Wird Genfood aktiv und erfolgreich gegen Welthunger eingesetzt?

2 Antworten

Die bisherigen kommerziell erfolgreichen Pflanzensorten sind nur teilweise dazu geeignet um dieses Problem anzugehen. Die meist verwendete Eigenschaft ist die Herbizidresistenz, diese begünstigt eher industrielle Landwirtschaft und das kann nur bedingt helfen, den Welthunger zu bekämpfen.

Die zweite wesentliche Eigenschaft, die "Insekten-Abwehr" hat da schon mehr Potential, ein gutes Beispiel ist da Baumwolle, auch wenn es keine Nahrungspflanze ist, so handelt es sich um ein gutes exemplarisches Beispiel. Dabei konnten im Anbau die Mengen an eingesetzten Insektiziden reduziert werden und durch die erfolgreiche Bekämpfung von Schädlingen ein hoher Ertrag erzielt werden. Hier ist die Effektivität dieser Eigenschaft aber auch stark von dem Anbausystem abhängig, dies muss darauf ausgelegt werden, um Resistenzentwicklungen minimal zu halten.

Dazu hier eine Quelle: www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4218791/

Das schöne an der Gentechnik ist aber eben, das nach diesen beiden Eigenschaften noch lange nicht Schluss ist. Das größte Potenzial haben zurzeit Krankheitsresistenzen, wie z.B. die "Kraut- und Knollenfäule"-resistente Kartoffel. Auch gibt es bestrebungen z.B. vom IRRI um Spurenelementangereicherte Raissorten zu züchten, um Mangelernährung entgegenwirken zu können. Vieles ist dabei aber noch nicht marktreif, da es meist komplexere Veränderungen sind und man muss einfach abwarten, was die Zukunft bringt. Bisherige Erfolge zeigen sowohl positive, als auch negative Effekte, es ist keine so leicht zu beantwortende Frage.

Greenpeace und andere NGOs wirken schon stark gegen an, so konnten sie bisher erfolgreich verhindern, dass z.B. der "Golden-Rice" in Asien überhaupt in dortige Feldversuche geht, daher kann man noch immer nicht sagen, ob dieser im tatsächlichen Anbau überhaupt überzeugen könnte. Hier in Europa haben sie erfolgreich ihre diffamierenden Kampagnen durchführen, sodass selbst die "mächtigen" Agrarkonzerne praktisch aufgegeben haben.

Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

Da Sie ja anscheinend vom Fach sind, würde es mich auch interessieren wie groß sie die Risiken von einer großflächigen Verbreitung (evtl. global) sehen. Sowohl gesundheitlich für den Menschen, als auch was mögliche Auswirkungen auf das Ökosystem angeht. ( wenn bspw. ein Schädling oder eine Krankheit auftritt, die ganze Erntebestände dahinrafft und es kein "Gegenmittel" mehr gibt, da einerseits alle Pflanzen gleich sind und somit auch gleich anfällig und der Mensch es andererseits nicht schafft diese Pflanzen so zu modifizieren, dass sie wieder resistent sind, oder die Modifikation zu spät kommt und wir bereits alle verhungert sind)

Lg :)

0
@Hilflos2478

Gesundheitliche Risiken für den Menschen stufe ich im allgemeinen sehr gering ein, es ist nicht davon auszugehen, dass allein durch die gezielte Veränderung von Genen eine prinzipielle Gefahr ausgeht. Es ist dabei umso wichtiger jedes einzelen "Erzeugnis" für sich zu betrachten und zu bewerten, unabhängig davon, auf welchem Wege es erzeugt wurde.

Auswirkungen auf Ökosysteme sind da schon schwieriger abzuschätzen, sehe ich auch etwas kritisch, aber nicht so fatal, wie es gern von der Kritikerseite dargestellt wird, wir haben ja schon über 20 Jahre Anbau hinter uns und bsiher konnte man nur wenige beunruhigende Folgen feststellen.

Das angesprochene Szenario würde es wahrscheinlich nicht geben, wir haben auch so schon eine starke Konzentration auf nur wenige Sorten und auch mit den gentechnischen Veränderungen wird sich daran nicht viel ändern. Ernteausfälle wären also nicht höher anzusetzen als jetzt. Es wird keine Pflanzensorte geben, die man überall ertragreich anbauen kann (zumindest bei den Hauptnahrungspflanzen), es wird immer für jede Region angepasste Sorten geben müssen. Ebenfalls bemüht man sich auch möglichst verschiedene Wege einzuschlagen, was die Wirkungsweisen von Resistenzen angeht.

Ein bekanntes Beispiel für dieses Szenario wäre z.B. die Banane, hier wird praktisch nur eine Sorte angebaut und diese hat schwer mit einer Anfälligkeit für einen Pilz zu kämpfen. Bei den Hauptnahrungspflanzen (Weizen, Reis, Mais, Kartoffel) besteht diese Gefahr aber nicht, da sie in unterschiedlichsten Klimaten angebaut werden und daher immer mehrere verschiedene Sorten verfügbar sein müssen. Auch gentechnische Veränderungen sind auf die Vielfalt der Genpools angewiesen, das wird gern übersehen. Im Zweifel haben wir ja auch noch weitere Möglichkeiten des Pflanzenschutzes.

0

Gentechnisch verändertes Saatgut wird (zumindest auch) dazu verwendet, die Bauern von der Bio-Industrie abhängig zu halten.

Wenn man den Boden mit den "richtigen" Unkrautvernichtungsmitteln behandelt hat, wächst die nächsten Jahre darauf nur Zeug, das ein Gen für ein Enzym hat, das das Gift abbauen kann, also wieder das gleiche gentechnisch veränderte Zeug.

Dazu kommt noch, dass man anscheinend - zumindest nach US-Recht - Patente verletzt, wenn man von gentechnisch veränderten und patentierten Pflanzen Saatgut gewinnt - also genau das tut, was Bauern seit Menschengedenken in jeder Ackerbau treibenden Kultur tun.

Wenn gentechnisch veränderte Nahrung wie (von deren Herstellern) erhofft deutlich billiger ist als traditionell erzeugte, kann sie auch den Markt in "Hungergebieten" überschwemmen und die Bauern dort ruinieren, weil sie ihre Feldfrüchte nicht mehr verkaufen können. Das führt dann zur Landflucht, Arbeitskräftemangel auf dem Land, Bevölkerungszuwachs und Massenarbeitslosigkeit in den Städten, und im nächsten Schritt wieder zu Hunger, der dann mit "Almosen" reduziert wird. (Böse Zungen würden behaupten, dass die durch die Massenarbeitslosigkeit durchsetzbaren Niedrigstlöhne ein angenehmer Nebeneffekt wären, und ganz böse, dass diese Niedrigstlöhne alles andere als unbeabsichtigt wären.)

Nein, das stimmt so nicht.

Der erste Punkt ist mir so komplett neu, im Wesentlichen werden glyphosatresistente Pflanzen eingesetzt und Glyhposat kann nicht über Wurzeln aufgenommen werden, nur über grüne Pflanzenteile und kann dann innerhalb der Pflanzen verlagert werden. Eine vorauflauf Behandlung, also kurz vor der Saat ist auch hier eine übliche Praxis.

Der zweite Punkt ist schon lange veraltet und stammt aus den Zeiten, als es noch keine spezialisierten Pflanzenzüchter gab. Denn auch hier ist es bei konventionell gezüchteten Pflanzen nicht zulässig einfach so gekauftes Saatgut zu vermehren, da wird mindestens eine Nachbaugebühr fällig.

Zum letzten Punkt, das ist theoretisch eine Gefahr, das eigentliche Ziel ist es aber ja, dass auch die Kleinbauern dieses Saatgut verweden und damit selber an dem Markt teilnehmen können. Es sind zwar meist höhere Kosten für das Saatgut fällig, aber dafür kommt i.d.R. am Ende auch mehr Erlös heraus. Es funktioniert nicht immer alles an jedem Standort, aber prinzipiell haben die Einführungen der gentechnisch veränderten Pflanzen auch immer Ertragssteigerungen mit sich gebracht. Schaut man sich z.B. globale Ertragskurven für Mais oder Baumwolle an, so sieht man mit der Einführung von gv-Sorten einen stärkeren Anstieg.

0

Facharbeit Bio Gentechnik

Ich möchte eine facharbeit zum Thema Genetik bzw Gentechnik schreiben mit Bezug auf ein paar Comicreihen wie X-men oder Spiderman, also theorie ob das möglich wäre (vorab, ich denke nicht) und was für forschungen betrieben wurden, nur leider kenne ich keine bekannten forschungen zu dem thema, außer leuchtende Tiere, könnt ihr mir da weiterhelfen?

...zur Frage

Was ist ein Expressionsvektor?

...zur Frage

Was ist an Gentechnik so schlecht?

Es gibt viele Bezeichnungen für Gentechnik: Genfood, GMO bzw. genetically modified organism, etc.

Während einige Menschen nur versuchen, gentechnisch modifizierte Nahrungsmittel zu meiden, haben andere einen richtigen Hass gegenüber GMO-Food und Gentechnik. Doch was ist an Gentechnik so schlecht? Sie verspricht höhere Ertragsraten, bessere Schädlingsbekämpfung und gentechnisch modifizierte Pflanzen wachsen unter Umständen auch in Gebieten, in denen sie aufgrund klimatischer Bedingungen sonst nicht wachsen würden, etc.

Warum haben einige Menschen eine so schlechte Meinung gegenüber Gentechnik? Welche Nachteile hat Gentechnik bzw. welche Schäden verursacht sie?

...zur Frage

Die Gefahren von gentechnisch veränderten Pflanzen für die biodiversität?

...zur Frage

Was kann Deutschland besser machen wenn es um den Welthunger geht?

Wie ihr schon in der Frage gelesen hat, geht es darum was Deutschland noch alles besser machen könnte. Direkte Antworten wären lieb, also keine Links oder so weil ich gefühlt das ganze Internet schon durchgesucht habe... Danke schonmal :)

...zur Frage

Welthunger Menschen?

Der Welthunger wird sich dadurch lösen das die Menschen die an ihm leiden verfrüht an ihm sterben werden oder ?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?