Wird Erziehung durch Sozialisation überflüssig?

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6 Antworten

Manche empfinden Erziehung als notwendig. Ich halte sie für ein manipulatives Machtmittel "erwachsener" Menschen gegenüber Kindern.

Es geht diesen Menschen nicht unbedingt um das Wohl des Kindes. Auch wenn es vordergründig so erscheinen mag. Im Grunde versuchen sie Kindern und Jugendlichen ihre Wünsche, ihre Weltanschauung als die "beste" zu verkaufen.

Wer kennt nicht Eltern oder hat es gar selbst erlebt, dass

  • gelobt wurde, weil Ergebnis so war, wie die Eltern es wollten und umgekehrt
  • bestraft wurde, weil betreffendes Kind eben nicht die erhofften Leistungen erbrachte

Erziehung suggeriert, dass das Kind zu dumm ist, um für die Gesellschaft wichtige Faktoren zu erkennen.

Für mich ist Erziehung überflüssig. Ich habe sie durch Beziehung - einem Umgang ersetzt, der beider Grenzen (die meiner Tochter sowie meine) so gut wie möglich wahrt. Was mehr Arbeit für mich und an mir bedeutet, als eine "strikte" Erziehung.

Kinder sind von Geburt an soziale Wesen. Da muss kein moralischer Erziehungszeigefinger geschwungen werden - sondern sollte den Kleinen geholfen werden, mit Respekt ihren Weg zu machen.

Schon Janusz Koczak hat 1899 gesagt "Kinder werden nicht zu Menschen, sie sind bereits welche."

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@KiLLLLLLLi

Wie macht ihr das dann bei kleinen Kindern, dürfen die z.B. ins Bett wann sie wollen? Das ist doch auch die Vorstellung der Eltern wann Kinder ins Bett gehören und wieviel Schlaf sie brauchen. Oder was versteht ihr unter Erziehung? Man muss den Kindern doch irgendwo Grenzen setzen. Das muss natürlich liebevoll geschehen aber ganz ohne geht es doch nicht, oder?

Ich denke tatsächlich das manche Kinder in einem bestimmten Alter zu dumm sind um die Folgen ihrer Taten zu erkennen. Und man versucht dann die Kinder liebevoll zu manipulieren bis man den Eindruck hat das sie reif genug sind um in einigen Bereichen vernünftige Entscheidungen zu treffen.

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@Marigoldi

Schlaf gehört für mich zum Grundbedürfnis. Und kein Mensch kennt seine Grundbedürfnisse besser als er selbst - das vollkommen altersunabhängig.

Müssen wirklich Grenzen gesetzt werden oder wird da nur unreflektiert nachgeplappert, was ein paar sog. "Fachleute" predigen (in Büchern veröffentlichen usw.?

Kein Grenzen setzen heißt ja nicht, grenzenlos im Umgang mit den Kindern zu sein.

Lass dir mal folgende Sätze langsam durch den Kopf gehen: 

"Man macht das nicht" vs. "Ich möchte das nicht".

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Danke fürs Sternchen :)

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Um das in verständlicher Form beantworten zu können,

müsste man erstmal wissen was Du als Erziehung ansiehst und was Sozialisation für Dich ist.

Lasse es mich mal so erklären wie ich das sehe:

Das Auto-Fahren im Straßenverkehr muss in der Form passieren das man als Teilnehmer ein MITEINANDER und ein hohes Maß an Rücksicht und Zuverlässigkeit an den Tag legt, und muss das im Einzelnen schon können wenn man sich ins Auto setzen will.

Das WIE, WANN und WO -Verhalten lernt man vorab erstmal theoretisch und dann das Ganze, nun erst ganz praktisch in den Fahr-Übungsstunden.

Der Verkehr würde still stehen, wenn der Fahrlehrer uns nicht zum nötigen Fahr-Verhalten angeführt und angeleitet hätte, und wir deshalb uns so Verhalten das der Verkehr fliesend ablaufen kann. Wir würden an jeder Kreuzung gleich einen Unfall haben können, wenn wir uns nicht so GLEICH Verhalten und den anderen Autofahrer den Vortritt/Vorfahrt belassen.

Das zielführende Lernen und die praktische Ausbildung würde ich als "ERZIEHUNG" betrachten wollen,

und das dann "ALLEINIGE AUTOFAHREN können" als erreichte "abgeschlossene SOZIALISATION" im Teilbereich des Straßenverkehrs.

FAZIT:

Das erreichen können der Sozialisation setzt eine darauf zielgerichtete Erziehung voraus !

Nein, denn Erziehung ist ein bewusst gelenkter Prozess, Sozialisation dagegen ist ein Zufallsding im Chaosprinzip, überspitzt gesagt.

Nein, Sozialisation ist die Summe aller erziehrischen Instanzen (Schule, Familie, Freunde,..). Diese lassen sich sehr wohl beeinflussen. Sonst würden Patienten bei Psychotherapeuten schließlich nicht aus ganz bestimmten Kreisen kommen. lg, kili

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Ja, deswegen gibt es auch mehr Asoziale, je mehr sozialistische Sozialisation vorhanden ist und die elterliche Erziehung der staatlichen Doktrin unterordnet.

Sorry, aber deine Hausaufgaben musst du schon selber machen! Der Lehrer möchte sicher deine Einstellung kennen lernen und nicht unsere!

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