Wird man als Informatiker im Berufsleben 8 Stunden am Tag nur Berechnungen durchführen?

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9 Antworten

Deswegen heißt die ja auch "Theoretische" Informatik.

Wenn du an einer Universität Informatik studierst, dann studierst du dort Informatik als Wissenschaft. Es geht also um die Grundlagen, nicht in erster Linie um die Anwendungen. 

Was du in deinem späteren Berufsleben daraus machst, ist etwas ganz anderes. In der Regel wirst du nicht dauernd Berechnungen machen. 

Stell es dir so vor: Du lernst im Studium nicht (nur), welche verschiedenen Modelle es z. B. für großen Datenbanken gibt, sondern auch wie diese Modelle sich entwickelt haben, wie sie ganz genau funktionieren, wie die alten Datenbanken funktioniert haben, wie sie sich mit mathematischen Modellen beschreiben lassen, wie man berechnet, wie effizient sie sind - und du musst vieles von dem dann auch ganz theoretisch nachvollziehen und berechnen. 

Im Berufsleben benutzt du dann einfach welche - aber mit dem Hintergrundwissen, das du dir im Studium angeeignet hast. Manches von dem brauchst du dann konkret gar nicht, anderes schon. 

In der Mathematik ist das ähnlich. Natürlich kannst du einfach das "Kochrezept" lernen. Du sollst aber beweisen können, wann das Rezept funktioniert - und wann nicht, warum es funktioniert, welche Fehler entstehen können usw. Das ist zwar manchmal sehr mühsam, aber viele Dinge muss man eben genau EINMAL machen, um sie dann wirklich zu verstehen. 

Ein Mechanik-Azubi musste früher (und heute oft auch noch) am Anfang seiner Ausbildung einen exakten 10mm x10mm x10mm Würfel feilen, mit Feile und Schraubstock. Damit war der in der Regel ziemlich lange beschäftigt. Gelernt hat er dabei eine Menge, über die Probleme, die dabei auftreten, über das Material usw. Glücklicherweise besteht aber der Beruf später kaum noch darin, kleine Würfel zu machen. 

Gut... ich stelle es mir zu anstrengend vor, wenn man ständig komplizierte Berechnungen durchführen muss. 

Wie ist es mit dem Programmieren? Reicht es, wenn man die Programmiersprachen die man an der Hochschule gelehrt bekommt (in meinem Fall)  C/ C++ beherrscht, oder hat man automatisch schlechte Chancen auf dem Markt, wenn man nicht noch mehr Sprachen drauf hat?

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Du wirst als Informatiker wahrscheinlich sehr wenige Berechnungen anstellen müssen. 

Als Programmierer kommt es z. B. darauf an, was du programmierst. In der Forschung oder für die Betriebswirtschaft zum Beispiel wirst du auch mit Formeln umgehen können müssen.

Nein, meistens sitzt du in Besprechungen herum, wo Projekte für die Firma geplant werden, oder du erstattest deinem Vorgesetzten Bericht, warum ein Problem leider nicht in der vorgesehenen (viel zu knappen) Zeitspanne erledigt werden konnte.

Abends in Überstunden kommst du dann auch mal zum Analysieren und Programmieren.

Spaß macht es trotzdem.

Die meisten Informatiker im Berufsleben Arbeiten in die Richtung Support. Sei es direkt von Kunden, in der eigenen Firma oder Ähnliches.

Von dem her wirrst du in den wenigsten Fällen viel berechnen.

Ich mag den Kontakt mit Menschen auch viel lieber. 

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kann mich den Vorrednern hier auch nur anschließen. Für IT-Berufe werden zwar recht hohe mathematische und analytische Kenntnisse vorausgesetzt, jedoch selbst in komplexen Projekten geht es meist nicht über einfache Mathematik hinweg. 

Je nachdem in welcher Branche der entsprechende Arbeitgeber tätig ist, können die Tätigkeiten als Informatiker recht vielseitig werden. Die Berufserfahrung fällt in die Tätigkeiten dann anschließend auch hinein. 

In Führungsposition werden meiner Erfahrung nach, die Tätigkeiten in denen man als qualifizierter Mitarbeiter eingesetzt wird, erheblich abwechslungsreicher, es reicht von Verkaufsgesprächen, über Support bis hin zu Architekturarbeit / technisches Design. 

Lass dich nicht davon abschrecken was bei dir in der Uni oder FH gelehrt wird. Die Realität sieht anders aus als auf dem Lehrplan.

Was würdest du unter dem Bereich "recht hohe mathematische und analytische Kenntnisse" miteinschließen?  Die vier Rechenarten und Prozentrechen denke ich, ist klar. 

Bist du der Meinung, dass man mehr Programmiersprachen können muss, als die die an der Hochschule gelehrt werden (in meinem Fall C/C++), da man ansonsten im Arbeitsmarkt keine Chance hat?

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Im Berufsleben wirst Du in den meisten Arbeitsfeldern weder mit theoretischer Informatik noch mit Mathematik groß zu tun haben - außer in Spezialbereichen. Aber wie LeCux schon geschrieben hat, spielt selbstverständlich Analytik und Logik eine große Rolle. Mit Mengenlehre, Boole'scher Algebra und dualen/ hexadezimalen Zahlensystemen sollte man keine Schwierigkeiten haben.


Dein Berufsalltag ist absolut nicht vorgegeben. Als Informatiker (welcher Schwerpunkt überhaupt?) kann man so vielfältig eingesetzt werden. Das liegt dann eher an dir als an der akademischen Ausbildung.

Nun nicht unbedingt, aber auch der Berufsalltag ist sehr analytisch und Komplexitätaanalysen sind mein tägliches Brot.

Was versteht man unter Komplexitätsanalyse? :)

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@whiteknight75

Die Analyse der Komplexität. Toll oder?

Wie aufwändig ist die Lösung eines Problems bei verschiedenen Lösungswegen, wie lange dauert das, wieviel Speicherplatz oder RAM brauche ich, wie erfülle ich Zeitvorgaben?

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Hey

Ich sitze hier in der IT und hier sitzen einige Informatiker.Ich bin in der Ausbildung Fachinformatik Anwendungsentwicklung. Mit Mathe hat das hier eigentlich gar nichts zu tun.

Wie oben schon genannt ,sind viele im Support. Telefonieren mit Leuten die Probleme haben, gehen dahin und helfen. Oder schreiben Programme für irgendwelche Anbindungen zwischen Systemen. Also eigentlich kein Mathe...Kann mir nicht vorstellen, dass einige Firmen da Mathelastige Arbeit haben.

Hey. 

Weißt du, welche Programmiersprachen die Informatiker bei euch so drauf haben?  An einer Hochschule werden einem ja nicht alle möglichen Programmiersprachen, wie in der Ausbildung vorgestellt (denke ich mal). Ich habe mal gelesen, dass man auch Informatiker sein kann, ohne jemals einen Rechner angeschaltet zu haben und Programmieren nicht der Hauptbestandteil des Studiums ist.

An der Hochschule wo ich mich eingeschrieben haben, haben sie C/ C++ als Programmiersprache. Hat man automatisch schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt, wenn man nicht mehr Sprachen kann als die an der Hochschule gelehrten?

Ich kann im Moment keine Sprache.

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@whiteknight75

Also die Informatiker bei uns können Java Script, ABAP(braucht man zwingend in Verbindung mit SAP), oder C++. Mein Freund ist im gleichen Beruf tätig und die benutzen C#.
Also sobald du C++ oder C# kannst, hast du eigentlich überall gute Chancen, das ist soweit ich es mitkriege am begehrtesten.
Also ist das bei dir ganz gut.

Informatiker sein ohne PC geht eigentlich kaum. Programmieren ist am PC und Informatiker in anderer Richtung brauchen auch zwingend einen PC(zb. Festplattenplätze frei machen, User Einstellungen treffen, Mit Remotezugriff auf die Rechner von anderen schalten und Einstellungen vornehmen.

Wie genau alles im Studium abläuft ,weiß ich nciht ,weil ich nie eins gemacht habe. Aber selbst wenn du die Programmiersprache nicht kannst,ist das nicht schlimm,du lernst es im Betrieb. Du hast halt Vorteile wenn du überhaupt in einer Sprache programmieren kannst, weil sich in alle Sprachen dann Verbindungen sehen lassen und grob verstehst du dann andere Sprachen auch.

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@whiteknight75

Also du bist mit C & C++ eig wirklich gut dran. Du wirst danach gute Chancen haben.

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