Wird Psychotherapie erst nach 3 Monaten Drogenabstinenz genehmigt?

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Ja, das ist so. Psychotherapeuten dürfen nur dann eine Behandlung einleiten, wenn sie selbst eine gute Prognose sehen - und diese liegt erst vor, wenn eine gewisse Zeit der Abstinenz vorliegt. Ich schicke meine Pat. mit Suchterfahrung in unregelmäßigen Abständen zum Hausarzt, um die tatsächliche Abstinenz abklären zu lassen (wobei natürlich auch Rückfälle zur Therapie dazugehören!) Wenn du weiterhin Cannabis konsumieren möchtest, ist eine Therapie für dich ausgeschlossen, da die KK dann die Kosten nicht übernehmen.

X will nicht weiter konsumieren und hat auch wirklich kein Problem damit. Die Probleme liegen wirklich woanders. Wäre halt echt Schade, wenn jetzt die Therapie für ca. 7 Wochen abgebrochen werden müsste, weil dann erst die 3 Monate Abstinenz rum sind. Ein Drogenscreening wurde bei X aber noch nie veranlasst. Der Therapeut hat auch nicht gesagt, dass irgendwann eins gemacht werden muss. Gibt es denn da keine Möglichkeit einer ambulanten Behandlung?

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@biancajvos

Die Therapie hat sicherlich noch gar nicht begonnen. Wenn dein Psychotherapeut diese 3 Monate Abstinenz als Absicherung dafür benötigt, dass er eine gute Prognose feststellen kann, dann musst du das akzeptieren. Besser ist es, du sprichst mit ihm darüber, dann kann er dir seine Beweggründe selbst schildern. Hier können nur die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschildert werden. Alles andere wäre Spekulation.

Alles Gute!

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Das ist mir voellig neu!Der Therapeut schreibt einen Antrag und einen Bericht der zu Kasse und zum MDK geht,anhand des Berichtes entscheidet ein Gutachter des MDK ob eine Therapie bewilligt wird.Es gibt keine aerztliche untersuchung also kann keiner feststellen ob Du abstinent bist.Es gibt genuegend Patienten die noch Drogenabhaengig sind und trotzdem eine Psychotherapie machen.Ich habe das Gefuehl dein Therapeut spielt mit etwas falschen Karten.Du hast dich ja auch nicht zu einer Drogentherapie in Psychologishe behandlung begeben sondern.in eine tiefenpsychologische Traumatherapie.Die Drogen spielen natuerlich eine Rolle aber erstmal eine untergeordnete von daher verstehe ich die Aussage des Therapeuten nicht wirklich!!

Die 3monatige Abstinenz scheint eine vom Therapeuten selbst geschaffene Grenze zu sein. Möglicherweise ist sein finanzieller Ertrag schlicht höher, wenn der Patient (bzw. seine Eltern) die absolvierten Stunden so lange wie möglich privat bezahlt.

Frag ihn, ob er Dir das schriftlich geben kann, dass man 3 Monate abstinent leben muss oder auf welche Vorschriften er sich dabei beruft.

Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Der Psychotherapeut handelt weitsichtig und möchte lieber sicher gehen, dass tatsächlich eine Abstinenz vorliegt, bevor er die KK zur Kostenübernahme einer Therapie bittet, die von vorneherein zum Scheitern verurteilt ist. Menschen, die akut süchtig sind, können nur begrenzt erfolgreich ambulant behandelt werden.

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@Grandi

Wer mit "akuter Sucht" bei Cannabisgebrauch argumentiert, sollte schnellst möglich einen Termin beim DHV (Deutscher Hanfverband) oder beim der ACM (Arbeitsgemeinschaft für Cannabinoidmedikamente) beantragen, damit der umgekehrte Schuh nicht plötzlich rückwärts läuft...

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@aXXLJ

Cannabis ist ein Suchtmittel - es kann sogar Psychosen hervorrufen. Hier geht es ja nicht um die medikamentöse Vergabe von Cannabis.

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@Grandi

Cannabis ist ein Suchtmittel

Nicht mehr und nicht weniger als Kaffee, Schokolade, etc.

es kann sogar Psychosen hervorrufen

Nein, allerhöchstens latente Psychosen auslösen, und selbst dies ist mittlerweile umstritten. Besonders eindrucksvoller Beleg gegen ursächliche Zusammenhänge von Cannabiskonsum und Psychosen (i.d.F. Schizophrenie) ist folgende Studie aus England: http://www.ukcia.org/research/keele_study/Assessing-the-impact-of-cannabis-use-on-trend-in-diagnosed-schizophrenia.pdf

Trotz Anstieg des Cannabiskonsums um das 4-fache über die letzten Jahrzehnten hinweg ging die Rate diagnostizierter Schizophrenien im gesamtenglischen Raum nicht hoch, sondern sank sogar leicht.

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@TomBombadil2010

...latente Psychosen auslösen

Mit derlei Feinheiten darf man solchen Cannabiskritikern im Range von Psycho-Hygienikern nicht kommen, denn das Hervorrufen/Auslösen von cannabisinduzierten Psychosen beim Genusskiffen ist nach deren vorherrschender Meinung gesundheitlich natürlich sehr viel schwerwiegender als das Hervorrufen/Auslösen von Psychosen im Falle medikamentöser Vergabe von Cannabis.

Wie hoch die prozentuale Rate an durch Cannabinoide ausgelösten Psychosen tatsächlich ist, wird natürlich generös verschwiegen. Ebenso dass Alkohol das Auslösen latent vorhandener Psychosen ermöglicht.

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@aXXLJ

Das alles ist hier doch gar nicht gefragt. Gefragt wurde ob das Verhalten des Therapeuten legal ist - und das ist es (s.o.). Immerhin hat biancajvos geschrieben, dass x nicht nur Cannabis, sondern auch Speed konsumiert hat. Außerdem liegt ein Suizidversuch vor. Eine sorgfältige Abklärung eines möglicherweise vorliegenden Suchtverhaltens ist daher diagnostisch notwendig.

Ob andere Suchtmittel evtl. genauso gesundheitsschädlich oder gar schädlicher sind bleibt davon doch unberührt. Ein genußorientierter Umgang mit Suchtmitteln wie Alkohol, Zigaretten oder auch Cannabis ist in Ordnung, aber dann wird es in der Therapie selten Thema ;-) Warum auch sollte man über etwas sprechen, das kein Problem macht? Abgesehen davon gibt es einen Unterschied zwischen Alkoholkonsum und Cannabiskonsum: alkoholhaltige Getränke schmecken, man kann sie also auch rein aus diesem Grund trinken (z.B. Wein) und nicht nur wegen der alkoholisierenden Wirkung. Cannabis konsumiert man jedoch wegen der Wirkung, nicht wegen einer bestimmten Geschmackskomponente. Der Umgang damit ist also "rauschorientiert", will sagen, der Genuß besteht im Rausch und nicht im Geschmack. Klar, in vielen Fällen ist das beim Konsum alkoholischer Getränke auch der Fall (z.B. Alkopops) - das führt bekanntermaßen leider auch zu unkontrolliertem Konsum mit erheblichen gesundheitlichen Schäden.

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@Grandi

das führt bekanntermaßen leider auch zu unkontrolliertem Konsum mit erheblichen gesundheitlichen Schäden.

...und in jährlich weltweit hunderttausenden Fällen zum Tode. Zu jährlich weltweit wie vielen Todesfällen führt "rauschorientierter" Cannabiskonsum?

Ich bleibe bei meiner Auffassung, dass auch (manche) Psychotherapeuten Teil der Problematik sind. Neben den finanziellen Interessen am zu therapierenden Klienten ist es oftmals das eigene mangelhafte Wissen über den Cannabis, was dem ahnungslosen Patienten zum Nachteil gereicht.

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@aXXLJ

Unterschied zwischen Alkoholkonsum und Cannabiskonsum: alkoholhaltige Getränke schmecken, man kann sie also auch rein aus diesem Grund trinken (z.B. Wein) und nicht nur wegen der alkoholisierenden Wirkung. Cannabis konsumiert man jedoch wegen der Wirkung, nicht wegen einer bestimmten Geschmackskomponente. Der Umgang damit ist also "rauschorientiert", will sagen, der Genuß besteht im Rausch und nicht im Geschmack

Das hier halte ich für ein sehr albernes Argument. Alkohol, der nur aus "geschmacklichen Gründen" konsumiert wird? Dir ist offenbar nicht geläufig, was Alkohol macht: Es aktiviert im Gehirn unter anderem Teile des Belohnungszentrums, und dies bereits in geringsten Konzentrationen, vom ersten Schluck an! Dass der "Geschmack" als appetitlich empfunden wird, liegt nur an der Assoziation des Geschmacks mit der Belohnung.

Es ist also mit Alkohol vom Prinzip her genau so wie mit Cannabis. Das tiefer gehende Problem ist aber, dass Alkohol stark und schnell körperlich abhängig macht, Cannabis nicht.

Im Vergleich mit Cannabis ist Alkohol die gefährlichere, schädlichere, härtere Droge, und zwar mit Abstand. Dies ist eine auch wissenschaftlich bewiesene Tatsache, und Gegenteiliges zu behaupten, ist blanke Heuchlerei - egal ob man nun persönlich am Cannabiskonsum Gefallen findet oder nicht.

PS, zu deiner Information: "Wie wirkt Alkohol im Gehirn?" http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2004/0210/003_alkohol.jsp

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