Wird Schweizer Franken in einer Währungs-, Banken- und Inflationskrise in Deutschland akzeptiert?

5 Antworten

Ja/Nein/Vielleicht

In deiner These sind jede Menge Prämissen, die ausgesprochen unwahrscheinlich sind. Deshalb kannst du auch das Knochenorakel befragen.

Okay, bleiben wir mal in der Realität:

  • Es gibt keine auf den EUR-Raum beschränkte Wirtschaftskrise
  • Wenn es eine Rezession gibt, gibt es keine Hyperinflation. Rezession ist mit Deflation verbunden, solange es keine Angebotskrise gibt
  • Wenn der gesamte EURO-Raum zusammenbrechen würde, könnte sich ein kleines Land, dass mitten in diesem Wirtschaftsraum liegt, und 90% seines Handels mit diesem Wirtschaftsraum abwickelt, sich dem kaum entziehen. Die Schweiz würde also genauso auf die Bretter gehen.

SCHWEIZ hat ihre Grenzen! Ist nicht bei der Zollunion dabei. Schweiz ist von jedem Land der Welt anerkannt und hochwertig gesehen. Viele Länder der Welt bunkern ihr Geld in Schweiz und machen Geschäfte. Auch wenn DE, AT oder IT Pleite gehen ihre Grenzen dicht machen, wird die chweiz weiter Geschäfte mit Kambodscha, Japan, USA, Kanada und Australien machen!

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@archibaldesel

Meinst du, dass er inzwischen den stärksten Pass der Welt abgegeben hat? :-))

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@oesimann

Die Schweiz ist wirtschaftlich viel zu sehr vom Rest der Welt abhängig.

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@Lord2k14

Das weiß der Troll auch. Er will die Leute hier nur mal wieder etwas beschäftigen.

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ArunKong hat mal wieder einen europäischen Nachbarn entdeckt.

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Bei Export gehen heute rund 50% in die EU Länder. Deutschland als Abnehmerland wird immer unwichtiger, seine Stelle nehmen die USA und China als Absatzländer ein.  

Bei den Importen hingegen kommen 60% aus der EU. Für die EU ist also die Schweiz ein sehr guter Kunde. Den grössten Teil des Kuchens dürfte aber immer noch Deutschland, als Exportnation, beanspruchen.

Fährt die EU einen harten Wirtschaftskurs gegen die Schweiz, bezahlt Deutschland die Zeche, den die Schweiz kann, dank internationalen Beziehungen, auch anderswo einkaufen.

Tellensohn

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@Tellensohn

Im- und Exporte Deutschland/Schweiz halten sich fast die Waage. Deutschland hat 10 Mrd. Exportüberschuss. Wenn die EU einen „harten Kurs“ gegen die Schweiz fahren wollte, würde sie nicht da ansetzen, sondern bei den Schweizer Banken. Dort liegt das Nervengeflecht des schweizerischen Systems. Und wie empfindlich es ist, hat sich in der Zeit der Steuer CDs gezeigt.

Damals hat man die Schweizer Banken vom Haken gelassen, aber in den Tresoren der Schweizer Banken liegt so viel Dreck, dass die Schweiz dort sicher keinen Fokus sehen möchte. Bisher haben sich die Banken immer freigekauft, egal, ob bei Themen wie Diebstahl des Vermögens von Holocaust-Opfern, Kooperation mit den Nazis, Unterstützung von Geldwäsche Steuerhinterziehung, Verstecken von Geldern von Diktatoren usw. Usw.

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Salue

Wenn eine Währung abstürzt, sind alle Zahlungsmittel besser als die Eigene. Das können Zigaretten, Lebensmittel, Edelmetalle oder noch stabile Währungen sein. Da fragt niemand mehr nach dem offiziellen Charakter der Währung.

So kann der Dollar, der Franken oder eine andere Währung sich als Zahlungsmittel durchsetzen. Viele Anleger setzen auf diejenige Währung, die eigentlich immer ihren Wert erhält; das Gold.

Tellensohn

Wenn es akzeptiert wird, kannst du deine Brötchen auch mit Kaffee oder Zigaretten bezahlen. Der Punkt ist, dass der Schweizer Franken kein gesetzliches Zahlungsmittel in Deutschland oder Österreich ist und nicht angenommen werden muss.

  1. Wird das in Dt. keiner annehmen.
  2. Wird das mit den Franken ebenfalls passieren, da sie viel zu sehr voneinander abhängen

Der CHF wird noch vor dem Euro abrauschen, denn er ist sehr stark im Bankenwesen verankert.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Lebe seit Geburt in Deutschland

Schweiz ist unverwundbar

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Ja, Schau mal die Entwicklung zwischen Euro und Franken: der Euro kostete 2000: 1,6150 Franken

https://www.boerse.de/historische-kurse/EUR-CHF/EU0009654078

Heute: 1,0588

Also, wenn du 2000 für 100'000.- Euro Franken gekauft hättest,  hättest du 161'500 Franken bekommen, wenn du die heute wieder zurücktauschen würdest, gäbe es 152'000 Euronen!. Also 52 % Rendite in 20 Jahren!

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@Kleidchen2

Wen interessierts?

Ich mag mich noch erinnern, dass der Dollar 4 Franken kostete, heute? 92 Rappen!

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1848 wurde der SFR in der Schweiz eingeführt. Er existiert immer noch unverändert. Unsere Deutschen Nachbarn haben in dieser Zeitspanne ca. 5 mal (die neuen Bundesländer noch einmal mehr) ihre Währung gewechselt.

Tellensohn

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@Kleidchen2

Es sagt etwas über die Stabilität einer Währung aus. Dies auf die Bemerkung hin, dass der SFR noch eher "abrutschen" würde als der Euro. Bisher war es umgekehrt und ich vermute, es bleibt auch in Zukunft so.

Tellensohn

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@Tellensohn

Die Existenz einer Währung sagt nichts über ihre Kursentwicklung aus. Gerade in Krisen ist der Franken nicht besonders stark.

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@Kleidchen2

Er ist sogar zu stark.

Das behindert den Export Schweizer Güter in die EU. Deswegen ist die SNB zurzeit wieder daran, wie vergiftet Euros zu kaufen. Damit wird der Euro gestützt und der Franken fällt. Würde die SNB dies nicht machen, läge heute der Euro wohl deutlich unter dem SFR (0.89 SFR für 1 Euro).

Du erinnerst Dich, als die SNB vor Jahren die Bindung zum Euro aufgab, fiel der Euro ins Bodenlose. Die SNB hat Milliarden von Euros aufkaufen müssen.

Tellensohn

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@Kleidchen2

Leider profitiert die EU im Handel mit der Schweiz. Vor allem Deutschland hat einen Exportüberschuss in die Schweiz.

Umgekehrt hingegen kaufen die EU-Länder zu wenig in der Schweiz ein. So erstaunt es nicht, dass die Schweiz immer mehr auf den Handel mit den USA, China und Japan setzt. Bei diesen Handelspartnern hat die Schweiz einen Exportüberschuss. Der Anteil des Handels mit der EU ist im Laufe der Zeit von 2/3 auf rund die Hälfte gefallen.

Diese Entwicklung werden wir wohl auch bei England sehen. Auch dieses Land konnte zu wenig in die anderen EU-Länder exportieren. Es wird seine Handelsbeziehung in Übersee ausbauen müssen.

Tellensohn

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@Tellensohn

Wo bleibt dann das Motiv der Schweiz für einen schwachen Franken, wie du oben weiter postulierst?

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@Kleidchen2

Versuche mal ein in der Schweiz produziertes Gut im Export zu verkaufen, wenn es das Doppelte kostet wie bei der Konkurrenz. Bis zu einem gewissen Grad funktioniert es zwar, denn das macht die Schweiz schon heute bei "Luxus-Gütern". Aber irgendwo ist ein Preislimit erreicht.

Sieh mal die Kursentwicklung seit meiner Jugendzeit (1970er Jahre). Damals bezahlten wir SFR. 1.20 für eine DM (0.5 Euro). Ohne Aufkauf von Euro lag der tiefste Kurs aber bei SFR. 0.89 (also SFR: 0.45 für eine DM (0.5 Euro). Aktuell sind es ca. SFR. 1.05 für 1 Euro (0.53 für eine DM).

Die Corona-Geschichte verschlimmert die Situation noch. Der Euro wird durch Finanzierungprojekte für die Nehmerländer der EU noch weiter geschwächt.

Die SNB muss also, ob sie will oder nicht, den Euro stützen, sonst fällt unser Export in die EU zusammen.

Tellensohn

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@Tellensohn

Eine exportorientierte Nation hat nun mal Interesse an einer entwerteten Währung. So wie Deutschland. Umgekehrt muss eine importorientierte Nation wie die Schweiz dann eben eine starke Währung bevorzugen.

Beides zusammen geht schlecht. Daher verstehe ich die Klage nicht.

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@Kleidchen2

Die Schweiz ist klar ein Export orientierte Nation. Sie hat weltweit ganz klar einen Exportüberschuss. Leider nicht in die EU. Hier die Zahlen 2019 (CH SFR/D Euro)

Export: 312 SFR/1328 Mrd. Euro Import: 276 Mrd/1105 Mrd. Überschuss: 36 Mrd/223 Mrd.

Die Schweiz ist rund 10x kleiner als Deutschland. Im Verhältnis gesehen, gehört die Schweiz eindeutig zu den Exportländern in Europa und liegt sogar vor Deutschland.

Tellensohn

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@Tellensohn

Nur müsste dann nicht das Verhältnis zum Euro so interessant sein wie das zu anderen Währungen.

Ich verstehe deine Zahlen nicht, die Verhältnisse der Währungen können nicht stimmen.

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@Kleidchen2

Kleidchen:

Mein Patenonkel hat aus seiner Verwandtschaft erzählt; 1914, war der Dollar 4.2 Goldmark wert. Auf dem Höhepunkt der Inflation, 1923: 4,2 Billionen Mark:

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Inflation_1914_bis_1923

Nun hat sein Vater sein Leben lang gearbeitet und 1914 in den 40 Jahren Arbeit 2 Jahreslöhne zur Seite gebracht. Das waren damals 15'000 Goldmark. Die waren nix mehr wert: Das Ersparte eines Lebens, einfach weg!

Die, die dann wieder etwas aufgebaut hatten, kamen 1948 wieder an die Reihe:

https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4hrungsreform_1948_(Westdeutschland)

Bei den natürlichen Personen wurde vom Gesamtaltgeld zunächst der neunfache Kopfbetrag abgezogen. Der Rest wurde zu je 50 % auf ein Freikonto und 50 % auf ein Festkonto umgestellt. Kurze Zeit später wurde das Festkonto aufgelöst, indem 70 % seines Betrages vernichtet, 20 % auf Freikonto und 10 % auf Anlagekonto übertragen wurde. Letztlich ergab sich so ein faktisches Umstellungsverhältnis von zunächst 10:0,65. Im Jahr 1957 wurden Sparguthaben, die bereits am 1. Januar 1940 bestanden, durch das Altsparergesetz[21] auf 20 % des Nennwertes in Reichsmark aufgestockt, so dass im Ergebnis ein Umstellungsverhältnis von RM zu DM in Höhe von 10:1 bestand.

Also wieder 90% verloren!

Wer das Pech hatte in der DDR zu wohnen, kam noch ein Drittes mal dran:

https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4hrungsreform_1948_(Westdeutschland)
Diese politische Notwendigkeit erklärt den Umtauschkurs von DDR-Mark zu D-Mark. Er variierte für DDR-Bürger je nach Alter: Personen ab 60 Jahren durften bis zu 6000, unter 60 Jahren bis zu 4000, Kinder unter 14 Jahren bis zu 2000 „Ost-Mark“ jeweils im Verhältnis 1:1 umtauschen. Löhne, Gehälter, Stipendien, Renten, Mieten und Pachten sowie weitere wiederkehrende Zahlungen wurden zu diesem Kurs umgestellt. Für über den angegebenen Obergrenzen liegende Guthaben sowie Schulden erfolgte eine Umstellung im Verhältnis 2:1. Für Nicht-DDR-Bürger galt einheitlich ein Wechselkurs von 3:1.

Als wieder mindestens die Hälfte verloren!

Da ist die Abwertung des Frankens (der übrigens 1852 eingeführt wurde, und dessen Münzen bis 20 Rappen immer noch gültig sind, der Rest war Silber und wurde 1968 umgestellt, weil die Münzen einen höheren Metallwert hatten, als Nominalwert https://www.schweizer-geld.ch/bundesmuenzen-schweizer-silbergeld/de/130-1) um 15% in der Weltwirtschaftskrise in den 30ern, geradezu ein Schnäppchen!

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@guru61

Danke für die ausführliche Historie zur RM und DM. Bei dem Umtausch der Mark in DM zum Ende der DDR: da hat niemsndxerwas verloren, denn die reale Kaufkraft lag bei 1:10, da haben DDR-Bürger dazugewonnen.

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@Kleidchen2

Du konntest also nach dem Wärungsumtausch, gleichviel Brot kaufen, mit dem verdienst einer Stunde, wie vorher? Da haben meine freunde aus der DDR aber ganz was anders berichtet!

Wie alt bist du, und woher kommst du? aus den neubulas? 

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