Wird in den nächsten Wochen wieder eine neue Krise ausbrechen?

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8 Antworten

Es wird mit Sicherheit eine neue Finanzkriese kommen.

Die Frage ist nicht ob, sondern nur wann.

Schauen wir uns doch die derzeitige Gemengelage an:

Die in Deutschland umlaufende Geldmenge besteht zu 75 % aus kreditbasierten Geldern aus den Südstaaten Italien, Spanien, Portugal und Griechenland.

Jedes dieser Länder kann schon heute seine Schulden nicht mehr zurückzahlen. Es ist einfach nicht mehr möglich.

Mit jedem weiteren Jahr, wo wir in diese Länder einen Außenhandelsüberschuss erzielen, machen wir defacto Geschenke, wir liefern werthaltiges Vermögen gegen bunt bedrucktes Papier (Geld).

Mit diesem Geld kann man nur sehr begrenzt was anfangen, auch wird dieses über die Inflation aufgefressen. Diese wird aufgrund der Geldmengenexplosion wegen der Quantitätsgleichung (bitte googeln) noch weiter an Fahrt gewinnen.

Da braucht doch bloß eines der großen Länder wie Italien oder Spanien aus dem Euro austreten und peng die Blase platzt.

Die Nationalbanken beider Staaten sind private Institutionen. Mit dem Austritt aus dem Euro wären diese automatisch pleite, da sie diese die damit entstehenden sofort fällig werdenden Forderunegn gegen das Euro-System nicht bedienen können. Der Staat hat also keine Nachschußpflicht.

Damit verbunden ist natürlich auch, dass die Kreditgeber in die Röhre gucken, also nicht nur eine Entschuldung stattfindet, denn die Schulden des Einen ist immer das Vermögen des Anderen.

Trägt man Schuld und Vermögenstitel auf einer Axe über die Zeit auf, wird man eine expotenziell ansteigende / abfallende Kurve erhalten, die zwangsläufig in einem Crash enden muss.

Durch den Brexit sind in Europa sehr ungünstige Mehrheitsverhältnisse in europäischen Gremien hinsichtlich von Sperrminoritäten entstanden.

Momentan können hier die verschuldeten Südstaaten durchregieren und sich das Himmelreich auf Erden wünschen.

Daß wir auf dem besten Wege einer Transferunion in Euroland sind, hat sich sicherlich schon herumgeschwiegen.

Wohl dem, der inVermögenswerte investiert ist, der kommt langfristig mit einem blauen Auge davon, mss natürlich mittelfristig auch ein Tal überbrücken, da es zahlreiche Wechselwirkungen in allen Bereichen gibt.

Im übrigen ist ein Haus ein Vermögenswert, der solange nachhaltig ist, wie die kreditgebende Bank nicht pleite geht.

Ein Hausverkauf wäre also das so ziemlich ungünstigste was man machen kann.

Natürlich besteht bei Immobilienbesitz auch das Risiko, dass bei einer Währungsreform die Immobilie mit einen Zwangskredit belegt wird.

Wenn dieser jedoch im Rahmen ist, sollte die Angelegenheit weniger kritisch sein.

Eine andere Alternative für Vermögen wäre ein breit gestreuter Aktienbesitz, der sogar eine järliche Rendite in guten Geschäftsjahren erwirtschaften kann.

Eine Beimischung aus physischem Gold (max. 5 %) kann man andenken.

Bei der letzten Währungsreform wurden Geldersparnisse usw. 1 : 10 umgestellt, auch Versicherungsangelegenheiten. Wer sich also enteignen lassen will, der spart Geld (bunt bedrucktes Papier).

Günter

Ich gehe von einer Rezession in etwa ab Herbst aus, spätestens Winter.

Alleine der Schaden an der Automobilindustrie durch die Bescheißereien werden zu einem Einbruch führen, insbesondere im Ausland.

RischijKot 05.08.2017, 20:34

Ja, und was man tun kann? Eigentlich das, was jeder tun sollte: In Guten Zeiten etwas auf die Seite legen, eventuelle Vorräte aufstocken, Kredite ablösen, um Luft zu haben, wenn mal eine Durststrecke kommt.

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Ob eine neue Krise kommt, ist eigentlich nicht die Frage. Eher sollte man fragen, wann die seit 10 Jahren laufende Finanzkrise mal zu einem nachhaltigen Abschluss kommt. Es wurde ja bisher immer nach dem Prinzip "mit Notenbank-Liquidität vertuschen" gearbeitet. Und das funktioniert nicht unendlich lange.

Trotz Dauerkrise haben wir im Moment - mal abgesehen von Realzinsverlusten für Anleger - eigentlich eine stabilisierte Situation. D. h. es ist zwar eine Krise da, aber wir merken sie gerade nicht. Das wird sich aber mal wieder ändern. Und möglicherweise auch recht bald.

Trigger dafür könnten beispielsweise sein:

- Abschmieren der Exporte Deutschlands (z. B. im Zuge der Autokrise)

- deutliche Leitzinserhöhung in den USA (wird irgendwann in absehbarer Zeit kommen)

- noch mehr politische Turbulenzen in USA (Trump!)

- Ergebnis Bundestagswahl Deutschland

- EZB-seitige Rückführung von Wertpapierkäufen zur Marktstabilisierung

- Wahlergebnis Italien: kippt dort die Stimmung endgültig gegen EU und Euro?

- Politische Turbulenzen in Frankreich, falls Macron seine Versprechungen nicht halten kann und in die Enge getrieben wird: dann könnte die nächste Neuwahl zu Gunsten von Le Pen ausgehen, was die EU in eine schwere Krise stürzen würde

Und so weiter. Die Liste ist gerade tatsächlich ziemlich lang.

Mit einem Anlagemix aus Wertpapieren und Immobilieneigentum stehst Du im Störfall aber sicher noch besser da, als wenn Du jetzt komplett auf die Geldseite gehen würdest. Insofern würde ich an Deiner Stelle erstmal die Hufe still halten und abwarten. Selbst wenn die Aktien mal um 10 % rutschen sollten (was durchaus passieren kann!), würde ich das noch nicht als Grund zu Panikverkäufen sehen.

Was allerdings meines Erachtens schon sinnvoll ist: Wertpapier-Portfolio mal sachlich-inhaltlich prüfen. Setzt Du noch auf die richtigen Branchen? Hast Du gescheit ausdiversifiziert, sowohl bezogen auf Branchen wie auch auf Anlagemärkte? Hast Du eine Schieflage drin in dem Sinne, dass z. B. nur Zykliker drin sind, oder hast Du auch zyklusunabhängigere Unternehmen drin? Bei Dividendentiteln: wie sieht die Ertragsperspektive aus, wenn sich im großen Gefüge äußere Parameter stärker ändern sollten? Brauchst Du ggf. für Auslands-Investments eine Wechselkurs-Absicherung?

RischijKot 05.08.2017, 20:41

Ergebnis Bundestagswahl Deutschland

Die wird von all den Punkten die allerwenigsten Auswirkungen haben. Es ist nicht absehbar, daß sich an der Zusammensetzung des Parlaments großartig etwas ändern wird. Wenn jetzt nicht gerade 30 % AfD wählen, die das bisher in sämtlichen Umfragen nicht angegeben haben...

Vielleicht fliegen die Grünen raus, dann steigen aber eher die Börsenkurse ;)

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HansDeutscher 05.08.2017, 21:15
@RischijKot

Ich habe sehr große Angst vor einer Finanzkrise. Werden Menschen in Masse gekündigt und Job los werden?

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RischijKot 05.08.2017, 21:18
@HansDeutscher

Das kann durchaus passieren, so war es ja 2009.

Und wenn die Automobilindustrie den Bach runtergeht, dann betrifft das nicht nur diese und die Zulieferer, sondern ganze Städte.

Das mit dem "Dieselskandal" ist ein hybrider Wirtschaftskrieg der USA gegen Deutschland, das verstehen viele bloß noch nicht und am allerwenigsten diejenigen, die noch GRÜN hinter den Ohren sind.

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dan030 05.08.2017, 22:36
@HansDeutscher

Naja, das wird irgendwann kommen. Ob allerdings die dann freigesetzten Leute zur bedrohlichen Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt werden, würde ich mal noch als unklar einordnen.

Begründung:

Wir haben gerade hier in der Eurozone eine Währungspolitik, die auf Niedrigzinsen setzt. Das vornehmlich, um die südeuropäischen Staaten nicht in die Zahlungsunfähigkeit zu treiben. Stichwort Zinsen für Staatsanleihen.

Nebenbei führt diese Krise dazu, dass das Geschäftsmodell der Banken, Geld zu verleihen, immer margenärmer wird. Bzw. so gut wie gar nichts mehr abwirft. Folge: Risiko bei den Banken.

Dann kommt hinzu, dass eben diese Banken auf Teufel komm' raus irgendwie Kreditgeschäft betreiben müssen. Weil sie ja sonst gar nichts verdienen würden. Folge: sie geben Geld an fragwürdigen Stellen, beziehungsweise noch schlimmer: sie erhalten bestehende Engagements aufrecht und schießen auch bei schlechten Risiken nach, damit bestehende Kredite nicht platzen und damit die Bankbilanz den Bach runtergeht.

Bedeutet im Klartext: im Moment werden an etlichen Stellen schlechte Risiken "künstlich beatmet". Also Firmen, die eigentlich nicht profitabel sind, rein auf Kreditbasis am Leben gehalten.

Wenn nun irgendwann die Zinsen steigen, platzen diese Kredite. Das führt dann zu Unternehmenspleiten einerseits (und zwar nicht gerade wenigen!), und zu Probleme in Bankbilanzen andererseits.

Die Konsequenz: Pleiten, Fusionen, Entlassungen.

Ob allerdings die Leute, die dann auf der Straße stehen, eine ernsthafte Konkurrenz darstellen, sei mal dahingestellt. Das variiert sicher auch nach Branche. Tendenziell würde ich aber sagen, dass das auf die Arbeitsmarktchancen nicht negativ wirksam sein sollte. Zumindest wenn man nicht gerade Bankangestellter ist.

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HansDeutscher 06.08.2017, 13:22
@dan030

Ich wähle X SPD, weil die Merkel alles kaputt gemacht hat. Wir brauchen eine Politik wodurch die Menschen reich werden und nicht nur paar Leute!

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dan030 06.08.2017, 14:34
@HansDeutscher

Dann solltest Du allerdings auch nicht unbedingt die SPD wählen. Ihre Agenda-Politik hat maßgeblich dazu geführt, dass es gerade bei der unteren Hälfte des Mittelstandes massive Lohneinbußen gegeben hat. Ausgerechnet die SPD hat die Schere zwischen "arm" und "reich" so stark vergrößert wie kaum eine andere Partei über die Jahre.

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Es gibt sog. Panikzeichen an der Börse (zB VIX-Index/Future). Aktuell geben aber die Panikzeichen keinen Grund zur Sorge, aber im Auge behalten sollte man sie.

HansDeutscher 05.08.2017, 21:18

Wo finde ich diese Zeichen?

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Komisch, ich habe sowas bisher nirgendwo gelesen. Das tolle an Krisen ist übrigens, dass sie nicht angekündigt werden. Das wäre ja auch zu leicht.

Woher hast du diese Weisheit?

Krisen kann man auch sehr gut herbei reden oder schreiben.

RischijKot 05.08.2017, 20:38

Krisen kann man auch sehr gut herbei reden oder schreiben.

Ich glaube weniger, daß Aktionäre und Broker ihre Informationen aus gf beziehen :D

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Dass der Wirtschaftszyklus sich dem Ende neigt, ist anzunehmen. In welchem Bereich es genau eine Krise geben wird und wie sich diese auswirken wird, weiß aber niemand.

Daher folgende Gegenfragen:

In sämtliche deutschen Medien steht drinnen, dass bald eine neue Finanzkrise auf uns zu kommt. Beginnt wieder alles von vorne?

-> Haben die deutschen Medien denn 2007 gewusst, dass die Finanzkrise kommt?

Wird alle 10 Jahre ei e Finanzkrise kommen? 2007 und jz 2017!?

-> Wirtschaftszyklen dauern im Schnitt ca. 8 Jahre, aber der Durchschnitt sagt nichts über die tatsächliche Dauer aus, es können auch 10 Jahre werden oder mehr.

Stimmt das? Soll ich alle meine Aktien verkaufen und Geld gegen Gold tauschen?

-> Hätte das denn 2007 etwas gebracht? Stehen die Aktienmärkte jetzt niedriger als 2007? Steht Gold (in Euro!) höher als 2007?

Soll ich mein Haus verkaufen und den Kredit schnell abdecken solang die Immobilien teuer sind?

-> Wäre das Haus denn heute weniger Wert als vor 10 Jahren?

Wie soll ich mich vorbereiten?

-> Hätte das 2007 irgendetwas gebracht?

Wenn man sich diese Fragen beantworten kann, hat man denke ich einen guten Plan.

RischijKot 05.08.2017, 20:37

Ich kenne es als 12 Jahres-Zyklus, aber wir meinen wohl das selbe. Aber es muß auch nicht zwingend die wahnsinns Krise folgen, es kann auch einfach nur eine Stagnation und leichte Rezession geben.

Das kann man eben nicht voraussagen, ein paar wenige liegen mit ihren Annahmen richtig und scheffeln Millionen, aber tausende andere liegen falsch und verlieren ihr Geld an der Börse.

 

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Die letzte Finanzkrise begann im September 2008 (Stichwort Goldman Sachs). Es gibt natürlich keine Automatismen.

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