Wird meine Oma daran sterben? Was passiert dann mit mir?

10 Antworten

Mit 85 Jahren ist man schon alt und gebrechlich. Die Organe, vor allem das Herz, wird auch von Jahr zu Jahr schwächer. Du musst damit rechnen, dass sie früher oder später stirbt. Das ist ein ganz normaler Prozess.

Setze dich mit dem Thema auseinander, sei nicht traurig darüber, genieße deine Zeit, die du noch mit ihr verbringen kannst und mache es ihr so angenehm wie möglich. Versuche ihr zu helfen und sorge dafür, dass sie regelmäßig zum Arzt geht.

Wenn sie krank wird, gibt es Hilfsorganisationen, die man in Anspruch nehmen kann: Nachbarschaftshilfe zum Putzen, Einkaufen...., Sozialer Pflegedienst zum Duschen, Anziehen... Essen auf Räder.......

Vergiss nicht, dich! Du musst Schule, Ausbildung so gut wie möglich abschließen, damit dir bald alle Türen offen stehen.

In deiner Familie gibt es bestimmt noch Tanten und Onkel, die dich unterstützen werden, wenn es so weit ist. Suche dir gute, wahre Freunde, denen du alles anvertrauen kannst, sie werden dich unterstützen.

Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft!

Ich würde an deiner Stelle mit verschiedenen Stellen/ Leuten Kontakt aufnehmen. Z.B. als erstes mit ihrem Hausarzt. Bitte um einen Gesprächstermin (mit Chipkarte ist das problemlos möglich, einfach bei der Anmeldung sagen, dass du etwas mit dem Arzt besprechen möchtest) und trage dem Arzt deine Sorgen vor. Entweder kann er dir etwas über den Gesundheitszustand deiner Oma sagen oder er wird für den nächsten Termin mit ihr aufmerksam gemacht, wonach er noch mal schauen könnte.

Wende dich dann auch ans Jugendamt und frage, was du im Falle des Todes deiner Oma konkret als Erstes machen musst und welche Möglichkeiten es dann für dich gibt. Sicherlich gäbe es jetzt schon Möglichkeiten zur Unterstützung. Hier könnte man sich auch mal an die Krankenkasse wenden und nach Hilfen zur Entlastung (Pflegedienst, Haushaltshilfe etc.) fragen.

Grundsätzlich kann bei älteren Menschen auch eine Depression vorkommen, die oft zu Gefühlen/ Aussagen wie "ich kann nicht mehr" führt. Auch diese ist auch im Alter noch behandelbar. Erste Schritten würden auch hier über den Hausarzt führen.

Eventuell wäre auch eine Trauergruppe für deine Oma hilfreich, wenn ihr der Tod ihrer Tochter zu schaffen macht. 

Ich würde mich an deiner Stelle mal umhören, welche Ansprechpartner es für dich gäbe und dann alle abklappern und nach Hilfen und konkretem Vorgehen im Ernstfall fragen. 

Ich habe aktuell jemandem im Verwandtenkreis, der Krebs hat und daher eine spezielle Psychotherapie verordnet bekam. Anfangs wurde die abgelehnt, man käme schließlich alleine mit seinen Problemen zurecht. Dann wurde sie in Anspruch genommen und die ersten Stunden wurde nur über Probleme der letzen Jahre bis Jahrzehnte geredet, die erst mal nichts mit der Krankheit zu tun hatte. Der Betroffene merkte, was sich da alles unverarbeitet angestaut hatte und nur das Reden tat ihm wohl schon gut. Der Betroffene ist selbst im fortgeschrittenen Alter. Daher glaube ich, dass so etwas in irgendeiner Form - vielleicht erst mal Gespräche mit einem Arzt oder so - deiner Oma auch helfen könnten.

Du kannst dich auch bei Familienbildungsstätten (Sozialpädagogen) über deine Möglichkeiten informieren. Es gibt z.B. die Möglichkeit des betreuten Wohnens, der Pflegefamilie oder auch des Alleinelebens mit Unterstützung (du hättest dann einen Ansprechpartner, der dir bei Problemen hilft und vermutlich auch erst mal eine Hilfe für den Alltag, um den Haushalt zu bewältigen etc.). Betreutes Wohnen ist meines Wissens meist in einer WG mit etwa Gleichaltrigen und halt einem Betreuer, der mit Problemen jeder Art weiterhilft.

Nehmt zum Jugendamt Kontakt auf und bittet um Hilfe. Eine Hilfe könnte zum Beispiel eine Haushaltshilfe sein oder eine ambulante Erziehungshilfe. Wobei ich denke das es ja hier weniger um ein Erziehungsproblem geht als einfach um eine Überforderung aufgrund des Alters. Das kann ich gut verstehen. Mit 85 Jahren noch für einen Teenager zu sorgen ist anstrengend. Aber ein Jugendamt wird sicherlich lieber eine Haushaltshilfe finanzieren als dich ins Heim zu stecken, denn das Heim ist um ein vielfaches teurer.

Ob deine Oma sterben wird kann man hier nicht beantworten. Klar, sie hat schon ein hohes Alter. Aber es kommt ja darauf an wie gesund sie so ist. Ich würde die Aussage "Ich kann nicht mehr" aber nicht auf das Leben an sich beziehen sondern eher auf die Gesamtbelastung. Und da kann eben das Jugendamt helfen und unterstützen.

Sollte es tatsächlich passieren, dann würde das Jugendamt dich zunächst einmal Inobhut nehmen. Das bedeutet du kommst in eine Schutzstelle in der du für eine kurze Zeit leben darfst. Dann wird überlegt wo du weiterhin leben kannst. Das können andere Verwandte sein, eine Pflegefamilie oder eine Wohngruppe.

Sollte deine Oma schwer krank sein und es absehbar sein das sie sterben wird, dann kann man eine solche Hilfe auch schon früher suchen und du musst nicht in eine Schutzstelle sondern kannst direkt wo hin ziehen wo du dann auch bleiben kannst.

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