Wird es irgendwann keine neue Musik mehr geben?

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10 Antworten

Also in Musikstücken können viele verschiedene Noten vorkommen, aber gehen wir der Einfachheit halber mal davon aus, dass es nur ganze, halbe, viertel und achtel Noten gibt, und ignorieren solche Sachen wie Triolen völlig. (4)

Dazu kommen Pausen, aber gehen wir einfach mal davon aus, dass es hier ebenfalls nur ganze, halbe, viertel und achtel gibt. (4)

Dann kann man diese Noten auch noch in Akkorden verbinden (mit 2, 3, 4, und mehr Noten), aber wir gehen nur von diesen dreien aus. (3)

Desweiteren gibt es unglaublich viele Arten von Tonleitern, aber gehen wir auch hier davon aus, dass es meinetwegen "nur" 2 verschiedene gibt (von mir aus, eine Dur und eine Moll). (2)

Dann gibt es viele verschiedene Grundtakte und deren "Mischungen", aber wir gehen auch hier von nur 2 verschiedenen Möglichkeiten aus, nämlich 4/4 und 3/4. (2)

Die oben angenommenen Tonleitern bestehen aus 12 verschiedenen Tönen (C, D, E, F, G, A, H, Cis, Dis, Fis, Gis, Ais), aber wir gehen auch hier nur von den Grundtönen aus. (7)

Dazu kommen verschieden Geschwindigkeiten, aber wir rechnen einfach mal mit 60, 80, 100, 120 und 140 BPM. (5)

Des weiteren gibt es noch verschiedene Längen von Melodien, wir rechnen mal mit 16, 32 und 64 Noten. (16, 32, 64)

Dann gibt es noch verschiedene Musikstile, deren Melodieaufbau sehr sehr unterschiedlich ist, aber wir gehen hier einfach mal von (über den Daumen gepeilt) 10 verschiedenen aus. Von mir aus Klassik, DubStep, Rock, Jazz, und und und ... (10)

Dann gibt es auch noch viele verschiedene Instrumente und Syntesizer, deren Anzahl nahezu gefühlt unendlich ist, aber wir rechnen mal mit knapp 100 - das ist ähnlich so viel wie von MIDI-Dateien unterstützt wird, kratzt aber nur an der Oberfläche! (100)

So, dann rechnen wir mal zusammen:

4 x 4 x 3 x 2 x 2 x 7 x 5 x 16 x 32 x 64 x 10 x 100 = 220200960000

Also selbst bei diesen künstlichen Worst-Case Zahlen, bei denen viele viele andere Punkte, die Musik und Melodien ausmachen einfach unter den Tisch fallen gelassen werden kommen wir auf über 220 Milliarden Musikstücke. Selbst wenn sich nur jedes 100ste davon halbwegs akzeptabel anhören sollte, wären wir bei über 2 Milliarden, was bedeutet, dass jeder 5te Mensch ein Musikstück schreiben müsste, um diesen Pool auszuschöpfen.

Wir können auch gerne mal mit etwas realistischeren Zahlen rechnen (Reihenfolge wie oben):

16 x 8 x 6 x 30 x 12 x 7 x 40 x 16 x 32 x 64 x 128 x 9 x 18 x 27 x 36 x 54 x 100 x 1000 = 276093826616587714560000000

Das sind 276 Quadrillionen mögliche Melodien von denen meinetwegen nur jede 100000ste akzeptabel klingt, dann wären wir bei 2760938266165877145600, sprich 2.7 Trilliarden, was bedeutet, dass jeder Mensch auf der Erde 276093826616 = 276 Milliarden Musikstücke schreiben müsste, um diesen Pool auszuschöpfen.

Und diese Zahlen sind immernoch (!!!) extrem pessimistisch gerechnet ... in Wirklichkeit dürfte die Anzahl der "verfügbaren" Melodien noch wesentlich höher liegen. :)

Disclaimer: Mir ist - während ich das hier schreibe - völlig klar, dass meine Rechnung hinkt, und dass sowohl Logik- als auch andere Fehler enthalten sind. Dennoch bin ich mir sicher, dass sich die Anzahl der Möglichen Musikstücke weit oberhalb dessen bewegt, was ich hier ausgerechnet habe. Es gibt bestimmt auch andere Leute, die sich mit dieser Frage beschäftigt haben, und wenn jemand einen Link hätte, wäre es schön, wenn dieser als Kommentar eingefügt werden würde. :)

Schönen Abend noch! :)

Bombig, auf sowas habe ich gewartet - Anwärte für die beste Antwort!

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@Xiraxis66

Danke schön! :)

Aber bitte beachte meinen Disclaimer am Schluss! Ich habe zwar versucht, alles Mögliche zu beachten, habe mit Sicherheit aber auch den einen oder anderen Fehler gemacht.

Dennoch: Ich bin mir - wie gesagt - sehr sehr sicher, dass die tatsächlich realistische Anzahl an möglichen Melodien noch weit höher liegt! (Bauchgefühl!) :)

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Edit: Mir fällt gerade auf, dass ich komplett die Oktaven (c,, c, c C C' C'' usw.) und verschiedene Spieltechniken auf verschiedenen Instrumenten (Violine = Tremolo, etc.) vergessen habe! Also alle obigen Werte bitte nochmal mindestens mit 3 (realistischerweise mit 5, 6 oder gar 7) und danach mit 4 (oder so) multiplizieren!

Wie gesagt ... da haut so einiges nicht hin, und die Zahlen dürften noch DEUTLICH größer sein! :)

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@TeeTier

Passt schon, für eine ungefähre Vorstellung reicht das schon aus!

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Nein kann es nicht zumindest nicht wirklich hörbar. Sicher gibt es eine "begrenzte" Anzahl von tönen allerdings gibt es eine riesen große Auswahl von Anordnungen der Notenwerte welche die Musik mit ausmachen und auch einen riesen Haufen Möglichkeiten wie man Dynamik (also laut leise) einsetzen kann dazu kommt das man verschiedenste Instrumente zusammen fügen und nachträglich editieren kann.

Denke schon, dass es da immer wieder Nachschub gibt!

Was ich aber bekritteln muss, ist , dass sich oft Lieder, die im Radio gespielt werden, sich oft gleich anhören! Mir kommt vor, als gebe es da kaum einen Unterschied von der Melodie her! Ein Grund, warum ich kein Radio mehr höre!

Und wenn es so wäre - heutzutage wird doch so viel so schlecht gecovert, da gibt es immer wieder Nachschub.

Beantwortet meine Frage nicht, das ist eher eine Mathematische Frage.

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Die Antwort von TeeTier lässt sich natürlich nicht toppen.

Man sollte aber auch noch bedenken das ich die gleiche Tonabfolge als Fläche als Arpeggio und gegated Spielen kann. In jedem der 3 Fälle wird es anders klingen. Dann gibt es noch wi erwähnt tausende verschiedene Instrumente mit denen ich den Sound spielen kann. Die wiederum lassen sich anders effektieren.

Wenn ich die Melodi aus einem Stück nehme und Sie mit anderen Harmonien, z.B. einem anderen Bassverlauf spiele, klingt Sie wieder anders, weil das Ohr dann Notenverläufe warnimmt die gar nicht da sind.

Ausserdem lebt ein Lied ja nicht nur von den Hooks.... Basslinie, Percussions und so weiter, spielen ja auch eine nicht unerhebliche Rolle. So gibt ja auch genug Musikstücke (z.B. im elektronischen Genre) die völlig auf Melodien verzichten.

Ich glaube also ebenfalls das wir uns keine Sorgen machen müssen das es langweilig wird in den nächsten Jahren :-)

Die Frage hab ich mir auch schon desöfteren gestellt zumal die anzahl an zur verfügung stehenden tönen also noten ja wirklich überschaubar ist und es wirklich erstaunlich ist dass aus so ner handvoll tönen so ne Wahnsinnsvielfalt an Musik entstehen kann. Es ist fast schon eine philosophische Frage. Ich kann mir vorstellen dass es schon irgendwo reint heoretisch gesehn ein Limit gibt aber wenn das erreicht ist dann sind viele Lieder schon wieder vergessen so dass wieder neue lieder entstehen können die es schonmal gab die aber keiner mehr kennt ...

Auch eine Gute Antwort, auf Sinnebene.

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Du scheinst dich damit schon etwas beschäftigt zu haben: Hast du einen Anhaltspunkt, irgendeine Zahl für dieses Limit, also in welchem Zahlenbereich das liegt? Hatte das auch mal irgendwo gelesen, aber leider die Zahl wieder völlig vergessen.

Naja nehmen wir mal eine Datenmenge von 3 Megabyte als Obergrenze für ein MP3 Musikstück von 2-3 Minuten länge. Das sind 25165824 Bit. Jetzt weiß ich nicht wie man das ausrechnet, aber es ist ja möglich die anzahl der möglichen Kombinationen zu bestimmen. Davon wären viele reine kakophonie, also müsste man selektieren welche Akkorde von Menschen gehört werden. Und das wäre dann die Menge der Möglichkeiten. Doch ich weiß weder wie viele das wären, noch ob es möglich wäre das Pensum auszuschöpfen - geschweige denn wie lange das dauern würde.

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@Xiraxis66

Davon wären viele reine kakophonie

Naja, gibt ja auch Leute, die Merzbow (=> YouTube) hören...^^

Das "wie lange" könnte man sich ja mit der ungefähren Zahl dann beispielhaft herleiten, aber es wäre echt mal interessant, welche Töne vom "normalen" menschlichen Ohr unterschieden werden können. Da bräuchte es jetzt mal einen wirklichen Musik-Experten oder einen Naturwissenschaftler...

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@NoB0rders

Tja, die Experten schlafen wohl schon. Wenn keine befriedigende Antwort kommt heißt es morgen.. "Noch eine Antwort bitte"

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Darüber muss ich auch ständig nachdenken. Aber ich denke: Nein, da gibt es kein richtiges Limit. Klar, es gibt schon heute viele Wiederholungen, Akkorde in Liedern, die man schon mal woanders gehört hat. Dennoch wird dem Menschen immer was Neues einfallen. Länge, Rythmus, es gibt so so viel was Musik noch beeinflusst. Oder aber, er erfindet einfach was ganz neues, sowas wie Dubstep beispielsweise! Interessante Frage ;)

Ja Dubstep ist etwas vollkommen neues, höre das sehr gerne. Mal schauen was für Antworten sonstnoch so kommen.

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@Xiraxis66

Jo, Dubstep is so neu, dass ich schon vor 6 Jahren aufgehört das zu hören. Wundert mich das es das noch gibt.

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@NoB0rders

Etwas neues für mich. Besser? Was soll das sein, ein Hipster? Habe vor 6 Jahren keinen Dubstep im Radio gehört, ging also davon aus das es neu sei.

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@Xiraxis66

Na Hipster sind doch diese "Also ich habe es ja schon gemacht, bevor es cool war, heute ist mir das viel zu Mainstream"-Leute... Meinte natürlich "Hypoxonder".

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@NoB0rders

Ach ob etwas mainstream ist ist doch Wurst, hauptsache es entspricht den eigenen Vorstellungen von Schönheit. Wenn alle Hipster so sind.. dann tun die mir leid. Immer diese Profilneurosen. Von den Motetten aus dem 18 Jahrhundert bis Skrillex, keine Limitierungen!

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Hey,

Musik wird es wohl immer in irgendeiner Art geben..Man kann sagen der Mensch ist Musik. Und so lange der Mensch ein Mensch ist, wird auch die Musik immer weiter gehen..

Habe auch schon drüber nachgedacht.

In der Theorie ist das möglich, sofern wir Lieder auf eine zeitliche Länge beschränken. Nur stirbt vorher noch mal schnell die Menschheit aus.

Aber nehmen wir eine Dauer von 1ner sekunde. Und machen einen Sinuston da rein, dann könnte man doch den selben bzw. einen zweiten Sinuston in einem unendlich kleinen Abstand dazumachen. oder nicht?

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