Wird nur Tunesien als ernst zu nehmende aus dem arabischen Frühling entstehen?

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1 Antwort

Hallo blueseenInvest,

ich denke, dass Tunesien zumindest besser nach dem Arabischen Frühling dasteht, als die anderen Staaten, in denen dieser Flächenbrand wirkte. Tunesien ist das Ursprungsland des Feuers, welches bereits 2010 durch die Selbstverbrennung Muhamed Bouazizis entzündet wurde.

Warum glaube ich, dass Tunesien im Vergleich zu anderen Staaten des Arabischen Frühlings die größten Gewinne mit sich tragen konnte?

Nun ja, Tunesien würde ich schon als Demokratie beschreiben, wenn auch als brüchige. Die Menschen können heute im Gegensatz zur Zeit unter Ben Ali ihre Meinung frei äußern. Auch das Bildungsangebot würde ich als gut beschreiben, vor Allem im Studentenwesen.

Aber was nutzt ein guter Abschluss, wenn du keine Arbeit findest? Im Zentrum und im Süden des Landes sind 50% der Hochschulabsolventen ohne Arbeit. Die Jugend steht allgemein vor einer enormen Perspektivlosigkeit. Die Folgen: Nährboden für religiösen Fanatismus und Extremismus und die Flucht in eine Welt der Hoffnung, obwohl in Relation zu anderen Ländern aus Tuniesien eher wenige Menschen der Armut und Perspektivlosigkeit zu entfliehen versuchen.

Mit dem Ende der Jasminrevolution hätte auch die Korruption endlich ein Ende finden müssen. Stattdessen ist sie heute noch immer Bestandteil der Politik. Außerdem hat die Polizei ein sehr willkürliches Handeln.

Alles in allem will ich die Hoffnung für Tunesien nicht aufgeben; Kampf gegen Korruption, mehr Investiton in Arbeit für die gut ausgebildete Bevölkerung könnten Maßnahmen für eine deutliche Verbesserung der Lebenssituation der Menschen in Tunesien sein.

Deshalb möchte ich auch nicht von einer gescheiterten Revolution sprechen, wenn es um Tunesien geht, sie ist in meinen Augen nur unvollendet.

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