Wird man im Jobleben ohne Religionszugehörigkeit benachteiligt?

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12 Antworten

Im Westen Deutschlands, wo der Staat Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen und andere soziale Einrichtungen zum großen Teil den Kirchen als Träger überlassen hat, ist es so, dass du bei diesen kirchlichen Arbeitgebern mit der falschen Religion oder ganz und gar ohne Religion keine Chance hast. Da würdest du eindeutig diskriminiert werden.

Das gilt auch für Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft im Osten Deutschlands. Nur sind dort Krankenhäuser, Kindergärten und Schulen überwiegend in kommunaler Hand, weshalb dort die berufliche Diskriminierung wegen einer falschen oder fehlenden Religionszugehörigkeit nicht so gravierend ist.

Das kommt ganz darauf an, wo du dein Berufsleben planst. Sollte das im sozialen Bereich sein, müsstest du tatsächlich mit Nachteilen rechnen.

Dafür sorgt das Sonderarbeitsrecht der Kirchen. Danach dürfen die, rechtlich gesichert, alle diskriminieren die nicht ihrer Konfession angehören, indem sie denen nur aus diesem Grund die Anstellung in ihren Einrichtungen verweigern.

Allerdings ist dieses Sonderarbeitsrecht z.Z. stark in der Diskussion und es gibt bereits Gerichtsurteile, nach denen die Kirche, was ja auch sinnvoll ist, nur noch im verkündenden Bereich nach Konfession auswählen darf, nicht mehr im sozialen. Der Nachteil sollte also bald weg sein.

Du solltest aber auch die Vorteile nicht übersehen. Da gibts einen, indem du Kirchensteuer sparst. Das lohnt sich auf Dauer sehr. Da von dieser nur ein ganz, ganz kleiner Teil, so um die 5% in soziale Projekte fließen, der Rest innerhalb der Kirche selbst verbraucht wird, brauchst du da auch kein schlechtes Gewissen zu haben. Erst recht nicht, wenn du einmal im Jahr eine Summe in dieser Höhe spendest, z.B. an Ärzte ohne Grenzen.

Den größten Vorteil hast du aber dadurch, dass du dich von einer Weltanschauung befreist, die auch Märchen und Sagen gegründet ist und somit kaum geeignet, wirklich hilfreich zu sein.

Nachteile hast Du bei nicht-kirchlichen Jobs nicht, im Gegenteil. Ich habe neulich einen Bewerber abgelehnt, der im Vorstellungsgespräch sein Engagement für die Kirche herausgestellt hat. Es hängt also davon ab, an wen Du gerätst, mir sind Leute suspekt, die mit unsichtbaren Wesen reden.

Wie kommst du bloß auf diesen sonderbaren Gedanken in einem freien Land, wo doch so viele nicht wirklich einer Religion angehören? - Nein, du hast keinerlei Nachteile beim Job zu befürchten. - Umgekehrt, wenn du besonders religiös wärst, könnte ich mir eher eine Benachteiligung vorstellen.

Würdest du dich denn ohne Glauben einer Religion anschließen, wenn du tatsächlich Nachteile befürchten müsstest?

Interessant wird deine Frage noch einmal, wenn du altershalber dein "Jobleben" hinter dir hast und auf dein natürliches Ende zusteuerst. - Da solltest du dann vielleicht doch noch einmal "die Front wechseln", denn wenn es diesen Gott der Bibel gibt und er macht wahr, was er uns durch seinen Sohn hat wissen lassen, könntest du effektiv und nicht mehr korrigierbar "benachteiligt" sein. - Er würde dann vermutlich auch merken, wenn du versuchst, ihn plötzlich mit einem falschen Glaubensbekenntnis zu täuschen. Also suche rechtzeitig den richtigen Weg.

Der erste Teil deiner Antwort ist tatsächlich sinnvoll, der letzte Absatz hingegen ist doch wirklich lachhaft. Klingt ja fast nach der berühmten Pascalschen Wette - die absurd ist, weil sie genau wie du den Faktor "andere Religionen" nicht miteinbezieht. Der falschen Religion anzugehören ist mit ziemlicher Sicherheit doch schlimmer, als einfach keiner Religion zu folgen, schließlich würde das ja gegen das 1. der 10 Gebote verstoßen, wenn ich mich nicht irre.

Den richtigen Weg hat er bereits eingeschlagen. ;)

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@Strobery
...der letzte Absatz hingegen ist doch wirklich lachhaft.

Wie sagte schon meine Großmutter, selig? - "Wer zuletzt lacht, lacht am besten!" oder "Chaqun a sa façon" - Lassen wir's also offen.

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Nein, du hast keinerlei Nachteile beim Job zu befürchten.

Siehe meine Antwort.

Da solltest du dann vielleicht doch noch einmal "die Front wechseln", denn wenn es diesen Gott der Bibel gibt und er macht wahr, was er uns durch seinen Sohn hat wissen lassen, könntest du effektiv und nicht mehr korrigierbar "benachteiligt" sein

Pascalsche Wette, welche absurd und längst widerlegt ist.

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@DeutscherIdiot

"Pascalsche Wette"? - Nicht viel begriffen, aber wenigstens den Begriff behalten. - Wenn du diese Annahme widerlegen willst, dann beginne mal das Absurde zu begründen.

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@pasmalle

Nun, also: Pascal geht ja davon aus, dass jede der vier Möglichkeiten für das Individuum- Gott existiert, es glaubt an ihn, Gott existiert nicht, es glaubt an ihn, Gott existiert, es glaubt nicht an ihn, Gott existiert nicht, es glaubt nicht an ihn- je eine Wahrscheinlichkeit von 25% haben- die Wahrscheinlichkeit, dass Gott existiert, liegt nach ihm also bei 50%.

Zunächst ist dies falsch, die Wahrscheinlichkeit, dass Gott existiert, ist weit geringer, so viel aber nur am Rande.

Aber: Pascal vergisst, dass es viele verschiedene Götterbilder, ja, Millionen verschiedener Götterbilder, gibt. Diese alle sind gleich wahrscheinlich, und bei ihnen allen kommt der, der nicht an sie glaubt, nicht ins Paradies.

Die Wahrscheinlichkeit, dass das Individuum ins Paradies kommt, liegt laut der Wette ja bei 25%. Nun nehmen wir mal die Zahl 1 Millionen, um mit ihr die Anzahl verschiedener Götterbilder zu beziffern. Es sind zwar wohl weit mehr, aber egal.

Nun lass uns mal rechen: 0,25(=25%) geteilt durch 1 Millionen= 0, 00000025, also 0,000025%.

Wenn man bei der Wette die hohe Zahl an verschiedenen Götterbildern mit einbezieht, kommt man also darauf, dass es praktisch unmöglich ist, ins Paradies zu kommen. Damit verfehlt die Wette ihren Zweck, ist als Argument für den Glauben widerlegt.

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Nur im konfessionell geprägten sozialen Bereich drohen deutliche Jobnachteile.

Gesetzlich dürftest Du nicht, da GG und AGG das untersagen. Mit dem AGG hast Du heute sogar ein ausserordentlich effektives Mittel dagegen in der Hand.

Wie @Pevau schon sagte, sind die Religionsgemeinschaften allerdings ausgenommen. Die dürfen Bewerber tatsächlich nach Religionszugehörigkeit auswählen.

Zum Teil emfinde ich das allerdings gar nicht so gravierend als Benachteiligung. Denn es gibt einige Arbeitsplätze, wo Du Dich mal fragen solltest, ob Du die ausfüllen kannst und willst. Wie möchtest du als bekennend Nichtgläubiger z.B. Kinder zum Gebet erziehen?

Wie das in einem konfessionsgebundenen Kindergarten zum Lehrauftrag gehört...

Da die Kirche sich auf den Sektor Sozial- und Gesundheitswesen beschränkt und bspw. im Einzelhandel keine Marktmacht hat (und hier ihr Tendenzprivileg wohl auch fraglich sein dürfte), betrifft das alles Dich auch nur, wenn Du speziell hier beruflich tätig sein wirst.

Und dabei käme es dann auch nur auf Deine Konfession bei Einstellung an. So wie ich es vernommen habe, lassen die Kirchen Bewerbern sogar die Zeit, noch bei ihnen einzutreten, wenn das erforderlich ist.

Am allerwenigsten kommt es auf Unterrichtsfächer in Deiner Schulzeit an.

Ach ja. Die Angabe einer Konfession im LL kannst Du Dir ja aussuchen. Und wenn Du keine angibst und danach gefragt wirst, kannst Du ja in jedem nicht durch das Tendenzprivileg geschützten Bereich (siehe Religionsgemeinschaften) auch die vermutlich gewünschte Antwort lügen.

Denn die Frage nach Religion betrifft den Privatbereich, der das Arbeitsverhältnis nichts angeht.

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Wird man im Jobleben ohne Religionszugehörigkeit benachteiligt ?

In der normalen freien Wirtschaft und im öffentlichen Dienst sicher nicht. Das geht schon nicht, wegen dem AGG, welches eine Benachteiligung wegen Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion untersagt. Da wäre es ja absurd, wenn man benachteiligt werden würde, wenn man keiner Religion zugehört.

Kirchliche Träger stellen die entsprechende Religionszugehörigkeit als Einstellungsbedingung. Und die dürfen das auch (Ausnahmeregelung).

Hä? Das ist doch ein totaler Widerspruch.

In der normalen freien Wirtschaft und im öffentlichen Dienst sicher nicht.

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Kirchliche Träger stellen die entsprechende Religionszugehörigkeit als Einstellungsbedingung.

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@pheondiesn

genau, die Kirche ist doch die größte Heuchelei. Liebe Deinen Nächsten wie..., Wer ohne Sünde, der werfe...

Davon merkt man aber nicht viel. Erschreckend, wie sie Nichtchristen nicht lieben und wie diese moralisch gesteinigt werden. Pfui, sage ich da nur.

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Ja, z.B. bei Berufen im sozialen Bereich, also Krankenhäuser, Kindergärten u.ä. werden nur Mitglieder der Kirche als Mitarbeiter angenommen. Das ist definitiv Diskriminierung, da im Durchschnitt diese "kirchlichen" Einrichtungen zu 98% vom Staat finanziert werden.

Am 16.12 war Dein verschwundener Gottglaube der Grund für das Verlassen des Reli-Unterrichts...:-)

Nun weißt Du es immer noch nicht so genau? Genau das wird Dein 'Jobleben' viel stärker belasten als der Ethik oder Religionsunterricht, daran solltest Du arbeiten, die Arbeit kann noch etwas auf Dich warten...

Offiziell nein, höchstens wenn du in einer Kirche oder anderen kirchlichen Einrichtung arbeiten möchtest.

In einigen wenigen Berufen, z.B. Richter, ist das tatsächlich noch heute so.

Ach ja? Bitte mal erklären, wie das bei den Gerichten so läuft.

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@derdorfbengel

Über die Karriere von Richtern und Staatsanwälten bestimmen Gremien, die mit Landespolitikern der CDU/CSU und SPD besetzt sind, manchmal sind auch noch ein zwei Grüne oder FDP-ler dabei. Die Landeskirchen achten darauf, dass in diesen Gremien nur treue Schafe sitzen, dass von den Parteien nur treue Schafe vorgeschlagen werden und dass auch nur besonders treue Schafe gewählt werden. So kommt es, dass unter Deutschlands Richtern und Staatsanwälten BIS AUF DEN HEUTIGEN TAG NOCH KEIN EINZIGER BEKENNENDER ATHEIST WAR.

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Also im Pflegeberuf gibt es manche Träger da muss man getauft sein bei anderen zb. Arbeiterwohlfahrt nicht In Handwerksberufen ist das Latte solange kein Hausmeister bei der Kirche machen willst ;)

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