wird eine Klage erfolg haben wenn eine schwanger bzwbehidnerte gekündigt worden sind?

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11 Antworten

Wenn ein Kündigungsgrund vorliegt, der eine fristlose Kündigung, gemäß §626 BGB, zulässt, dann nutzt auch der besondere Kündigungsschutz nichts.

In so einem Fall ist es aus der Sicht der Betroffenen ratsam eine Kündigungsschutzklage einzureichen und das zuständige Arbeitsgericht die Rechtmäßigkeit der außerordentlichen Kündigung überprüfen zu lassen. Die Erfolgsaussichten der Klage hängen vom Einzelfall ab und lassen sich nicht generell beurteilen.

Der Kündigungsschutz soll verhindern dass ein behinderter Mensch alleine aufgrund seiner Behinderung gekündigt wird. Beispiel: Im Falle einer betriebsbedingten Kündigung ist die Schwerbehinderung bei der Sozialauswahl zu berücksichtigen und die Kündigung muss von der Aufsichtsbehörde genehmigt werden. Im Einzelfall kann Schwerbehinderten durchaus gekündigt werden. Auch hier hängen die Erfolgsaussichten einer Kündigungsschutzklage von den Umständen des zu beurteilenden Falles ab.

Peter Kleinsorge

Vorne weg, ich weiß es nicht. Allerdings denke ich mir, dass sie ja aus einem anderen Grund gekündigt wurden (wenn sie geklaut haben) und das nichts mit ihrem Zustand zu tun hat. Von daher wäre eine Kündigung ja gerechtfertigt. In diesem Zustand hat man ja keine Narrenfreiheit.

Der erweiterte bzw. besondere Kündigungsschutz bezieht sich auf die Tatsache, dass man einen Schutz für die Belastungen, die mit der Arbeit einhergehen, hat. Kriminelle Handlungen können schon gar nicht schützenswert sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Arbeitsrichter für den Arbeitnehmer entscheidet, von Bagatellfällen einmal abgesehen.

Ich bin selber Rollstuhlfahrerin. Natürlich würde Klage erhoben, und sie hätte enorm große Aussicht auf Erfolg! Denn das ist der alte Putzfrauentrick: Man will jemand loswerden und sagt: " Sie hat geklaut!" Nee, so einfach ist das nicht!! Wahrscheinlich würde sogar die Schwerbehindertenvertretung des zuständigen Versorgungsamtes, die der Arbeitgeber ja informieren muss, gewaltig Ärger machen. Der Arbeitgeber müsste belegen können, dass derjenige wirklich geklaut hat - und das wird wohl nicht klappen. Beispielsweise müsste der Arbeitnehmer es selber vor Zeugen zugegeben haben. Denn sonst wäre das ja ein ziemlich einfacher und fieser Weg für einen Arbeitgeber, jemanden loszuwerden, der unter besonderem Schutz steht...! Ich kann dir sagen: KEIN schwer behinderter Arbeitnehmer würde jemals klauen, wir sind außerordentlich gut über unsere Rechte informiert, und wohl auch keine Schwangere! Es stünde Wort gegen Wort, Zeuge gegen Zeuge, dann gibt es einen Vergleich und das wird teuer für den Arbeitgeber. Zu Recht! Und es wäre auch ein Fall für die Presse in eurer Stadt, die Firma wäre erledigt. Und wieder zu Recht!

Wenn jemand klaut, gibt es normalerweise eine fristlose Kündigung, unabhängig der sozialen Stellung.

Eher nicht - wer klaut ist raus, fristlos, es sei denn er nachweisen, dass es bei ihm/ihr krankhaft ist...

das kommt immer auf den richter an. ich kenne z. b. einen fall, bei dem ein psychisch auffälliger mitarbeiter den vorgesetzten körperlich bedroht hat und dessen klage gegen seine kündigung stattgegeben wurde obwohl der fall eindeutig schien.

als schwangere und schwerbehinderte frau hat sie einen besonderen kündigungsschutz, der diestahl stellt allerdings einen sehr klaren und umumstößlichen kündigungsgrund dar. es kommt also darauf an, wie der richter das sieht.

natürlich besteht ein Kündigungsschutz für Schwangere, wenn die aber nachweislich klaut, kann der AG den umgehen. Die kann sich ja nicht alles erlauben, nur weil sie schwanger ist (oder behindert).

Nein, bei einer Kündigung wegen Diebstahls speilt das (natürlich) keine Rolle...

Nein und das ist auch gut so, muss sie halt mit H4 jetzt klarkommen.

Wenn sie klaut, dann nicht.

Wäre ja noch schöner.

Behinderung oder Schwangerschaft als Freibrief für Straftaten.

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