Wird geschieht steuerlich mit der Stammeinlage nach der Liquidation einer GmbH?

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4 Antworten

Die Differenz zwischen Anschaffungskosten für die GmbH (25.000 €) und der tatsächlichen Auszahlung kann er als Verlust nach § 17 EStG in der Einkommensteuererklärung geltend machen.
Allerdings nur zu 60 %, wegen § 3 Nr. 40 EStG.

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Kommentar von muckaveli
26.09.2016, 11:07

Bedeutet dass, er bekommt 60% zurück und muss 40% versteuern?

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Nein, er muss erst einmal die Gründungskosten abziehn. Dann das Geschäftsjahr 2017 abschließen. Mit Liquidationsbeschluss müsste er 1 Jahr warten, damit kein evtl. Gläubiger leer ausgeht.

Da die GmbH keine Überschüsse erzielt hat, sondern nur Aufwendungen aus Gründung und Jahresabschluss hatte, wird sie einen Verlustvortrag bei Liquidation haben.

Daher wäre es dumm die GmbH zu liquidieren, da der Verlustvortrag verloren ginge. Zudem wäre ein Vekauf besser, da ein neuer Erwerber den Gründungsaufwand nicht mehr hat.

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Kommentar von muckaveli
26.09.2016, 11:09

Vielen Dank.

Selbstverständlich muss er die Gründungskosten abziehen. 
Sagen wir mal das sind 2.000 EUR, 23.000 EUR verbleiben also.

Verstehe ich ferner richtig, dass er das Geld zwar zurückbekommt (23.000 EUR), aber mindestens das erste Geschäftsjahr + 1 Sperrjahr darauf warten muss? Es fallen keine Steuern an?

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Naja - Uwe A. muss ja sicherlich den Notar bezahlen, die Bekanntmachung im Bundesanzeiger, Handelsregister, den Steuerberater für den Jahresabschluss usw. Demnach hat Uwe A. schon einmal gar nicht die vollen 25K - Es sei denn auf dem Konto verweilt mehr Geld.

Ferner gibt es ein sogenanntes Sperrjahr.

Das gesetzlich vorgeschriebene Sperrjahr dient insbesondere dem Gläubigerschutz und bedingt ein verschärftes Ausschüttungsverbot.

Während der Dauer des Sperrjahres ist jede Vermögensverteilung an die Gesellschafter verboten. Das bedeutet, dass nur Forderungen von Drittgläubigern aus Drittgeschäften beglichen werden dürfen. Eine Rangordnung unter den Gläubigern besteht nicht.

Also nein - Du kannst die GmbH nicht einfach löschen und direkt die Stammeinlage kassieren.

Nach Ablauf dieses Sperrjahres kann das Stammkapital an die Gesellschafter ausgezahlt werden.

Und eine Liquidation bedeutet nicht, dass eine GmbH handlungsunfähig ist.

Erst nach Ablauf des Sperrjahres wird die Firma vollständig gelöscht, sofern denn keine Abwicklungsmaßnahmen mehr erforderlich sind.

Bücher & Dokumente usw. müssen 10 Jahre weiterhin aufbewahrt werden.

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Kommentar von muckaveli
26.09.2016, 11:16

Naja - Uwe A. muss ja sicherlich den Notar bezahlen, die Bekanntmachung im Bundesanzeiger, Handelsregister, den Steuerberater für den Jahresabschluss usw. Demnach hat Uwe A. schon einmal gar nicht die vollen 25K - Es sei denn auf dem Konto verweilt mehr Geld.

Recht hast du natürlich. Das kostet ihn pauschal 2.000 EUR (etwas Schwund ist immer). Es verbleiben 23.000 EUR.

Während der Dauer des Sperrjahres ist jede Vermögensverteilung an die Gesellschafter verboten. Das bedeutet, dass nur Forderungen von Drittgläubigern aus Drittgeschäften beglichen werden dürfen. Eine Rangordnung unter den Gläubigern besteht nicht.

Ok, die gibt es ja zum Glück nicht. Er hat die GmbH eigenfinanziert (keine Gläubiger) und ist alleiniger Gesellschafter.  Hier also kein Problem.

Also nein - Du kannst die GmbH nicht einfach löschen und direkt die Stammeinlage kassieren.

Uwe A. muss also zunächst das erste Geschäftsjahr verstreichen lassen und anschließend ein Sperrjahr abwarten. Er bekommt sein Geld also zurück, aber mit Verzögerung. Fällt hierauf jetzt eine Steuer an oder nicht?

Danke übrigens für alle die anderen kleinen Infos zwischendurch, die waren mir neu!

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Steuern fallen nur auf Gewinne an; und da hier keine Gewinne erwirtschaftet wurden, fallen hier auch keine Steuern an.

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Kommentar von muckaveli
26.09.2016, 11:18

Das klingt erstmal sehr gut. Gibt es einen Fachterminus, bzw. eine Definition für eine "zurückerstattete Stammeinlage"?

Natürlich ist sie kein Gewinn. Es geht mir mehr darum, dass man vielleicht eine GmbH gründet, die aber nie in das operative Geschäft kommt. Wenn man diese dann wieder liquidiert sollte man (meiner Auffassung nach) keinen Nachteil erleiden, außer der relativ geringen Kosten für die Gründung. 

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