet abgeerntet, 50 Riesenmaschinen, teilweise völlig ohne Bedienpersonal. Die Saat geht deutlich schneller von der Hand und benötigt nicht mal ein Drittel der Arbeiter. Also darf die "Lokale Bevölkerung" 49 von 52 Wochen Schuhsohlen essen, wenn sie welche findet.

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Das Problem ist nicht der Kapitalismus, sondern das Fehlen einer finanziellen Belastung durch die Nutzung sogenannter freier Güter.

https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/freies-gut-34022

Des Weiteren ist entstehen massive Schäden durch Marktintransparenz.

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@oopexpert

man kann wirtschaftslieberal wie du argumentieren, allerdings entsteht ökonomischer Mehrwert immer nur durch Ausbeutung von Natur und Arbeitskraft. Bei einer steigenden Weltbevölkerung werden auch zunehmend mehr Ressourcen verbraucht, selbst wenn die Naturausbeutung "in Rechnung" gestellt würde.

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@MarkusJaja

Die Sache ist die: Man MUSS wirtschaftsliberal argumentieren. Denn egal ob man nun bestimmte Produkte wirklich braucht oder nicht: Wenn Markttransparenz gegeben ist, es keine freien Güter mehr geben würde und keine Monopole existieren werden Ressourcen am effizientesten eingesetzt. Und effiziente Umgang mit Ressourcen ist umweltschonend.

Keine Ahnung woher du den Schwachsinn mit Ausbeutung hast. Menschen haben immer schon Wünsche gehabt, und andere Menschen haben diese gegen Geld bedient. Ausbeutung passiert immer dann wenn die o.g. Hindernisse eine Marktwirtschaft verhindern.

Zudem bin ich nicht wirtschaftsliberal, sondern Verfechter einer sozialen Marktwirtschaft. Wirtschaft darf insofern gehindert werden, dass eben die oben genannten schlechten Eigenschaften nicht entstehen.

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@oopexpert

das funktioniert eben nicht immer mit dem Markt. Da hätten Kunden der Post oder Telekom aber Pech, wenn sie etwas abseits wohnten ;)

Auch bei der Ernährung funktioniert das nicht, denn jeder Anbieter versucht seinen Marktanteil zu erhöhen und mehr (möglichst billiger) zu produzieren. Allerdings gibt es heute schon ein dramatisches Nahrungsüberangebot (die Verteilung ist eine politische Frage). Die ökologischen Folgen wären geringer, wenn es ein angepasstes Angebot gäbe.

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@MarkusJaja

Du weisst schon, warum wir ein Nahrungsüberangebot haben, oder?

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nein

Die Brandrodungen dienen verschiedenen Zwecken. Es werden auch andere landwirtschaftliche Produkte dort angebaut. Es werden weltweit viele landwirtschaftliche Flächen in Bauland umgewandelt, um dort Wohnhäuser und deren Infrastruktur zu bauen. Im Gegenzug werden Regenwälder zu landwirtschaftlichen Flächen, um dort die Lebensmittel anzubauen, die sonst auf den nun überbauten Flächen wachsen würden.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung
ja

Regenwald wird größtenteils für Ackerflächen gerodet. (Lassen wir mal die Ureinwohner außen vor, die Teile des Regenwaldes brandroden und dann für zwei Jahre den Platz bepflanzen ehe sie einen neuen Teil brandroden, denn bei kurzer Bepfanzung wächst zumindest der Regenwald nach:)

Farmer, die unter dem aktuellen Präsidenten auch nicht mehr kontrolliert werden, können quasi ungestraft Flächen brandroden und darauf dann Pfanzen anbauen. Meist ist es Soja. Soja aus der Region ist eigentlich immer ein Zeichen, dass dafür Regenwald gestorben ist. Das Soja wird dann als Tierfutter verkauft. Meist nach Asien. Sprich: Weltweit geringerer Fleischkonsum sorgt dafür, dass Regenwald erhalten bleibt und dazu trägt jeder seinen Teil bei. Es ist jetzt nicht wie bei Krombacher (Du rettest nicht mit jedem verweigerten Schnitzel ein Stück Regenwald), aber Du trägst zu einem Trend bei, der wirklich große Veränderungen herbeiführen kann.

die Frage war bewusst sehr konkret gestellt

DASS Regenwald für Landwirtschaft gerodet wird, steht außer Frage

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Soja wächst nicht in Regenwaldgebieten und in der Sojabohne sind nur 20% Öl.

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Behauptung: "Die deutsche Tierhaltung wird überwiegend mit Importfuttermitteln versorgt."

Falsch. Deutschlands Nutztiere fressen insgesamt jährlich 83 Millionen Tonnen Futter. Davon stammten 2016/17 nur etwa 7 % nicht aus Deutschland, sondern aus anderen EU-Mitgliedstaaten und Drittländern. Die Importe sind aber unterschiedlich verteilt, Eiweißfuttermittel haben einen hohen Anteil, weil ihr Anbau in Europa wenig attraktiv ist.

Behauptung: "Soja für die Fleischerzeugung in Europa zerstört den Regenwald."

Eine falsche und verzerrende Zuspitzung. Der weitaus größte Teil der in Europa verwendeten Sojaprodukte stammt von traditionellen Anbauflächen, auf denen bereits seit Jahrzehnten Sojaanbau stattfindet (USA, Argentinien und Südbrasilien). Das in der Fütterung verwendete Sojaschrot stellt übrigens ein Koppelprodukt der Speiseölerzeugung dar.

https://www.dvtiernahrung.de/aktuell/faqs-oder-haeufige-fragen-und-vorurteile/haeufige-irrtuemer-zu-tierfutter.html

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nein

Nur 7% der Futtermittel stammen nicht aus Deutschland. Der weitaus größte Teil der in Europa verwendeten Sojaprodukte stammt von traditionellen Anbauflächen, auf denen bereits seit Jahrzehnten Sojaanbau stattfindet (USA, Argentinien und Südbrasilien). Das in der Fütterung verwendete Sojaschrot stellt übrigens ein Koppelprodukt der Speiseölerzeugung dar.

https://www.dvtiernahrung.de/aktuell/faqs-oder-haeufige-fragen-und-vorurteile/haeufige-irrtuemer-zu-tierfutter.html

Das hast du schön aufgesagt und dabei die halbe Wahrheit rein zufällig vergessen.

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@TitusPullo

Zur Wahrheit gehört beispielsweise, dass die Deutschen keineswegs nur deutsches Fleisch konsumieren, sondern Jahr für Jahr drei Millionen Tonnen davon importieren.

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@Havenari

Und siehe da die Wirtschaft, der USA hat dafür gesorgt das wir jetzt auch noch US Fleisch in den Läden haben. Zudem haben wir den Import weil das in Deutschland produzierten den Verarbeitern und Händlern aller ALDI zu teuer ist. Es ist nicht so das man mit der Massentierhaltung in Deutschland niemanden ernähren könnte. ALDI und Co. geht es aber um Profite somit lieber Billig aus dem Ausland Importiert und dann im schlimsten Fall noch legal "Made in Germany" drauf.

Ein Bauer könnte sagen, "Nee ich gebe mein Fleich, mein Getreide nur ab wenn ihr mir einen vernünftigen preis zahlt", das bedeutet schlicht das die welche welches brauchen es importieren, weil so einfach möglich. Dem Bauer bleibt nur die Option unter Wert verkaufen oder pleite zu gehen.

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@PlueschTiger

Wahr gesprochen.

Der Verbraucher kann das natürlich durch die Wahl dessen, was er kauft, steuern.

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@Havenari

In der Theorie, aber praktisch eher sehr schwer, denn siehe Bio und diese Analogkäse, bzw. Scheinfleisch Skandale. Es gibt keine Ehrlichkeit, Transparenz und selbst wenn dann erzwungen wurde das so was aufgeführt wird (Gentechnik), dann wird es extra schwer gemacht es zu verstehen und zu finden. Das nicht alles Bio ist wo Bio drauf steht ist ja auch schon in den Jahren ans Tageslicht gekommen.

Anderes Beispiel PC Cookies. Die Plattform Betreiber müssen nun alle Transparent darstellen was mit deinen Daten passiert und den User die Wahl lassen. gutefrage.net und andere Seiten nutzen das Gesetz und Gerichtsurteil welche Transparenz verpflichten, meiner Meinung nach, gegen uns und erschlagen uns User mit Massen an Information damit ja das was du wissen musst unter geht. Siehe voreingestellte Einwilligung des trakings unter "Berechtigten Interesse", was man erst sieht wenn man dort nachsieht, da auf der sichtbaren Seite schön sichtbar "Alle Ausgeschalltet" zu sehen ist.

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ja

Es würde dazu beitragen, aber nicht reichen. Der Regenwald wird auch noch wegen anderer Monokulturen abgeholzt und nicht nur wegen Soja als Futtermittel und Platz für Weideland. Außerdem wächst der Fleischkonsum weltweit extrem.

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