Wird es je eimmal wieder so schön sein wie in zeiten wo noch jeder jeden wie seinen eigenen bruder behandelt?

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5 Antworten

Nun, Du hast schon gelesen: Keiner hier teilt Deine Begeisterung für die guten alten Zeiten.

Was Deinen Opa betrifft: Ja, in der Zeit von Nachkrieg und Wiederaufbau galt die Solidarität unter den Menschen als besser. Aber: Wo alle darben, da wird Solidarität zum Motor – nicht nur für eine Gesellschaft, sondern auch für die eigene Hoffnung. Und wo ein anderer dann etwas mehr erlangt, da wird er nicht gleich vom Neid der anderen zerfressen, weil sein Beispiel nur die eigene Hoffnung nährt.

Was diese Zeit auch geprägt hat (und das ist nur ein – in Zahl: 1 – Beispiel): Bereits 1946 (!!!) wurde mit dem Kinofilm „Die Mörder sind unter uns“ (Habe ich seit einigen Jahren auf DVD, lief aber jüngst auch wieder auf „arte“) etwas ausgesprochen, das dann über Jahrzehnte überwiegend erfolgreich verschwiegen wurde. Dann versetzte „plötzlich“ in den 90ern eine Wehrmachtsausstellung die schöne neue und deutsche Welt in Aufruhr. Der Friede der 60er und 70er, auch noch der 80er Jahre war ein gestohlener Friede. Und es war ein Frieden des bloßen (Ver-) Schweigens.

Also lass auch mich mal so kurz und stichprobenartig durch die langen Zeiträume schweifen: Was mochte wohl Marx und Engels getrieben haben, sich eine schöne Welt des Sozialismus auszudenken – die noch nirgends funktioniert hat außer in kleineren Kommunen (und auch da immer nur zeitlich begrenzt) oder in Zeiten der Not. Diese Idee des Sozialismus, die unter rigidem staatlichem Zwang im Grunde Neid und Missgunst nur noch mehr geschürt hat – aber man sah das nicht, weil es verboten war.

Hast Du Dich einmal befasst mit dem 30-jährigen Krieg? Das war nicht mehr das so genannte finstere Mittelalter! Sondern für denselben groben Zeitrahmen rühmt man das Aufkeimen der Aufklärung, den Beginn es selbstbestimmten Individuums, die beginnende Auflehnung gegen den Adel und das Diktat des Feudalsystems.

Hast Du Dich einmal auseinandergesetzt mit den groben Verhältnissen des römischen Reiches, als es seinen Ruhm nicht mehr in Eroberungen ausdrückte, sondern im am Ende verzweifelten Zusammenhalt? Da sehe ich böse Ähnlichkeiten zu den euro-amerikanischen Verhältnissen der jüngeren Geschichte und der Gegenwart.

Hast Du Dich einmal gefragt, weshalb wir heute das alte Griechenland und insbesondere Athen als die Wiege der Demokratie rühmen? Ich frage mich das! Denn die griechischen Stadtstaaten fußten wesentlich auf Sklaverei. Außerdem gab es dort für die Frau nur eine Rolle: Die Frau an der Seite eines Mannes, die sich um den Haushalt und die Kinder kümmerte – und für die Angelegenheiten der Gesellschaft und Politik als von Natur aus untauglich galt. Lies mal Platon (den ich bedingt durchaus schätze). – Und lies mal Platon: Schon der hat sich über die Jugend beklagt und die guten alten Zeiten gerühmt. Bereits Platon hatte andererseits aber auch die Wellenbewegungen und den steten Wandel als unabänderliches Prinzip von Gesellschaft beschrieben.

Die „guten alten Zeiten“ waren stets gut – und besser als die Gegenwart: Jedem, dem die alten Zeiten vertraut erscheinen, ein Wandel aber mehr beunruhigt, als Aufbruchstimmung zu nähren.

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Eigentlich ist die Menschheit nicht noch besch*ssener geworden, sondern wenn du in den alten Geschichten, auf der ganzen Welt rumschnüffelst, erkennst du,dass nicht nur Hitlers Zeiten zweifel an die Menschheit aufwirft und die Menschheit schon immer so war.

Schau dir auch unsere ganzen Erfindungen an. Sie mögen auf den ersten Blick sehr praktisch sein, aber sie zerstören auch viel. Beispiel Auto. Es bringt uns viel schneller und besser von A nach B und ist super praktisch....aber es ist unglaublich schädlich....und teuer noch dazu.

Wir Menschen machen viele Fehler, jeder einzelne von uns und das schlimmste daran ist....wir lernen gar nichts...rein gar nichts...nicht mal wenn tausende von Menschen wegen grausamer Taten sterben müssen. Und noch nicht mal dann, wenn wir unsere Heimat selbst zerstören und ich gebe zu, ich bin nicht besser. 

LG (:

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Woher willst du denn wissen, ob es früher wirklich besser war? Als ob man sich vor Entwicklung von Feuerwaffen nicht auch schon die Köpfe eingeschlagen hätte, als gäbe es kein Morgen.

Die Menschheit ist aufgeklärter denn je, aber am Ende siegen halt doch leider oft der Trieb und all die anderen Bedürfnisse, die wir nicht so einfach abstellen können. Niemand ist absichtlich ein schlechter Mensch. Es ist nur einfach die Summer der Entscheidungen, die der Entfaltung der anderen Menschen im Weg steht - das beginnt im Kleinen und endet in solch dramatischen Dingen wie Krieg.

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Kommentar von Arkebuse20
14.06.2016, 15:51

Mein opa sagte: "alles war früher besser"

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Wir wissen ja nicht, ob du schon mal in ein Geschichtsbuch geguckt hast. Aber: Wann genau sollen diese schönen Zeiten denn gewesen sein?

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Kommentar von Arkebuse20
14.06.2016, 15:48

1960

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jeder jeden wie seinen eigenen bruder behandelt?

Du meinst wie damals Kain und Abel?

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