Wird in einer Psychiatrie überhaupt therapiert oder "verwahrt"?

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17 Antworten

Therapiert wirst du nicht, zumindest nicht mit Gesprächstherapie. Es gibt andere Angebote, aber einen Therapeuten hast du nicht und selbst einen Psychiater sieht man nur kurz bei der Visite. Anders ist es in einer psychosomatischen Klinik, dort findet Gesprächstherapie statt. Ich war letztes Jahr zwei Monate in einer Psychiatrie und wurde lediglich medikamentös einstellt und durfte ein bisschen malen und Sport machen. Man ist viel allein.

Ich war einige Monate in der Psychiatrie, auf eigenen Wunsch, weil ich nach einer Hirnblutung Krampfanfälle bekam und nícht wußte, wie ich damit umgehen sollte .Dort wurde alles gemacht, nur nicht therapiert. 5 Minuten Gespräch täglich mit einem Arzt, dann 2 x in der Woche Physiotherapie und 2 x Ergotherapie, ein Gespräch mit einem Psychologen gab es nur bei der Erstuntersuchung. Dabei war das für mich und meine Mitpatienten das Wichtigste. Ich habe das immer in Gruppensitzungen 1 x in der Woche 1 Stunde angebracht, aber dazu hätte man keine Zeit. Meine Pillen kann ich auch Zu Hause nehmen, dazu muß ich nicht in so eine Klinik.

Sicher gibt es Patienten, die in Verwahrung genommen werden müssen, aber die wurden dort z. B. mit anderen, leichteren Fällen auf einer geschlossenen Station zusammengepackt. Wenn ich dort noch einige Wochen geblieben wäre, hätte man mich wirklich einsperren müssen. Es gab ganz viel Verwaltungskram, man selbst war nur eine Nummer, so stelle ich mir das eigentlich nicht vor.

ist es in einer Psychiatrie so, dass man eine Therapie (Psycho-, Gestaltungs-,Verhaltens-, Bewegungstherapie etc.) entsprechend seines Problems bekommt oder wird man einfach nur dort medikamentös behandelt und "verwahrt"

Ich finde man muss hier grundlegendes differenzieren. Ich kann nicht mit einem Akutpatienten dasselbe Therapieprogramm durchführen wie mit jemandem auf einer psychosomatischen Station der eine Langzeittherapie macht. Die Medikation spielt mit eine Rolle und dadurch bedingt die psychomotorische Aufnahmefähigkeit. Prinzipiell richtet sich das angebotene Therapieprogramm an jeden und dann wird individuell in Zusammenarbeit mit dem Ärzte-Therapeuten- und Pflegeteam sowie dem Patienten besprochen was bei jedem einzelnen notwendig wäre und was tatsächlich möglich ist. Dabei sollte man sich nicht von den Erfahrungen anderer abhängig machen sondern auf sich selbst achten. Nirgendwo läuft alles rund und perfekt und im Internet finden sich nunmal tendentiell mehr Negativberichte die auch stärker wahrgenommen werden als Positivberichte.

Was ist dann der Unterschied zwischen einer "Klinik" und einer Psychiatrie?

Es gibt keinen Unterschied. Du kannst "es" Psychiatrische Klinik nennen, Nervenklinik, Psychiatrie oder Klinik alleine, alles ist richtig.


Die heutigen Kliniken verfügen über sehr gute Ärzte und Psychologen. Das Klischee von Weggesperrt sein und Aufbewahrung ist schon lange überholt. Wer sich bewusst in eine psychiatrische Klinik begibt, dem wird auch geholfen. Bitte nur nicht gegen Behandlungsabläufe rebellieren. Du solltest dir darüber im Klaren sein, dass ein Ärzteteam sich mit deinem Leid besser auskennt als du.Du erlebst nur die emotionale Seite deiner Krankheit mit Ängsten und Trauer. Die Fachkräfte in den Kliniken können auch mit Medikamenten helfen. Ich war wegen Depressionen auch schon in der Psychiatrie, das ist 2 Jahre her und mir geht es heute wieder gut.

Das hängt v.a. von der Erkrankung ab, ein wenig auch von der Ausstattung der Klinik.

In der Regel erhalten Patienten, die psychotherapiefähig sind, auch stationäre Psychotherapie, in der Regel stationäre Gruppentherapie, ggf., sofern sinnvoll und erforderlich, auch Einzelgespräche.

Auf dezidierten Psychotherapiestationen ist das psychotherapeutische Angebot natürlich in der Regel dichter, in etwa vergleichbar mit einer Tagesklinik oder psychosomatischen Reha (also im Prinzip mit den von dir genannten Angeboten). Auch bei stationären Kriseninterventionen wird Psychotherapie (in der Regel Gruppe und Einzel) angeboten.

Natürlich hat die Medikation einen wesentlichen Stellenwert. Wer in eine Klinik muss, ist in der Regel so schwer erkrankt, dass nach Leitlinien auch eine medikamentöse Behandlung notwendig ist. Es gibt auch stationäre psychiatrische Behandlungen, die ausschließlich einer medikamentösen Einstellung in kontrolliertem Umfeld dienen.

Letztlich geht es aber so oder so um eine stationäre Therapie. Letztlich kann diese nur auf eine ambulante Psychotherapie vorbereiten, resp., auch mit Medikamenten, einen Patienten so weit stabilisieren, dass eine ambulante Psychotherapie überhaupt erst möglich wird.

Leider ist kostenbedingt der Aufenthalt in einer Psychiatrie oft sehr verkürzt. Sechs Wochen oder so...

Da kann man kaum vernünftig therapieren. Wenn es gut läuft, werden die Patienten aber so vorbereitet, dass sie sich zu Hause ambulant eine Psychotherapie suchen können.

Ich für meinen Teil kenne Leute, welche in die Psych gesteckt wurden um wie im Knast eine gewisse Zeit abzusitzen, nur eben medikamentös eingestellt.
Sie meinten auch, dass solch eine Institution gewissen Verhalten gefördert haben, also eher schlechter als gut zu deren Genesung beigetragen hatte.
Aber es is bestimmt auch nicht überall gleich!!!!

Da gibt es keinen unterschied, einer benennt es so, ein anderer so.

In einer Klinik, Psychiatrie oder auch Klinik für Psychiatrie werden Menschen behandelt, therapiert, die psychische Störungen haben.

Es ist längst nicht mehr so wie früher (was man vlt. aus Filmen kennt), das Patienten entweder im bett liegen oder gemeinsam im Gemeinschaftsraum sitzen und vor sich hindümpeln.

Es werden viele verschiedene Formen der Therapie angeboten und in Absprache mit den Patienten durchgeführt.

Zumeist erfolgt die medikamentöse Therapie und alle anderen von dir aufgeführten Therapien zeitgleich.

Hi, ich war vor ca. 5 Jahren für 3 Wochen in einer Psychiatrie (offen) und seitdem 3mal in einer psychiatrischen Tagesklinik. Gerade die letztere hat mir sehr geholfen und es gleicht nicht einer Aufbewahrung. Meine Erfahrungen hab ich hier beschrieben, vielleicht verhilft es Dir zu einem Einblick!? Gerne kannst Du mir auch weitere Fragen stellen, wenn Du möchtest!

Teil1 (konnte den 2. Teil hier nicht verlinken, findest Du bei Interesse aber im Artikel)

http://nora-fieling.de/psychiatrische-tagesklinik-ein-erfahrungsbericht-teil-12/




Kommt drauf an.  psychiatrische Akutstationen sind wie andere Krankenhausstationen auch   für schwere krankheiten. die Aufenthalte sind nicht so lange und es wird vor allendingen medikamentös behandelt.  viel mehr therapien werden in den Psychosomatischen Abteilungen angeboten. Oder in den Tageskliniken. Wenn du mehr Therapien suchst, wärst du da bestimmt gut aufgehoben.

Ich habe nun 6 Jahre in der psych gearbeitet. Eine normale Klinik hat halt meist keine Ahnung von psych Krankheiten und deren Medikationen.
Ob die Leute therapiert werden ist fraglich.. Ich lass das jetzt mal so stehen, habe aber die Erfahrung gemacht, das Süchtige nur zum Entzug kommen um an ersatzdrogen zu kommen und die dementen vegetieren nur so vor sich hin...

Beides eigentlich. Manche Menschen müssen hat vor sich selbst oder anderen geschützt werden und sind deshalb in einer geschlossenen Psychiatrie. Dort gibt es aber nicht nur medikamentöse Behandlungen sondern auch andere Therapien. Dan gibt es auch andere Psychiatrien (zB Tagespsychiatrien) in denen die Leute nicht unbedingt leben, sondern sich nur tagsüber aufhalten. 

Hallo Cleolinchen,

ich war in einer Psychiatrie, bzw. Klinik für Psychiatrie und Nervenheilkund - ich glaube, da gibt es keine Unterschiede.

Ich bin auf Anraten meines Neurologen/Psychiaters dorthin. Und war nur einmal zufrieden.

Es gab ein umfangreiches Angebot an Gestaltungs-, Verhaltens- und Bewegungstherapie und Gruppensitzungen. Leider hatte iuch versäumt, um Einzelsitzungen zu bitten, weil ich nicht wusste, dass man das machen kann.

Es gab auch so eine Art Vorträge, wo man mehr über siene Krankheit und deren Bewältigung erfahren konnte.

Die Therapien wurden durch eine medikamentöse Behandlung begleitet. Es waren aber nur die Medikamente, die ich eh schon nahm - keine Experimente.

Ich kann den Aufenthalt dort also nur wärmstens empfehlen. Mir hat er sehr geholfen.

Alles Gute

Virginia

Das ist eine Mischung aus beidem. In eine Klinik kommt man auch freiwillig, die Psychiatrie an sich ist sozusagen eine Stufe höher.

Du wirst entsprechend deiner Krankheit therapiert. Und es gibt psychische Krankheiten, die nur mit Medikamenten behandelt werden können und nicht mit Mal- oder Bewegungstherapie.

Die Psychiatrie ist eine auf dieses Fachgebiet spezialisierte Klinik. Deshalb nennt man sie auch Psychiatrie.

Selbstverständlich wird dort therapiert. Sicherlich nicht immer ausschließlich nach deinen Wünschen, sondern unter ärztlicher Anleitung wirst du so behandelt, dass es zum Erfolg führt. Meistens erfolgt die Therapie in Absprache Patient/Arzt.

Eine gute Frage............Du wirst viele Menschen treffen können,die es nicht wissen sondern nur glauben. Viele werden nur verwahrt,sie kommen ohne eigenen Wunsch dahin und verbleiben so lange wie bestimmte andere Menschen es wollen. Wir haben es mit furchtbaren Auswüchsen der Psychologen und Psychiatern zu tun.................kein Mensch braucht sie,aber da die Familien zerstört sind,dann braucht man sie doch . Sie erledigen dann bei den Dummen den Rest............Lemming das Vorbild der Mächtigen...........:-) :-(

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