Wird meine Krank geschriebene Zeit bezahlt, auch ohne Arbeitsvertrag?

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4 Antworten

trotz mündlichem Vertrag hast du Anspruch auf Lohnfortzahlung, wenn du die Voraussetzungen dafür erfüllst.

du musst mindestens 4 Wochen beim diesem Arbeitgeber beschäftigt gewesen sein bei Beginn der Arbeitsunfähigkeit.

zudem musst du dem Arbeitgeber per Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung die Arbeitsunfähigkeit nachgewiesen haben.

in §3 Entgeltfortzahlungsgesetz steht aber auch:

Wird ein Arbeitnehmer durch Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit an seiner Arbeitsleistung verhindert, ohne dass ihn ein Verschulden trifft, so hat er Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit bis zur Dauer von sechs Wochen.

Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass der Arbeitgeber deine Krankmeldung nicht akzeptieren will, weil er davon ausgeht, dass du dich nur krankschreiben hast lassen, weil du gekündigt wurdest und aus seiner Sicht keine "echte" Arbeitsunfähigkeit vorliegt.

allerdings darf der Arbeitgeber das nicht so einfach selbst entscheiden, sondern müsste rein rechtlich die Krankenkasse in einem Eilverfahren beauftragen, deine Arbeitsfähigkeit durch den Medizinischen Dienst (MDK) prüfen zu lassen. erst wenn dieser sagt "nein der ist nicht wirklich krank", dann darf er die Lohnfortzahlung einstellen.

Minijobber haben übrigens auch einen Anspruch auf Lohnfortzahlung.

dass dein Beschäftigungsverhältnis besteht kannst du übrigens anhand der Entgeltabrechnung nachweisen.

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Wenn du keinen Arbeitsvertrag hast, dann ist das glaube Schwarzarbeit? Und ohne Arbeitsvertrag, kein Krankengeld.

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Kommentar von Familiengerd
07.11.2016, 12:58

Das ist völliger Unsinn!

Erstens gibt es einen Arbeitsvertrag - wenn keinen schriftlichen, dann einen mündlichen oder durch entsprechendes Handeln (Arbeitsangebot und Arbeitsannahme) entstandenen.

Zweitens definiert sich Schwarzarbeit nicht über das Vorleigen eines schriftlichen Arbeitsvertrages, sondern über die rechtswidrige Nichtabführung von Steuern und Sozialabgaben.

Drittens besteht selbstverständlich Anspruch auf Lohnfortzahlung und Krankengeld (Krankengeld nur nicht bei Minijobbern und kurzfristigen Jobs). 

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Du hast Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall . Grundlage ist der Durchschnittslohn der letzten 13 Wochen. Also: Arbeitgeber auffordern die Abrechnung zu korrigieren.

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Kommentar von Familiengerd
08.11.2016, 13:55

Grundlage ist der Durchschnittslohn der letzten 13 Wochen.

Das gilt nur für die Berechnung des Urlaubsentgelts.

Für die Berechnung der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall gibt es eine solche gesetzliche Regelung nicht. Hier hat die Rechtsprechung aber festgelegt, dass - je nach Beschäftigungsart und variablen Arbeitszeiten - der Durchschnitt aus den letzten 6 bis 12 Monaten zu ermitteln ist - das erübrigt sich selbstverständlich bei festen Arbeitszeiten und festem Verdienst.

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Nein, bei Schwarzarbeit gibt es nichts. Keinerlei soziale Absicherungen. Selbst schuld! Sowas macht man ja auch nicht.

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Kommentar von HalloRossi
07.11.2016, 11:45

Das klingt hier aber nicht so

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Kommentar von Familiengerd
07.11.2016, 12:58

Das ist völliger Unsinn!

Erstens gibt es einen Arbeitsvertrag - wenn keinen schriftlichen, dann einen mündlichen oder durch entsprechendes Handeln (Arbeitsangebot und Arbeitsannahme) entstandenen.

Zweitens definiert sich Schwarzarbeit nicht über das Vorleigen eines schriftlichen Arbeitsvertrages, sondern über die rechtswidrige Nichtabführung von Steuern und Sozialabgaben.

Drittens besteht selbstverständlich Anspruch auf Lohnfortzahlung und Krankengeld (Krankengeld nur nicht bei Minijobbern und kurzfristigen Jobs). 

Und was soll "Sowas macht man ja auch nicht." heißen? Dass Arbeitsverträge nur mündlich geschlossen werden, ist weit verbreitet - vor allem auf dem "zweiten" Arbeitsmarkt.

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Kommentar von HalloRossi
07.11.2016, 14:41

Nein, das ist nicht richtig. Für einen Anspruch auch Krankengeld und/ oder Lohnfortzahlung muss man irgendwo gemeldet sein. Man kann nicht einfach losarbeiten und das Geld, so wie hier beschrieben ist, stundenweise bekommen. Es ist zwar richtig, das ein Arbeitsvertrag auch mündlich geschlossen sein kann, dann jedoch muss der Arbeitnehmer trotzdem angemeldet sein.

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