Wird die Unterhaltszahlung geringer wenn man ein 2tes Kind bekommt?

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7 Antworten

Am Unterhaltsanspruch des erstes Kindes ändert sich nichts.

Der Mann ist nach der Geburt eures gemeinsamen Kindes dann vorrangig zwei Kindern unterhaltspflichtig, die unterhaltsrechtlich gleichgestellt sind.

Sollte er aber aufgrund seines Einkommens dann nicht in der Lage sein, beiden Kindern den ihnen zustehenden Unterhalt zu gewähren, so läge ein "Mangelfall" vor: 

  • Dann müsste das zur Verfügung stehende Geld oberhalb seines "Selbstbehaltes" (derzeit sind das 1080 Euro) auf beide Kinder aufgeteilt werden - anteilig je nach Alter (Altersstufe nach "Düsseldorfer Tabelle").
  • Dadurch würde sich der Unterhaltsbetrag für das ältere Kind ggf. reduzieren.
  • Existiert über den Unterhalt für das ältere Kind ein "Titel", müsste der Mann diesen erst abändern lassen, um tatsächlich weniger zahlen zu dürfen.

Zwar wäre der Mann auch dir ab Beginn des Mutterschutzes unterhaltspflichtig, aber:

  • Der Unterhalt für minderjährige Kinder - egal aus welcher Beziehung - hat generell Vorrang.
  • Er wäre dir also nur unterhaltspflichtig, wenn ihm nach Abzug/ Anrechnung der Kindesunterhalte noch mehr als 1200 Euro (sein Selbstbehalt dir gegenüber) von seinem Einkommen übrig blieben.
  • Wenn sich also der Unterhalt für das erste Kind verringern würde, wäre er garnicht in der Lage, auch dir noch Unterhalt zu gewähren - du müsstest dann für dich selbst ggf. staatliche Unterstützung beanspruchen...
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Kommt auf die Höhe seines Einkommen an. Ob er genug für beide hat oder eine mangelfallberechnung kommt. 1080 Euro selbstbehalt. Du als Freundin oder Frau erst nach beiden kindern.

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Es kann durchaus sein, dass er etwas weniger zahlen muss. Das hängt davon ab, wie der Kindesunterhalt für sein erstes Kind berechnet wurde. 

Die Düsseldorfer Tabelle, die die Grundlage für die Berechnung des Kindesunterhalts ist, geht als Normalfall davon aus, dass eine Unterhaltspflicht gegenüber zwei Personen besteht. Ist man dagegen nur einer einzigen Person unterhaltspflichtig, so fällt der Unterhalt für diese Person  höher aus, als es sonst der Fall wäre.

Wenn Dein Freund z.B. ein Nettoeinkommen nach der Einkommensstufe 3 der Düsseldorfer Tabelle hat, so musste er streng genommen für sein erstes und einziges Kind nicht Unterhalt nach Stufe 3, sondern nach Stufe 4 zahlen - eben weil nur ein Unterhaltsberechtigter vorhanden ist. 

Kommt jetzt en weiterer Unterhatsberechtigter hinzu, so sind ab dann zwei unterhaltsberechtigte Kinder vorhanden. Die Höherstufung muss dann wieder rückgängig gemacht werden, d.h. er muss dann ganz normal Unterhalt nach Einkommensstufe 3 zahlen. Sehr groß ist der Unterschied allerdings nicht.

Das alles gilt nur dann, wenn Dein Freund bislang überhaupt höher eingestuft wurde. War das nicht der Fall, weil man es übersehen hat, so ändert sich durch die Geburt des zweiten Kindes nichts. 

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Möglicherweise. Beide Kinder stehen im Rang gleich. Im Mangelfall, also wenn das Geld nicht reicht um für beide Kinder den Mindestunterhalt zu zahlen, wird pro Rate auf die Kinder verteilt.

Sie als Mutter spielen nur eine Rolle, wenn er sonst mehr als den Mindestunterhalt zahlen müßte. Da nachrangig Unterhaltsberechtigte erst bei den höheren Stufen im Rahmen des Bedarfskontrollbetragen und in Bezug auf die Anzahl unterhaltsberechtigter Personen eine Rolle spielen.

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Ok also ist es auch eigentlich egal das er ja mehr ausgaben hat durch mich schon da ich in elternzeit gehe und kein einkommen außer elterngeld und kindergeld habe. Sprich es zählt der selbstbehalt jnd gut ist.

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Hängt vom Verdienst deines Freundes ab. Aber solange er genügend verdient und über dem Selbstbehalt liegt, muss er für beide Kinder den gleichen hohen Anteil zahlen.

Nehmen wir an, er verdient 4000. Der Selbstbehalt liegt als Ehepartner mit einem zusätzlichen Kind bei 1200. Damit hätte er 2800 für die Kinder. Hat dann ein Kind ein Guthaben von weniger als 1400 zu gute, kannst du es nicht kürzen, da es nicht die Hälfte des Freibetrages ausmacht.

Wenn er aber zum Beispiel nur 2000 verdient und somit nur 800 zahlen muss, würde der Unterhalt des einen Kindes zu Gunsten des anderen angepasst.

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Kommentar von paula252014
29.08.2016, 05:45

Achso ok. Und bei dem Lohn dürfen da sonderleistungen abgerechnet werden wie Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld oder sonstige Prämien und Spesen?

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Kommentar von DFgen
29.08.2016, 07:55

Das ist völliger Unsinn!

Der Unterhalt für ein Kind hängt von seinem Alter (Altersstufe) und der Einkommenshöhe des unterhaltspflichtigen Elternteils (Einkommensstufe) ab und orientiert sich an der "Düsseldorfer Tabelle". Ob der unterhaltspflichtige Elternteil verheiratet ist oder nicht, spielt keine Rolle....

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Kommentar von ichweisnix
05.09.2016, 10:47

Nehmen wir an, er verdient 4000.

Dann reden wir nicht über einen Mangelfall und Selbstbehalt, sondern über den Bedarfskontrollbetrag. Die Kinder bekommen in jeden Fall ja zu mindest den Mindestunterhalt. Die Mutter hat anspruch auf Unterhalt wegen der Betreuung eines unter 3 Jahre alten Kindes.

Hier wäre wegen der erhöhen Zahl von Unterhaltsberechtigen möglicherweise in die 7. Stufe anstelle der 8. Stufe einzuorden.

Wenn er aber zum Beispiel nur 2000

Dann läuft es für die Kinder auf den Mindestunterhalt hinaus.

Denn in der 2. Stufe müßten ihm nach Abzug aller Unterhaltspflichten 1180€ verbleiben. Da hierbei die Mutter mitzählt, reicht das Geld für die 2. Stufe nicht.

Hätte er nur ein Kind wäre in die 3. oder 4. Stufe einzuordnen.

Ob der unterhaltspflichtige Elternteil verheiratet ist oder nicht, spielt keine Rolle....

Doch das spielt eine Rolle.

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Nein. Er muss weiter zahlen. In gleicher (bzw. mit dem Alter steigender) Höhe.

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